MIT TAJ MAHAL & DELHI

Reiseprogramm

1.-3. Tag: Anreise / Delhi erleben / Ort der sieben Städte

4.-5. Tag: Flug Delhi nach Udaipur / Udaipur

6.-7.Tag: Aravali-Berge, Kumbalgarh, Ranakpur / Luni / Ranakpur nach Jodhpur

8-9.Tag: Jodhpur nach Pokaran / Ausflug nach Jaisalmer

10.-11.Tag: Durch die Wüste via Bikaner nach Nawalgarh

12.-13.Tag: Nawalgarh nach Jaipur / Amber und Jaipur

14.-16.Tag: Jaipur nach Fatehpur Sikri, weiter nach Agra / Agra nach Delhi / Rückreise

BAUSTELLE

Die Hauptstadt Indiens mit dem Regierungssitz ist Neu-Delhi, wobei, wie der Name schon vermuten lässt, Neu-Delhi relativ jung ist und ein älteres Delhi existieren muss. Neu-Delhi ist das während der britischen Kolonialzeit ab 1912 planmäßig angelegte Regierungsviertel im Süden von Alt-Delhi bzw. Shahjahanabad. Neu-Delhi zeichnet sich durch koloniale Architektur, gerade repräsentative Alleen und Parkanlagen aus. Das junge Neu-Delhi ist gleichzeitig Teil der viel größeren Hauptstadt-Metropolregion Delhi mit mehr als 20 Mio. Einwohnern. Zählt man die in anderen Bundesstaaten gelegenen Großstädte wie Gurugram, Faridabad, Noida und weitere mit dazu, entsteht ein Verdichtungsraum mit nahezu 35 Mio. Menschen.

Wenn bei Delhi vom Ort der sieben Städte die Rede ist, dann deshalb, weil auf dem Gebiet des heutigen Delhi ab dem Mittelalter und vor allem in der Mogulzeit sieben Stadtgründungen stattgefunden haben. Die so im Laufe der Zeit gegründeten Städte wurden nach Zerstörung oder Auflassung jeweils an einem anderen Ort in der Nähe unter anderer Herrschaft neu errichtet.

Zum Ende des 12. Jahrhunderts eroberten islamische Völker aus dem Norden die Gegend um Delhi und der letzte hinduistische König verlor seine Macht. Die muslimische Herrschaft in Delhi dauerte bis zur britischen Kolonialzeit, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass sich in Delhi so viele muslimische Monumente erhalten haben.

Die muslimischen Eroberer errichteten im Laufe der Zeit sieben Städte. Die erste muslimische Stadtgründung befand sich dort, wo wir heute den so genannten Qutb-Komplex mit dem großen Sieges-Minarett und den Ruinen der ersten Moschee Delhis finden. Der Qutb-Minar gilt als ein herausragendes frühes Meisterwerk der indo-islamischen Architektur mit UNESCO-Welterbe-Status und Bauzeit Ende 12. / Anfang 13. Jahrhundert. Das Qutb-Minar ist ein fünfgeschossiger Turmbau aus rotem und hellem Sandstein mit einer Höhe von 73 m, eine Meisterleistung der damaligen Zeit und noch heute beeindruckend. Der Qutb-Minar-Komplex ist unser erstes Besichtigungsziel, nachdem wir in Delhi angekommen sind. Vor der Besichtigung nehmen wir aber erst einmal ein ausgiebiges und gemütliches Frühstück ein. Die nebenstehenden Bilder zeigen den Qutb-Minar im mystischen, morgendlichen Frühnebel.

Weitere Stadtgründungen sind Siri, Tughlaqabad, Jahanpanah, Firozabad, Shergarh und als 7. Gründung Shahjahanabad von Mogul-Kaiser Schah Jahan, der auch der Erbauer des Taj Mahal in Agra war. Diese Gründung zur Mitte des 17. Jahrhunderts ist das eigentliche Old-Delhi (Alt-Delhi) mit dem Roten Fort und der Jama Mashid, der großen Moschee von Delhi. Neu-Delhi ist letztlich also die 8. Stadt, welche die Briten hinzufügten.

Auf unserem Weg durch die reiche Geschichte Delhis besuchen wir u.a. die Lodhi-Gärten. Der Name geht auf die paschtunische Lodhi-Dynastie zurück, die ab 1451 bis zur Machtübernahmee der Mogul 1526 das Sultanat von Delhi regierten. Der Park ist eine 360.000 Quadratmeter große Parkanlage, die von der Bevölkerung gerne zum Picknicken aufgesucht wird. Für uns Reisende sind neben dem bunten Leben im Park auch mehrere Mausoleen und weitere Bauten aus dem 15. und 16. Jahrhundert interessant, wie das Bara-Gumbad mit Moschee und Sheesh-Gumbad. Der Begriff Gumbad stammt aus dem Persischen und bezeichnet einen Kuppelbau, oft einen überkuppelten Grabbau, was beim Sheesh-Gumbad zutreffend ist, während das Bara-Gumbad einem anderen Zweck diente. Am späteren Nachmittag Check-in ins Hotel, Ausruhen und Abendessen.

