Sicilia terra mia – mein Sizilien - von Palermo über die Inseln des Windgottes bis Syrakus

Überblick

1.–4. Tag: Palermo und Umgebung
4.–7. Tag: Filicudi
7.–10. Tag: Taormina und Umgebung

Für Details und weitere Informationen klicken Sie bitte auf untenstehende Reiseabschnitte:

Von Stuttgart aus geht es via Direktflug nach Palermo, wo wir in einem kleinen, palermitanischen Hotel mit viel italienischem Charme inmitten der quirligen Altstadt untergebracht sind. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind von hier aus zu Fuß erreichbar.

Insgesamt stehen für Palermo und sein Umland drei Tage zur Verfügung.

Am Nachmittag des ersten Tages wollen wir uns zunächst, bei einem kleinen Stadtspaziergang vom Hotel aus, in der Altstadt orientieren, erste Eindrücke sammeln und deren Besonderheiten und Aufbau verstehen lernen. Anschließend lassen wir uns in einem der kleinen Ristorante der Altstadt nieder und genießen unser erstes sizilianisches Abendessen.

Der 2. Tag führt dann zu den großen Sehenswürdigkeiten, wie der Kathedrale mit den Staufergräbern, dem Normannenpalast mit der Capella Palatina oder San Giovanni degli Eremiti. Für außergewöhnliche und niemals langweilige Führungen sorgt unser langjähriger lizenzierter Stadtführer, der Historiker Maurizio Rotolo. Er wird den ganzen Tag mit uns verbringen und uns an seinem geliebten Palermo auf besondere Weise teilhaben lassen.

Dazu gehören eben nicht nur die von allen besuchten Hauptsehenswürdigkeiten, sondern vor allem auch die Stadt als organischer Körper selbst mit ihren Menschen und Geschichten, Gassen und orientalisch anmutenden Märkten, Pracht und Verfall, Reichtum und Armut nebeneinander.

Wenn es möglich ist, werden wir zum Abschluss am Nachmittag eine Sondervorstellung des traditionellen palermitanischen Puppentheaters im Teatro Argento besuchen. Es ist eines der letzten „Teatro dei Pupi“ im Familienbetrieb in Palermo.

Großvater, Vater und Enkel bewegen die schweren, in Handarbeit gefertigten Puppen mit so manchem Spezialeffekt über die Bühne. Ob man italienisch versteht oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Sie werden alles verstehen im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Ein Blick hinter die Kulissen nach der Vorstellung zeigt uns, wie alles funktioniert.

Was wäre Palermo ohne eine Fahrt nach Monreale! Der Dom ist ein Kulturdenkmal von Weltrang, dessen Innenraum auf tausenden Quadratmetern komplett mit den herrlichsten Goldmosaiken überzogen ist. Das Thema: Die komplette Bibel in Bildersprache.

Nach der Rückeroberung Siziliens durch die Normannen entstanden an vielen Orten der Insel prächtige, mit Goldmosaiken ausgestattete Kirchen. Nirgendwo aber wurden die gewaltigen Dimensionen Monreales erreicht oder sind die Mosaiken so vollständig erhalten geblieben.

Gleichzeitig ist die Kathedrale auch bildliches Zeugnis für die zu dieser Zeit tolerante, weltoffene Herrschaft der Normannenkönige auf Sizilien, die ein multikulturelles Zusammenleben auf der Insel ermöglichte und in der Kunst eine wunderbare Synthese aus arabischen, byzantinischen und westlich-romanischen Stilelementen zur Blüte gebracht hat.

Ein weiterer Höhepunkt Monreales ist der von der Kathedrale direkt aus nicht erreichbare und deshalb viel weniger besuchte Kreuzgang des angeschlossenen Klosters. Ein unbedingtes Muss!

Um das Bild von diesem Teil der Insel abzurunden, geht es von Monreale aus etwas weiter ins gebirgige Hinterland mit seinen typischen Dörfern und Landschaftselementen hinein. Eine kleine Wanderung mit naturkundlichen Erläuterungen führt uns zum wenig bekannten aber sehr sehenswerten archäologischen Park auf dem Monte Jato.

