Campania felix - Napoli und Campi Flegrei

Überblick

1. Tag: Anreise, Neapel
2. Tag: Phlegräische Felder Teil I
3. Tag: Schiffsfahrt nach Procida
4. Tag: Caserta
5. Tag: Phlegräische Felder Teil II
6. Tag: Neapel
7. & 8. Tag: Herculaneum, Rückreise

 

Für Details und weitere Informationen klicken Sie bitte auf untenstehende Reiseabschnitte:

Flug Stuttgart-Neapel. Ankunft gegen Mittag und Transfer zur Unterkunft. Am Nachmittag erster kleiner Orientierungs-Spaziergang durch unser Viertel zur Stadtgeographie Neapels.
Von der Piazza dei Martiri geht es über die Via dei Mille mit ihren schönen Geschäften und Cafes zur Funiculare di Chiaia (Standseilbahn), die auf den Vomero in die Nähe der Villa Floridiana führt.

Der wunderschöne Park der Villa, der das kleine Schloß der Herzogin von Floridia umgibt, ist eine grüne, ruhige Insel im Häusermeer Neapels. Heute beherbergt die Villa ein bedeutendes Porzellan-Museum, während der Park mit seinem herrlichen Pflanzenbestand für alle Erholungssuchenden offen steht. Von der Aussichtsterrasse genießt man einen herrlichen Blick über Teile Neapel bis zum Vesuv und bis über den Golf hinüber zur Sorrentinischen Halbinsel und Capri.

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Der Name leitet sich vom griechischen phlegraios ab, was brennend oder glühend bedeutet. Der Ursprung des Vulkanismus der Campi Flegrei ist älter als der des benachbarten Vesuvs und zeigt sich in seiner Ausprägung sowie Formensprache wesentlich vielfältiger. Das letzte große vulkanische Ereignis datiert auf das Jahr 1538 mit der Entstehung des 140m hohen Kegels des Monte Nuovo in nur wenigen Tagen. Über 50 Eruptionszentren ganz unterschiedlichen Alters schaffen eine faszinierende Vulkanlandschaft. Die Felder dehnen sich über ein Gebiet von mehr als 150 km² aus und beginnen am westlichen Stadtrand von Neapel. Sie setzen sich nach Südwesten fort und tauchen dann im Meer ab. Die Doppelinsel Procida-Vivara, die wir besuchen werden, ist ein aus dem Meer herausragender Beweis für die untermeerische Fortsetzung der Felder.

1. Etappe: von unserer Unterkunft aus geht es mit dem Privatbus nach Pozzuoli. Dort Besichtigung des flavischen Amphitheaters aus dem 1. Jahrhundert. Nach dem Kolosseum in Rom war es die größte Arena im Lande mit einem Fassungsvermögen für mehr als 40.000 Zuschauer. Das sehr gut erhaltene Amphitheater steht in der Oberstadt von Pozzuoli. Nirgendwo sonst gibt es eine so gut erhaltene "Unterwelt" in einem Amphitheater mit Gewölben, Tierkäfigen, Gefängniszellen zu besichtigen als dort. Danach Weiterfahrt auf der alten Via Domitiana mit kurzem Stopp am kreisrunden Kratersee des Lago di Averno und Durchquerung des Arco Felice nach Cumä.

2. Etappe: Auf einem Hügel am Meer nördlich des Lago Fusaro entstand bereits im 8. Jhdt. v. Chr. die erste griechische Stadtgründung auf italienischem Boden: Kyme (lat. Cumae). Berühmt ist die Stadt nicht nur weil von hier aus später die Gründung Neapels erfolgte, sondern in erster Linie wegen des Orakels der Sybille und der Geschichte um die Sybillinischen Bücher. Die antike Stadtanlage besticht durch das Neben- und Übereinander griechischer und römischer Elemente Man sucht zwar vergebens die prächtigen säulengeschmückten Tempel Paestums, aber Cumä bietet anderes: Allem voran die mystische Orakelhöhle der Sibylle und weitere in den weichen Tuffstein gegrabene Tunnel und Durchbrüche sowie eine Reihe beeindruckender Ruinen aus der Römerzeit. Unvergleichlich aber ist die Lage von Cumä mit Blick weit über das Meer in einer fast biblisch anmutenden Szenerie der Ruinen zwischen alten Steineichen und Olivenbäumen. Da Cumä touristisch nicht sehr stark frequentiert wird, sind die Eindrücke umso intensiver.
Anmerkung: neueste Forschungen lassen vermuten, daß es sich bei der nebenstehend abgebildeten Orakelhöhle der Sybille vielmehr um einen Teil des ehemaligen Verteidigungssystems der Stadt handelt. Die vermutlich echte, viel weniger spektakuläre Höhle befindet sich demnach an einer anderen Stelle der Stadt in Tempelnähe.

