Südost-Polen mit Krakau
Kulturgüter und Landschaften in Małopolska (Kleinpolen) und Galicja (Galizien) von Krakau durch die West- und Wald-Karpaten bis Lublin
Reiseprogramm
Unterkunft in der Altstadt von Krakau (3 Übernachtungen) im ***Hotel Campanile (oder vergleichbar)
1. Tag: Anreise / Krakau
Flug, voraussichtlich mit LOT von Frankfurt über Warschau nach Krakau (10:35-14:15 h), check-in im Hotel in der Altstadt. Erste Begegnungen mit dem historischen Krakau.
2. Tag: Die königliche Stadt Krakau
Ausführliche Besichtigung der alten Königsstadt (Fortsetzung vom Vortag), die bis 1596 Hauptstadt des Königreichs Polen war: So zeigt sich die Bedeutung der über 1000 Jahre alten Stadt in der ehemaligen Residenz auf dem Wawelhügel, wo die meisten Könige Polens beigesetzt wurden. Nach einem Besuch der königlichen Wohngemächer und der Krönungskathedrale geht es weiter durch die Altstadt, die seit 1978 zum UNESCO-Welterbe zählt und 2000 Kulturhauptstadt Europas war. Mehr als 100 Kirchen und Klöster verteilen sich über die Stadt, darunter die Marienkirche am Marktplatz, die wegen ihrer Architektur zu den Wahrzeichen der Stadt gehört. Auf dem von zahlreichen Bürgerhäusern umgebenen Hauptmarkt befindet sich der größte mittelalterliche Bürgerbau der Stadt, die Tuchhallen. Am Nachmittag Zeit für eigene Erkundungen, z.B. für einen Spaziergang entlang der Weichsel, und gemeinsames Abendessen in einem Restaurant der Altstadt.
■ Mit etwas über 800.000 Einwohnern ist Krakau die zweitgrößte Stadt Polens und Sitz der zweitältesten Universität Mitteleuropas. Zahlreiche Bauwerke seit der Gotik. Die Wawelhöhe, auf der sich das königliche Schloss und die Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel befinden, war schon vor 20.000 Jahren besiedelt. Im Jahr 1038 wurde Krakau die Hauptstadt von Polen, was es mit Unterbrechungen bis 1596 blieb. Das schachbrettartige Straßennetz der Altstadt mit Magdeburger Stadtrecht entstand in der 2. Hälfte des 13. Jh. - 1480 waren rund 36% der Bürger deutschsprachig. Aus der kulturellen Blütezeit um 1500 ist bis heute eine Vielzahl der Baudenkmäler und Kunstschätze erhalten. Krakau hatte zu dieser Zeit rund 30.000 Einwohner. Bei der dritten Teilung Polens wurde Krakau dem Habsburger Königreich Galizien zugeschlagen. 1815 war Krakau eine eigene Republik, die 1846 erneut von Österreich annektiert wurde. Im Zweiten Weltkrieg blieb Krakau von Zerstörungen weitestgehend bewahrt, verlor aber fast die Hälfte seiner Bevölkerung durch den Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. Bezog Krakau einst seinen Reichtum u.a. aus den Salzlagerstätten von Wieliczka, so wurde nach 1945 das damals weltgrößte Stahlwerk errichtet.
3. Tag: Das Salzbergwerk Wieliczka & das jüdische Krakau
Wenige Kilometer südöstlich von Krakau befindet sich in Wieliczka eines der ältesten und bekanntesten Salzbergwerke der Welt (seit 1989 UNESCO-Welterbe). Bereits Mitte des 13. Jh. wurde hier unter Tage nach Salzsole gesucht und dabei die Steinsalzlagerstätte im nördlichen Vorland der West-Karpaten entdeckt. Das Salz aus dem mittleren Miozän (16-13 Mio. Jahre vor heute) wurde während der Spätphase der Karpatenfaltung abgelagert und bis 1993 in Wieliczka Salz gefördert. Inzwischen dient das Bergwerk als Schaubergwerk und als Sanatorium. Eine außergewöhnliche Führung leitet Sie durch unterirdische Gänge über zahlreiche Treppen bis in eine Tiefe von 135 m, während der Sie auf unterirdische Kapellen mit beeindruckenden Salzkunstwerken treffen.