Auf der Gipfelverebnung des flachen Berges findet man die, zum Teil noch in Ausgrabung befindlichen, antiken Ruinen einer alten Elymerstadt (vorgriechische Bewohner Westsiziliens). Neben der antiken Stadtanlage würde aber schon der herrliche Ausblick allein, den ca. 40-minütigen, bequemen Aufstieg lohnen.

3 Übernachtungen im Hotel in Palermo

Am Morgen des 4. Tages geht die Fahrt von Palermo aus mit unserem privaten Exkursionsbus entlang der Nordküste bis Cefalú. Es verbleibt uns dort etwas Zeit zur Besichtigung der malerischen Altstadt und des Normannendomes, bevor wir mit dem Tragflügelboot von Cefalu aus via Alicudi nach Filicudi aufbrechen.

Aufgrund staatlicher Sparmaßnahmen wird diese Verbindung jedoch immer mehr auf die absolute Hochsaison beschränkt. Falls die Verbindung nicht zur Verfügung steht, fahren wir weiter bis Milazzo und erreichen Filicudi von dort über Vulcano, Lipari und Salina.

Die nur 9,5 qkm große erloschene Vulkaninsel Filicudi mit weniger als 300 Einwohnern gehört zum äolischen Archipel, den sieben Inseln, die in der Antike dem Windgott Äolus zugeschrieben wurden. Die Insel blieb wegen ihrer abgelegenen Lage und der Auflagen im Zusammenhang mit dem Status eines Weltnaturerbes vom Massentourismus bisher verschont. Sie bietet Natur pur und Ruhe, die wir in unserer hektischen Zeit kaum mehr finden können.

Der Aufenthalt auf Filicudi ist als vollkommener Kontrast zur quirligen, gerade erst erlebten Metropole Palermo gedacht. Auf Filicudi wird Gemächlichkeit und die Natur das Programm bestimmen.

Untergebracht sind wir in einem kleinen komfortablen Hotel, das sich im typisch äolischen Baustil terrassenförmig hoch über dem kleinen Hafen von Filicudi an den Hang schmiegt. Die Aussicht vom Hotel und allen Zimmern ist atemberaubend schön.

Der Blick schweift weit über das Meer. Die Inseln Stromboli, Salina, Lipari und Vulcano bilden das Panorama in der Ferne. Die auf fangfrischem lokalem Fisch basierende Küche des kleinen familiengeführten Hotels ist weithin berühmt.

Auf Filicudi steht eine naturkundliche Wanderungen zum verlassenen Dorf Zucco Grande auf dem Programm (reine Gehzeit ca. 3 Stunden hin und zurück, einige Treppenanstiege). Das tiefblaue Meer stets vor Augen wandern wir auf einem alten Eselspfad an der Flanke eines erloschenen Vulkans durch die typische Insellandschaft.

Zu sehen und zu erläutern gibt es dabei die Planzen einer in allen Farben des Grünspektrums die Hänge bedeckenden Macchia, die vulkanischen Elemente der Inselnatur sowie deren Besiedlungsgeschichte und Landnutzung im Wandel der Zeit. Bei klarem Wetter hat man wunderschöne Weitblicke bis Stromboli.

Mit etwas Glück treffen wir in Zucco Grande den einzigen Bewohner des verfallenen Dorfes, das während der großen Auswanderungswellen im 19. Jh. aufgegeben wurde. Giovanni, genannt der Eremit, ist der einzige Bewohner und wenn er nicht gerade beim Pilze sammeln ist, die er im kleinen Laden am Hafen verkauft, dürfen wir vor dem Rückmarsch mit Sicherheit seine Gastfreundschaft bei einem starken Espresso auf der Veranda seines bunten Hauses genießen.

Bei entsprechenden Wetterverhältnissen umrunden wir außerdem mit einem Fischerboot die Insel, um die gewaltige Felsnadel des La Canna Felsen zwischen Filicudi und Alicudi sowie die blau erstrahlende Lava-Grotte Bue Marino zu sehen. Neben diesen als augenfällige Hauptsehenswürdigkeiten geltenden Naturschönheiten gibt es aber weitaus mehr zu bestaunen.