3. Etappe: Nach einer Mittagsrast geht es weiter Richtung Süden auf den Höhenzug der den Ort Bacoli vom Lago di Miseno trennt. Nachdem wir von einer in der Nähe wohnenden Wärterin den Schlüssel in Empfang genommen haben, steigen wir in die größte jemals gebaute römische Zisterne hinab: 70 m lang, 25,5 m breit, 15 m hoch. Die gewaltige Zisterne bildete das Ende des Aquädukts von Serino, das über eine Strecke von mehr als 100km Wasser aus einer Karstquelle am Fuße des Apennin heranführte. Die heute Piscina Mirabilis genannte Zisterne diente zur Wasserversorgung der römischen Flotte, deren Admiralität in Misenum (heute Miseno) ihren Sitz hatte. Das Deckengewölbe stützt sich auf 48 mächtige Säulen, die in vier Reihen angeordnet sind und zusammen fünf Schiffe bilden. Ein großartiges unterirdisches Raumerlebnis. Entlang des schönen Golfs von Baia geht es anschließend zurück nach Pozzuoli.

4. Etappe: In Pozzuoli stoppen wir dieses Mal am Serapeum, der antiken Markthalle Puteolis, an deren von Bohrmuscheln durchlöcherten Säulen man perfekt das Phänomen der Bradiseismik studieren kann. Aufgrund vulkanischer Prozesse im Untergrund hebt und senkt sich die Küstenlinie dort seit antiker Zeit. Die Bohrmuschellöcher an den Säulen stammen aus einer Zeit als die Ruinen mehrere Meter tief im Meer standen. Die letzte große Hebung erfolgte 1982 bis 1984. Es kam in diesem Bereich  dabei zu einer Hebung um ca. zwei Meter. Noch heute sind große Teile der Altstadt wegen Gebäudeschäden mit Einsturzgefahr gesperrt. Eine kurze Fahrt bringt uns als letzten Programmpunkt des Tages zum nahen Krater der Solfatara, dessen letzte vulkanische Aktivität in historische Zeit fällt und deshalb noch mit vielfältigen postvulkanischen Erscheinungen aufwarten kann: brodelnde Schlammlöcher, Fumarolen, Mofetten... ein besonderes Erlebnis

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Nach dem Frühstück geht es mit dem Schiff zur Insel Procida. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde und bietet nun auch die Gelegenheit, die herrliche Kulisse Neapels und der Phlegräischen Felder vom Meer aus zu betrachten.

Durch Konsens seiner Bewohner und Dank der als Tourismusmagnet wirkenden Nachbarinsel Ischia, blieb das kleine Procida vom Massentourismus bisher verschont und präsentiert sich als echtes Kleinod. Als im Meer ertrunkener Teil der Phlegräischen Felder ist die Insel vulkanischen Ursprungs. Die fruchtbaren Vulkanböden sowie das ebene Relief des Inselkerns bieten ideale Voraussetzungen für die Landwirtschaft, während die Küstenorte von einer immer noch existierenden Kleinfischereiwirtschaft mit malerischen Fischerbooten geprägt sind.

An den steilen Inselrändern gibt es äußerst sehenswerte Orte, die man vielleicht eher auf einer griechischen Insel als im Golf von Neapel suchen würde. Den schönsten Ort, Marina di Coricella werden wir besuchen.

Nach der Ankunft in Procida führt uns ein halbstündiger Spaziergang vom Hafen hinauf auf den Burgberg, die Terra Murata (ummauertes Land). Dies ist mit 91 m der höchste Ort der Insel. Eine Führung in der auf mehreren Stockwerken über dem Meer thronenden alten Abtei San Michele Archangelo mit schöner Kirche, Bibliothek und recht skurrilen Räumlichkeiten aus vergangenen Zeiten warten dort auf uns.