Am Nachmittag ist ein Spaziergang durch den jüdischen Stadtteil Kazimierz vorgesehen, der sich aus Dörfern vor den Toren Krakaus entwickelte und nach König Kasimir dem Großen benannt wurde. Im 14. Jahrhundert entstand eine eigene jüdische Siedlung im Osten der Stadt, die von einer Mauer umgeben wurde. Es wurden Synagogen und Schulen gebaut, seit 1800 ist Kazimierz ein Stadtteil von Krakau. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten nur wenige Juden, die den Holocaust überlebt hatten, hierher zurück. Einen Aufschwung erlebte Kazimierz 1993, als Steven Spielberg Teile seines Films Schindlers Liste hier drehte. Heute sind viele Gebäude saniert und das Viertel wurde zu einem beliebten Anziehungspunkt für in- und ausländische Besucher.
Am Abend kehren Sie in ein typisch galizisches Restaurant ein und genießen eine traditionelle südpolnische Küche.
■ Die Regionalküche Galiziens (nicht zu verwechseln mit dem spanischen Galicien) weist, historisch bedingt, viele Einflüsse der österreichischen, ungarischen und der schlesischen Küche auf. Sie reicht von ungarischem Gulasch, über Tiroler Knödel, Krakauer-Wurst und Spätzle, bis hin zu galizischen Piroggen (Teigtaschen), die mit Katoffeln und Frischkäse gefüllt sind. In der ländlichen Bauernküche war der Genuss von Fleisch auf Festtage beschränkt.
4. Tag: Von Krakau über Kalwaria Zebrzydowska und das Goralendorf Chochołów nach Zakopane
Nach dem Frühstück fahren Sie bis in das berühmteste polnische Bergressort: Zakopane am Fuße der Hohen Tatra.
Auf dem Weg dorthin erreichen Sie zunächst Kalwaria Zebrzydowska (4600 Einwohner, UNESCO-Welterbe), wo der Krakauer Woiwode Mikołaj Zebrzydowski 1601 eine Kapelle nach dem Vorbild der Jerusalemer Golgatha-Kapelle stiftete. 1604 begann auf seine Initiative der Bau des Klosters mit der Klosterkirche, die nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche entstehen sollte. Verantwortlich dafür waren der italienische Baumeister Giovanni Maria Bernadoni sowie der flämische Architekt und Goldschmied Paul Baumgarth. Der von Mikołaj Zebrzydowski begonnene Bau des Kalvarienbergs wurde von den nachfolgenden Generationen seiner Familie fortgesetzt. So entstand im Lauf der Jahrzehnte ein rund sieben Kilometer langer Weg mit 42 Kapellen in der hügelen Landschaft, der den Leidensweg Christi darstellt. Das lateinische Wort Calvaria bedeutet Leiden. Das gesamte Ensemble wurde 1999 als bisher einziger Kreuzweg in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Nur 20 km von Zakopane entfernt liegt das Dorf Chochołów, das für seine einzigartige Architektur aus Holz im urigen Goralen-Stil bekannt ist. Das Dorf gilt als ein lebendiges Freilichtmuseum, in dem zahlreiche 100 bis 200 Jahre alte Bauernhäuser immer noch bewohnt sind. Den meisten von ihnen sieht man ihr Alter gar nicht an, weil sie von ihren traditionsbewussten Inhabern liebevoll gepflegt werden. Und wie das genau gemacht wird, erfahren Sie während Ihres Aufenthalts in Chochołów.
Fahrt zur Übernachtung (2 Ü) und zum Abendessen in Zakopane.