Der nächste Tag beginnt mit einer wunderbaren Sehenswürdigkeit, dem Humayun-Mausoleum (UNESCO-Welterbe). Dieses Mausoleum gilt als Vorbild für den Taj Mahal. Es handelt sich dabei um den Grabbau von Nasiruddin Muhammad Humayun (1508-1556), dem nach Babur Schah (1483-1530) zweiten Großmogul Indiens. Dieser im Gegensatz zum Taj Mahal ohne rahmende Minarette ausgeführte Grabbau liegt in einem weiten, geometrisch angelegten, von Wasserläufen durchzogenen Park. Die Anlage entspricht einem Char-Bag persischen Ursprungs, also einem vier geteilten Garten. Der Garten wird dabei durch vier in jede Himmelsrichtung gehende Wasserkanäle geteilten. Die vier Wasserläufe, die sich in der Mitte in einem erhöhten Brunnen treffen symbolisieren die vier Flüsse des Paradieses.

Mit dem Grabbau selbst wurde 1562 begonnen, die Fertigstellung erfolgte 1571 und war ein Prestigeprojekt der Moguldynastie, denn Mausoleen dieser Dimension werden meist nicht für den Toten, sondern zur Beeindruckung der Lebenden mit einem innewohnenden Herrschaftsanspruch errichtet. Das mit rotem Sandstein und weißen Marmorintarsien verkleidete monumentale aber doch unglaublich elegante Bauwerk thront auf einer sieben Meter hohen Terrasse und kann auch im Inneren begangen werden. Es erwarten Sie großartige Eindrücke im Park, von Außen und Innen!

Nach dem morgendlichen Genuß der Anlage des Humayun-Mausoleums im historischen Stadtteil Nizzamuddin geht es weiter in den Teil der Stadt mit seinen teils engen Gässchen und unendlich vielen kleinen Läden, welchen man als Old-Delhi bezeichnet. Einen Eindruck davon gewinnen wir bei einer Fahrt mit Fahrrad-Rikschas durch das Gewimmel der Altstadt.

Im Anschluss besuchen wir den goldenen Sikh-Tempel von Delhi, in dem das Fotografieren streng verboten ist, weshalb kein Bild am Rande eingestellt ist. Der Besuch ist allemal ein Erlebnis und führt uns bis in die Großküche, wo täglich für tausende Menschen kostenlos Essen zubereitet und gemeinsam gegessen wird.

Wenn man erst zwei Tage in Indien ist und den deutschen Straßenverkehr gewohnt, kommt man auf der Fahrt mit unserem Exkursionsbus zur nächsten Sehenswürdigkeit aus dem Staunen nicht heraus. Der Verkehr ist so dicht, dass man die eigentliche Straße gar nicht mehr sehen kann, Autos, Lastfahrzeuge, Tuktuks, Busse, Kühe, alles auf einem Haufen, der sich ohne zu stauen, langsam wie ein organischer Strom in eine Richtung bewegt. Dies alles unter dem typischen, von den Tuktuk-Hupen getragenen Straßenlärm, der für Indien so typisch ist.

Ziel erreicht: Die große Freitags-Moschee von Delhi (Jama Masjid) ist die größte Moschee ganz Indiens und eine der größten historischen Moscheen weltweit. Die Moschee liegt nur etwa einen halben Kilometer vom Roten Fort Delhis entfernt. Das Rote Fort in Delhi werden wir nicht besuchen, da wir das fast baugleiche und unter demselben Herrscher (Schah Jahan) erbaute Rote Fort in Agra ausgiebig besichtigen werden. Zurück zur großen Moschee: Sie wurde zwischen 1650 und 1656 unter der Herrschaft Schah Jahans (auch Erbauer des Taj Mahal) errichtet.

Erbaut wurde die Moschee auf einem künstlich aufgeschütteten Plateau von 9 m Höhe, das durch beeindruckende Freitreppen und Torbauten von drei Seiten zugänglich ist. Das große östliche Doppeltor war dabei alleine dem Mogul-Kaiser vorbehalten. An der Stirnseite des gewaltigen Moschee-Hofes (90x90 m) erhebt sich der eigentliche Moscheebau gerahmt von zwei großen, 40 m hohen Minaretten und einem großen als Iwan ausgeführten Portal mit drei zwiebelförmigen Kuppeln. Wie schon beim Humayun-Mausoleum besteht die Fassadenverkleidung aus roten Sandsteinplatten mit weißen Marmorintarsien. Die herrliche Moschee mit ihren wunderbaren Details kann ohne Schuhe und in angemessener Kleidung in allen Teilen besichtigt werden.

Nach dem Besuch eines historischen Stufenbrunnens führt uns eine Besichtigungsfahrt durch das das Regierungsviertel von Neu-Delhi mit seinen repräsentativen Boulevards und Kolonialgebäuden. Unser letztes Ziel des Tages ist das Haus, heute Museum und Gedenkstätte, in dem Mahatma Gandhi am Ende seines Lebens als Gast wohnte und dort im Park des Anwesens einem Attentat zum Opfer fiel. Mit Gandhi, einem der wichtigsten Persönlichkeiten des Neuen Indiens sowie einem Blick auf Indiens Kolonialgeschichte beenden wir das Programm für diesen Tag und freuen uns nach Rückkehr auf das sehr gute und vielfältige Abendessen in unserem Hotel.

Sie können sich das Reiseprogramm auch als (druckbare) PDF-Datei herunterladen:
Detailliertes Reiseprogramm