Nachdem wir von der Terra Murata aus die einmalige Aussicht über den gesamten Golf von Neapel genossen haben, gibt es nur noch eine Steigerung: vor der traumhaften Kulisse Marina di Coricellas in einer der einfachen Trattorien, die Mittagspause kulinarisch mit frischen Fisch oder auch nur einer Pasta zu begehen. Bevor wir am Nachmittag die Rückfahrt nach Neapel antreten steht noch genügend Zeit zur freien Verfügung, um die herrlichen Winkelchen in Ruhe und nach eigenem Interesse zu erforschen und zu genießen.

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Königsschloss in Caserta und Caserta Vecchia. Nach dem Frühstück mit dem Privatbus ca. 45 minütige Fahrt durch die kampanische Ebene nach Caserta. Das bourbonische Königsschloss von Caserta, kurz "la Reggia" genannt, liegt etwa 40 km nordöstlich von Neapel und ist erstes Ziel des heutigen Tages. Die Reggia ist eines der größten und prächtigsten Schlösser Europas. Es sollte einst Versailles übertreffen, nach dessen Vorbild es ab 1751 als Residenz für die bourbonische Herrschaft über die Königreiche Neapel und Sizilien, errichtet wurde. 1997 wurde das Schloß mitsamt seinem großartigen Park in die UNESCO-Weltkulturerbeliste  aufgenommen.

Der gewaltige Bau der Reggia hat eine Grundfläche von 247 × 184 Metern, hat fünf Stockwerke und verfügt über 1200 Räume. Beeindruckend ist auch die prachtvolle Innenausstattung in einem Stil-Mix aus Barock und Neo-Klassizismus. Die besten Architekten ihrer Zeit (Schloss: Luigi Vanvitelli, Park: Marcel Biancour, John Andrew Graefer) haben dem Bau sein Gesicht gegeben. Nicht umsonst war der Palast Kulisse für unterschiedliche Filmproduktionen, u.a. wurden in den Innenräumen des Schlosses Teile des Films Star Wars gedreht.

Zeitgleich mit dem Palast wurde ein riesiger, über 120 ha großer, Schlosspark geschaffen. Der Barockgarten wurde als Bergpark konzipiert und eine Sichtachse von drei Kilometern Länge führt von der Gartenseite des Schlosses auf den Hang. Die Mitte der Achse ist mit großen Wasserflächen und Kaskaden geschmückt, die im großen Diana-Brunnen mit Wasserfall ihren Höhepunkt finden.

Gegen Mittag geht es weiter, aus der Ebene heraus in die Ausläufer des kampanischen Apennins. Ziel ist die mittelalterliche Stadt von Caserta Vecchia. Mit dem Bau des gewaltigen Schlosses in der Ebene geriet die in luftiger Höhe gelegene Stadt ins Abseits und konnte so ihr mittelalterliches Aussehen bewahren. Nicht nur die pittoreske kleine Stadt selbst lohnt einen Besuch, man hat bei guten Sichtverhältnissen auch eine fantastische Aussicht über gesamte kampanische Ebene bis nach Neapel und zum Meer. Nachmittags Rückfahrt nach Neapel.

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Phlegräische Felder Teil II: Ende September 1538 ereignete sich die bisher letzte große Eruption auf den Phlegräischen Feldern. Innerhalb von 5 Tagen entstand dabei der 133 m hohe Monte Nuovo (Neuer Berg) mit einem Krater von etwa 400 m Durchmesser. Dieser Ausbruch zog große Landschaftsveränderungen nach sich. Das einst zum Meer offene Lucriner Vulkan-Maar, das schon für die römische Flotte ein perfekter Naturhafen war, wurde komplett vom Meer abgeschnitten und es entstand der viel kleinere heutige Lucriner See.

Diese Landschaftveränderungen und eine naturkundliche Wanderung auf den Monte Nuovo mit seiner außergewöhnlichen Macchien-Vegetation und schönen Ausblicken sind Programm des heutigen Vormittags. Der Nachmittag ist für eigene Interessen/Entdeckungen/Einkäufe in Neapel reserviert.