■ Mit rund 25.000 Einwohnern ist Zakopane in einem weiten Tal am Fuße der Hohen Tatra in 833-1130 m die höchstgelegene Stadt in Polen. Die Stadtbebauung macht nur knapp 18%, die landwirtschaftliche Nutzfläche 31% und die Wälder über 50% der gesamten Fläche der Gemeinde aus. Erst im Mittelalter gegründet, ist Zakopane heute besonders als Wintersportregion bekannt, bei uns besonders durch die seit 1980 auf der Sprungschanze Wielka Krokiew regelmäßig stattfindenden Skisprung-Weltcup-Wettbewerbe. Die 1925 erbaute Schanze wurde 2016-2017 grundlegend modernisiert und die Hillsitze auf 140 m erhöht (Gesamthöhe der Anlage 89,11 m). Daneben ist die Stadt durch den hier entwickelten Zakopane-Stil mit eigener Holzarchitektur, der im Zeitalter des Jugendstils ab 1890 aus der regionalen Holzbau-Architektur hervorging.
Unterkunft im Zentrum von Zakopane (2 Übernachtungen) im ***Hotel Logos und in Sanok (2 Übernachtungen) im ***Hotel Wiki (oder vergleichbar)
5. Tag: Hohe Tatra
Die Hohe Tatra ist das höchste Bergmassiv der Karpaten. Über den Gipfel des Kasprowy Wierch verläuft die Grenze zwischen Polen und der Slowakei. Am Morgen unternehmen wir eine kurze Stadtrundfahrt durch Polens berühmten Wintersportort Zakopane, wobei Sie vor allem die weltbekannte Großschanze Wielka Krokiew, auf der im Winter Weltcup-Skispringen stattfinden, im Original sehen werden.
Der absolute Höhepunkt des heutigen Tages folgt unmittelbar danach: Die bereits 1937 in Betrieb genommene Seilbahn pendelt zwischen Zakopane und dem 1987 Meter hohen Gipfel Kasprowy Wierch, der mitten im Nationalpark Hohe Tatra liegt. Nach einer eindrucksvollen Seilbahnfahrt erwartet Sie das herrliche und atemberaubende Bergpanorama der Hohen Tatra. Am Nachmittag können Sie im Ortszentrum von Zakopane in der bekannten Fußgängerzone Krupówki flanieren, wo Sie zahlreiche Lokale, Cafés und Souvenirläden erwarten. Die Holzarchitektur der alten Marienkirche, oder die des alten Friedhofs, werden dabei gewiss ebenfalls attraktive Objekte sein.
Abendessen in einem Goralenrestaurant mit Musik.
■ Die Goralen sind eine westslawische ethnische Gruppe im Grenzgebiet zwischen Polen, Slowakei und Tschechien, die vor allem auf polnischer Seite beheimatet sind, die Mundarten des Kleinpolnischen mit slowakischen und tschechischen Einflüssen sprechen.
■ Das UNESCO-Biosphärenreservat ist das höchste Teilgebirge der Karpaten und gleichzeitig ein geologisch relativ junges Faltengebirge, das bis ins Miozän (23-5 Mio. Jahre vor heute) im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung entstand. Noch im Eozän (bis 34 Mio. Jahre vor heute) befand sich hier noch ein Flachmeer. Die Granitgesteine der Tatra sind mit rund 315 Mio. Jahren deutlich älter und wurden erst durch die Hebung während der Gebirgsbildung und Erosion der überlagernden Sedimentgesteine freigelegt. Die gesamten Karpaten erstrecken sich von hier in einem weiten Bogen mit über 1300 km Länge um die Ungarische Tiefebene, über die Ukraine und Rumänien bis nach Serbien. Das höchste Massiv der Hohen Tatra, mit 2655 m Höhe, befindet sich in der Slowakei. Unterhalb der Waldgrenze befindet sich das größte noch bestehende, geschlossene Laubwaldgebiet Europas, in dem über ein Drittel der in Mitteleuropa noch frei lebenden Bären, Wölfe und Luchse beheimatet ist. Im Gegensatz zu den Alpen ist, mit Ausnahme der Hohen Tatra, das Gebirge bislang nur wenig vom Tourismus beeinflusst.