Eine Fahrt um die Insel lässt erst die schöne und manchmal rauhe Vielfältigkeit der Inselküste hautnah erleben. Das Meer nagt kontinuierlich an der seit über 30.000 Jahren als erloschen geltenden Insel. Die Arbeit der Küstenerosion schuf dabei malerische Buchten und schroffe Steilküsten, die das geologische Innenleben der Insel in gewaltigen Aufschlüssen anschaulich werden lässt.

An diesem Tag führt außerdem noch eine weitere kleine Wanderung (reine Gehzeit ca. 1,5 Stunden hin und zurück, Treppenanstieg) zu den bronzezeitlichen Ausgrabungen auf dem Capo Graziano, das einer ganzen Epoche mit der "Capo Graziano Kultur" ihren Namen gab.

Nach drei Tagen Inselleben verlassen wir am 7. Tag nach dem Frühstück Filicudi. Mit dem Tragflügelboot geht es über Salina, Lipari und Vulcano, bis Milazzo auf dem sizilianischen Festland. Dort wartet unser Exkursionsbus, der uns auf einer schönen Strecke nach Taormina an der Ostküste bringt. Eine erlebnisreiche Tour mit vielen Eindrücken.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Taormina, die "Perle Siziliens" mit seinem einmaligen Charme und der herrlichen Lage hoch über der Bucht von Giardini- Naxos. Nach einer Pause und nachdem wir unsere neue Unterkunft bezogen haben, unternehmen wir einen entspannten Stadtspaziergang, um die Anlage des Ortes und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, von der Porta Catania bis zum berühmten griechischen Theater, kennen zu lernen. Das Ende des Tages beschließen wir beim Abendessen in einem gemütlichen Ristorante in den malerischen Gassen von Taormina unweit unserer Unterkunft.

3 Übernachtungen im Hotel auf Filicudi

Für den letzten Teil der Reise ist Taormina unsere feste Station für die Ausflüge der kommenden Tage. Wegen der herrlichen Lage hoch über der Bucht von Giardini-Naxos mit Blick zum Ätna und der außergewöhnlich schönen Stadtanlage wird Taormina häufig als die „Perle Siziliens“ bezeichnet.

Die Unterbringung erfolgt auch hier in einem kleinen Hotel mit italienischem Flair und sehr guter Lage im historischen Zentrum, direkt am Anfang der malerischen Flanier- und Fußgängerzone, dem Corso Umberto mit seinen schönen Läden und Plätzen. Von der Frühstücksterrasse auf dem Dach öffnet sich eine herrliche Aussicht auf das Meer und den Ätna, die man bei schönem Wetter allmorgendlich genießen kann.

Nach dem Stadtrundgang am Vortag, geht es am 8. Tag unserer Reise mit unserem Exkursionsbus von Taormina aus zum Ätna. Auf der etwas mehr als einstündigen Fahrt zum größten aktiven Vulkan Europas nutzen wir die Zeit, nicht nur um neue Landschaftseindrücke zu sammeln, sondern auch für eine kleine Einführung zum geologischen Hintergrund und der Art des Vulkanismus am Ätna der auf der Kontinentalplattengrenze zwischen Afrika und Europa liegt.

Die gut ausgebaute Straße auf der Südseite des Berges über Zafferana führt uns bis zum Rifugio Sapienza in ca. 2000 m Höhe. Während der Fahrt auf dem Vulkan erleben wir mit zunehmender Höhe den Wandel der mediterranen Vegetation - von der immergrünen Hartlaubstufe im Meeresniveau, über die Edelkastanienwaldstufe, bis hinauf zu den sommergrünen Buchenwäldern. Darüber und dazwischen breitet sich eine einmalige Vulkanlandschaft aus, die entweder aus verschieden alten Lavaströmen besteht oder deren Oberfläche vom lockeren, schwarzen Auswurfsmaterial unzähliger Parasitärkrater bedeckt ist.

Vom Parkplatz des Rifugio Sapienza aus unternehmen wir eine kleine vulkanologische Wanderung (Dauer ca. 3 Stunden, reine Gehzeit ca. 1,5 Stunden hin und zurück). Unser Weg führt am Rande eines frischen Blocklavastroms aus dem Jahr 2001 zu den Kratern der Monti Calcarazzi, die im Jahre 1766 entstanden sind.