Der Tag ist ganz der Stadt Neapel gewidmet. Nach dem Frühstück geht es zu Fuß auf den Weg zur nahe gelegenen historische Altstadt. Die Besichtigungsziele des Ausflugstags von der Exkursion Amalfiküste lassen wir heute links liegen. Wer nicht zuvor an dieser Exkursion teilgenommen hat und beispielsweise den Dom oder das archäologische Nationalmuseum nicht versäumen möchte, hat z.B. am Nachmittag des 5. Tages die Gelegenheit dies zu tun.

Heute führt uns der Weg zunächst zur Kirche Santa Chiara mit ihrem in der Welt einmaligen Majolika-Kreuzgang. Anschließend geht es im Rahmen einer Spezialführung in das unterirdische Labyrinth der antiken Zisternen und Aquädukte unter der Stadt. Nirgendwo ist die Geschichte Neapels greifbarer als in der in den weichen Vulkantuff gegrabenen Unterwelt, angefangen bei den ersten Steinbrüchen und Wasserleitungen der Griechen bis zu den Luftschutzräumen des letzten Krieges.

Weiter streifen wir einige schöne Plätze und Winkel, bevor wir uns mittags eine Pause in der Altstadt gönnen. Mit der Funicolare di Montesanto fahren wir anschließend bequem auf den Vomero Hügel hoch über der Stadt.

Ein kurzer Fußweg führt uns zu einer der großartigsten Sehenswürdigkeiten Neapels, der Certosa di San Martino. Im Rücken das Castel Sant Elmo, genießt man von dort aus einen fantastischen Rundblick über die ganze Altstadt. Die Kartause besteht aus der prachtvollen Kirche Chiesa delle Donne (Lanfranco-Fresken), dem eigentlichen Kloster und einem Terrassengarten, von dem aus sich wieder ein herrlicher Blick, diesmal über den Golf von Neapel, öffnet.

Die Certosa beherbergt seit 1886 das Nationalmuseum zur Geschichte Neapels. In über 70 Sälen sind beeindruckende Exponate aus der fast dreitausend-jährigen Geschichte der Stadt ausgestellt. Besonders hervorzuheben ist die berühmte Krippenabteilung. Hier ist ein faszinierendes Sammelsurium neapolitanischer Großkrippen zu bestaunen. Allein die Krippe Cuciniello besteht aus 162 Menschen, 80 Tieren, 28 Engeln und etwa 450 Miniaturgegenständen.

Herculaneum. Pompei und dem Gipfel des Vesuvs ist bei unserer Exkursion zur Amalfiküste ein Tag gewidmet. Heute nutzen wir in Herkulaneum die Gelegenheit, das Bild um Wesen und Untergang der Vesuvstädte am 24. August 79 n.Chr. zu erweitern. Hier in Herculaneum gibt es ganz neue Einblicke zu gewinnen. Herculaneum ist dabei nicht eine kleine Variante Pompeis, sondern überrascht mit einer ganz anderen Substanz. Grund dafür ist, daß der Erhaltungszustand noch besser ist als dort und auch, weil der im Vergleich viel kleineren Stadt Herkulaneum eine ganz andere Funktion in der Antike zukam.

Der gute Erhaltungszustand beruht auf der Tatsache, daß die Gebäude der Stadt, bevor Sie mit einer Ascheschicht bedeckt wurden, bereits durch mehrere pyroklastischen Ströme bis in die letzten Winkel dicht ausgefüllt wurden. Dadurch stürzten die Häuser durch die spätere Auflast der Ascheschichten nicht ein, so wie dies in Pompei geschah. Außerdem ist die Dicke der vulkanischen Schichten die Herculaneum begruben mit teilweise über 20m mehr als doppelt so mächtig (s. Bild).

Faszinierend ist auch zu sehen, wie die Hitze des ersten pyroklastischen Stromes alles organische Material oberflächlich verkohlte) und damit viele Gegenstände bis zum heutigen Tag konserviert wurden.

Nach einer Mittagspause führt unser Weg abermals zum Vesuv. Jedoch geht es nicht wie bei der Exkursion an die Amalfiküste auf den Gipfel zum Krater, sondern wir wollen auf einer kleinen vulkanologischen Wanderung an der Bergflanke, den Vulkan noch besser kennen lernen. Dies in stiller Natur, ohne ihn mit anderen "Gipfelstürmern" teilen zu müssen.

8. Tag: nach dem Frühstück noch etwas Zeit für letzte Besorgungen. Am späten Vormittag Fahrt zum Flughafen und Heimreise.

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