6. Tag: Von Zakopane nach Sanok
Heute ist vor allem der Weg das Ziel, denn auf teilweise recht kleinen Straßen durchfahren wir die Westkarpaten (Beskiden) Richtung Osten. Auf dem Weg sind u.a. Zwischenstopps in Dębno mit seiner alten Holzkirche und seltenen Wandgemälden (UNESCO-Welterbe) sowie im ältesten Landschaftspark Europas, im Durchbruchstal des Flusses Dunajec, das wir mit einer gemächlichen Floßfahrt durchfahren, vorgesehen. Die Weiterfahrt bis nach Sanok erfolgt durch die Slowakei, durch recht abgelegene, wunderschöne Landschaften südlich entlang des Hauptkamms der Beskiden (Pieninen-Nationalpark in der Slowakei).
■ Dębno: eine Auswahl von sechs Holzkirchen in Kleinpolen wurden 2003 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Sie zählen zu den am besten erhaltenen gotischen Holzkirchen, wie sie für den Westen des Karpatenvorlandes typisch sind. Die Pfarrkirche des Erzengels Michael im nur rund 700 Einwohner zählenden Dębno wurde 1490 erbaut und besitzt ein Kreuz von 1380.
■ Der Dunajec, ein 247 km langer Zufluss zur Weichsel. An der Furt der alten Weichsel-Theiß-Handelsstraße entstand auf der slowakischen Seite das Rote Kloster gegründet. Daran schließt sich der bis zu 300 m tiefe Gebirgsdurchbruch des Flusses durch die Pieniny an. Auf der polnischen Seite werden Abfahrten auf Holzflößen organisiert, die ca. 2 Stunden dauern und auch für Kinder und ältere Menschen geeignet sind.
7. Tag: Waldkarpaten
Die Stadt Sanok - das Tor zu den Bieszczady (Gebirgsabschnitt der Ost-Beskiden und westlichen Waldkarpaten). Nach dem Stadtrundgang werden Sie das unweit der Stadt das 1958 eröffnete und einzigartige Freilichtmuseum der Volksbauweise ausführlich besichtigen - es ist nicht nur das größte dieser Art in Polen, sondern auch eines der bekanntesten in ganz Europa. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um dem fast vollständigen Verschwinden der lokalen Kultur entgegenzuwirken. Der ethnographische Park zeigt mehr als 100 historische Holzbauten, darunter wertvolle alte Holzkirchen und Lemkenkirchen mit originalen Ikonostasen, alten Wandmalereien lokaler Künstler. Die typischen Bauernhöfe, Speicher und Wirtschaftsgebäude, Wasserkraft- und Windmühlen sowie ein original nachempfundenes galizisches Marktdorf aus dem 19. Jahrhundert mit einem Wirtshaus erinnern an vergangene Tage. Die meisten der in Holz- bzw. Blockhüttenbauweise errichteten Gebäude können von innen besichtigt werden und sind mit original Mobiliar sowie Alltagsgegenständen ausgestattet, sodass Sie außerordentlich viel über die traditionelle Lebens- und Arbeitsweisen der polnisch-ruthenischen Bevölkerung des Karpatenvorlandes erfahren, außerdem der Walddeutschen, Lemken und Bojken. Alle Gebäude sind neben der entsprechenden Ausstattung teilweise mit Haustieren versehen, so dass das Landleben vergangener Zeiten in lebendiger Art und Weise nachvollzogen werden kann.
Fahrt zum Solina-Stausee, wo die malerische Seilbahn eine Attraktion und einzigartige Möglichkeit bietet, die Landschaften des Solina-Sees und Bieszczady von oben zu bewundern.
■ Hinter der fast 82 m hohen Staumauer erstreckt sich mit rund 22 km² Fläche und einer Tiefe bis zu 60 m der größte Stausee Polens. Der 1968 angelegte See dient vor allem als Schutzspeicher gegen Überflutungen der San und mit 200 Megawatt Leistung der Stromerzeugung. Er wird auch als Badesee genutzt.