Zu entdecken gibt es neben einer faszinierenden Vulkanlandschaft eine ganze Reihe besonderer vulkanischer Formen, Lavatypen und Auswurfsmaterialien. Ebenso faszinierend ist es, die an diese spezielle Umgebung angepassten Pflanzen zu betrachten.

Auf dem Rückweg vom Ätna biegen wir kurz vor Giardini-Naxos in das Tal des Alcantara Flusses mit seiner berühmten Schlucht ein. Während der letzten Eiszeit wurde das Tal bei einem Flankenausbruch des Ätna von einem Lavastrom durchflossen, der bei Giardini-Naxos das Meer erreichte.

Später schnitt sich der kleine Fluss, seinem ehemaligen Lauf folgend, in den Lavastrom ein und schuf so die tiefe, enge Alcantara-Schlucht. Besonders schön und beeindruckend wurden so, die an ein Nebeneinander tausender Orgelpfeifen erinnernden, sechseckigen Basaltsäulen vom Wasser heraus präpariert.

Tag 9 ist führt uns noch ein Stück weiter die Ostküste entlang nach Süden bis Syrakus (UNESCO-Weltkulturerbe). Auf dem Weg nach Syrakus starten wir geologisch gesehen in Europa (Taormina) und verbringen den Tag in Afrika (Syrakus). Der normale Reisende nimmt diesen Schnitt höchst wahrscheinlich nicht wahr, Ihnen wird aber nicht entgehen, dass sich Geologie und Landschaftsformen tatsächlich charakteristisch verändern.

In Syrakus angekommen besuchen wir zuerst die archäologische Zone. Das Antike Syrakus gehörte während seiner Blütezeit in der Antike zu den größten und mächtigsten Städten der damals bekannten Welt. Die Stadtgrenzen des antiken Syrakus, das aus fünf verschiedenen Stadtteilen bestand, liegen zum Teil weit außerhalb der heutigen, viel kleineren Stadt mit ca. 130.000 Einwohnern.

Der Parco Archeologico della Neapoli, im antiken Stadtviertel Neapolis ist unser Ziel für den Vormittag. Hier findet man nicht nur das berühmte Theater, das zu den größten und beeindruckendsten der griechischen Welt zählte, sondern auch den gewaltigen Opferaltar Hierons II. mit 198 m Länge.

Ein Besuch der Latomien (Steinbrüche), wo einst das Baumaterial für die antike Stadt gewonnen wurde, ist eine weiteres lohnendes Ziel. Dies gilt vor allem für die künstliche Höhle (Ohr des Dionysios) in der Latomia del Paradiso mit ihrer außergewöhnlichen Akustik.

Zur Mittagspause und später zu verschiedenen Monumenten geht es anschließend in das antike Herz von Syrakus, den Stadtteil Ortygia, die heutige Altstadt. Sie wurde nach verheerenden Zerstörungen durch einem Erdbeben in fast stilreinem sizilianischen Barock wieder aufgebaut.

Neben den wichtigsten Sehenswürdigkeiten schenken wir vor allem dem Dom unsere Aufmerksamkeit. Auf den ersten flüchtigen Blick ein herrlicher Barockbau entpuppt er sich bei näherem Hinsehen als etwas ganz besonderes. In ihm steckt der antike griechische Haupttempel von Syrakus, der Tempel der Athena. Einst griechischer Tempel, dann Kirche, anschließend Moschee und wieder Kirche ... ein sakraler Ort seit Menschengedenken.

Zum Abschluss des Programms in Syrakus geht es noch in den antiken Stadtteil Achradina mit den sehr sehenswerten Katakomben von S. Giovanni und der Krypta des heiligen Marcianus. Die Krypta gilt als älteste Kirche der Stadt. Hier soll Paulus auf dem Wege nach Rom im Jahr 44 n. Chr. gepredigt haben.

Am 10. Tag Rückreise: Direktflug Catania - Stuttgart. Bei Flug ab Nachmittag bietet sich die Gelegenheit, den Morgen in Taormina für eigene Interessen zu nutzen oder zusammen mit dem Exkursionsleiter, den malerischen Ort Castel Mola hoch über Taormina zu besuchen.

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