■ Die auch als Beskiden bezeichneten Westkarpaten gehen Richtung Osten in die Waldkarpaten über. Bereits der Neandertaler hat hier seine Spuren hinterlassen. In die bis heute recht dünn besiedelten Gebirgslandschaften kamen während der Völkerwanderung verschiedene slawische Stämme. Bis ins 14. Jh. beschränkten sich Abholzungen meist auf tiefer gelegene Regionen zum Zweck des Ackerbaus zur Selbstversorgung. Die Almwirtschaft kam erst im Spätmittelalter und wurde bis in Höhen von 2000 m betrieben. Seit den 1960er Jahren wurde die Almwirtschaft durch Tourismus ersetzt, der sich auf polnischer Seite vor allem um den Wintersportort Zakopane konzentriert (s. 5. Tag). Ehemalige Almen wurden zu Berghütten umfunktioniert. Um Zakopane ist die Góralenkultur beheimatet, während in den Waldkarpaten die Lemken, Bojken und Doljanen, drei russinische Volksgruppen, die bis zu ihrer Vertreibung 1947 überwiegend im Südosten Polens lebten. In der teilweise menschenleeren Region wurde 1973 der Bieszczady-Nationalpark eingerichtet, der seit 1992 Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Ostkarpaten ist.
Unterkunft in der Altstadt von Zamość (1 Übernachtung) im ***Hotel Jubilat, im Zentrum von Lublin (2 Übernachtungen) im ****Hotel Focus Premium und erneut in der Altstadt von Krakau (1 Übernachtung) im ***Hotel Campanile (oder vergleichbar)
8. Tag: Von Sanok nach Zamość
Auf dem Weg nach Zamość nehmen wir uns in Łańcut (Landshut) Zeit für eine der schönsten polnischen Residenzen, die für ihre vortrefflichen Wohninnenräume und eine interessante Kollektion von Pferdekutschen bekannt ist. Der 1629-1641 im Barock errichtete und 1889-1911 umfangreich restaurierte Palast ist von einem alten, malerischen Park in englischem Stil umgeben.
9. Tag: Zamość bis Lublin
Zamość wurde von Jan Zamoyski nach dem Vorbild italienischer Vorstellungen einer idealen Stadt gegründet und ist heute als die Perle der polnischen Renaissance berühmt. Ab 1578 war der venezianische Baumeister Bernardo Morando sein Architekt. Das historische Zentrum von Zamość wurde 1992 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Auf unserem Stadtrundgang werden Sie u.a. den großen Marktplatz - einer der schönsten Plätze Europas aus dem 16. Jh. mit dem prächtigen Rathaus, armenischen Häusern und Arkaden sehen. Des Weiteren natürlich auch die Kollegiatkirche (Kathedrale der Auferstehung, 1587-1630), die ebenfalls nach Entwürfen Bernardo Morandos erbaut wurde und zu Polens schönsten Kirchen aus der Zeit des Manierismus gehört, St. Thomas der Apostel, die ehemalige Klarissenkirche am Wasserplatz, historische Stadttore und Befestigungen, den Salzmarkt, die Synagoge (1610-1618) sowie das Geburtshaus von Rosa Luxemburg. Weiterfahrt nach Lublin, wo wir unser nächstes Quartier beziehen und am Abend erneut die polnische Küche genießen werden.
■ Mit rund 340.000 Einwohnern ist Lublin die größte polnische Stadt östlich der Weichsel, die ihren ersten großen Aufschwung durch eine günstige Lage an den wichtigen Handelsrouten zwischen Krakau und Wilna, sowie Breslau und Kiew erfuhr. 1569 wurde hier die Einrichtung eines einheitlichen polnisch-litauischen Staats vollzogen. 1795 kam die Stadt zu Österreich, 1837 zu Russland. Während der NS-Besatzung war Lublin Hauptsitz der Aktion Reinhardt, mit dem Ziel der Ermordung aller Juden und Roma. Auf der Burg wurde ein Gestapo-Gefängnis eingerichtet, das durch das totalitäre Nachkriegspolen bis 1954 weitergenutzt wurde. Nach der politischen Wende erhielt die Stadt 2017 den Europapreis für herausragende Leistungen um den europäischen Einigungsgedanken.
10. Tag: Lublin & Kazimierz Dolny
Lublin gehörte zu den wichtigen Zentren in der polnischen Geschichte. 1569 wurde hier die Lubliner Union geschlossen. 1809 und 1944/45 war Lublin kurzzeitig Hauptstadt eines neuen polnischen Staates. Besichtigung der Altstadt, die als kulturelle Perle im Osten Polens besticht - lange Zeit lag sie im Schatten anderer Städte, doch mittlerweile ist Lublin wieder ein beliebtes Reiseziel. Zu den Höhepunkten zählen zweifelsohne der Rynek-Marktplatz mit seinen Baudenkmälern, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, sowie das Schloss und die vielen Kirchen. Als Kultur- und Wissenschaftszentrum wird es in Lublin niemals langweilig! Eine mittelalterliche Stadtmauer, ihre Tore und ein Aussichtsturm sorgen für Abwechslung.
Am Nachmittag unternehmen wir von hier aus einen Abstecher nach Kazimierz Dolny, das schon seit dem 19. Jahrhundert als herausragendes, historisch-architektonisches Ausflugsziel gilt und seit Jahrzehnten bei Künstlern beliebt ist. Die Anfänge der heute nur rund 2600 Einwohner zählenden Stadt reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die Blütezeit fand jedoch schon ab 1656 mit den Schwedenkriegen ein Ende. Alle Bauten von Kazimierz wurden aus weichem örtlichen Kalkstein errichtet. Das leicht zu bearbeitende Material erlaubte eine phantasievolle Gestaltung der Fassaden. Die Bürgerhäuser wurden mit steilen, nach innen geneigten Dächern gedeckt, die von der Straßenseite mit extrem hohen Attiken verstellt wurden. Diese Attiken wurden oben mit steinernen Pinakeln und Voluten verziert. Die am Weichselufer errichteten Speicher hatten zwar normale Firstdächer, aber die Giebel wurden auch hier reich ornamentiert. Von einer Anhöhe bietet sich ein unvergesslicher Blick über die umliegenden Dörfer, Wälder und Hügel in der von der Weichsel durchflossenen Lößlandschaft.
■ Löß: homogenes, hellgelb-graues Sediment, welches überwiegend durch Wind transportiert und abgelagert wird. Rund 10 % der Erdoberfläche werden von Löß bedeckt, der vor allem in der heutigen gemäßigten Klimazone verbreitet ist. Er wurde zum größten Teil in den quartären Kaltzeiten aus den nicht mit Eis bedeckten und vegetationsfreien Landflächen ausgeweht und ist heute das Ausgangssubstrat für die ackerbaulich günstigsten Böden weltweit.
11.Tag: Von Lublin über Sandomierz nach Krakau
Auf dem Weg zurück nach Kraukau widmen wir uns ausführlich der Stadt Sandomierz, die zu den bedeutendsten Städten im polnischen Abschnitt der Via Regia zählt und bereits im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sandomierz wurde 1138 zum Zentrum und Hauptort des kleinpolnischen Herzogtums Sandomir. Aus der Romanik stammt die Sankt-Jakobs-Kirche (1226), das älteste ganz aus Backstein errichtete Gebäude im Königreich Polen, aus der Gotik sind v.a. die Kathedrale St. Marien (1340), das Rathaus und das Opatów erhalten, im Süden wird die Stadt vom Collegium Gostomianum aus der Renaissance überragt, der Stary Rynek wird v.a. durch Bürgerhäuser des Barock flankiert, ebenso stammen mehrere Kirchen und die Synagoge aus dieser Zeit.
12 Tag: Rückreise
Rückflug - voraussichtlich Direktflug mit LOT von Krakau nach Frankfurt (13:05-14:45)
Sie können sich das Reiseprogramm auch als (druckbare) PDF-Datei herunterladen:
Detailliertes Reiseprogramm