Herzstück der Seidenstraße zwischen Amur Timor und Aralsee

Überblick

1.-5. Tag: Anreise, Tashkent, Nukus und Aralsee bis Chiwa

6.-10. Tag: Chiwa und Buchara bis Samarkand

11.-16. Tag: Samarkand und Termez bis Tashkent - Rückreise

Um ein möglichst umfangreiches Exkursionsprogramm durchführen zu können, werden sehr lange Strecken zeit- und kräfteschonend mit Inlandsflügen überbrückt (s. Karte - zum Vergrößern anklicken).

Die Dauer von 16 anstatt 15 Tagen im Jahr 2014 ist dem Umstand geschuldet, dass wir erst am Morgen des 2. Tages in Tashkent ankommen. Andere Flugverbindungen von Stuttgart aus sind leider nicht verfügbar. Wir können aber selbstverständlich schon am frühen Morgen die Hotelzimmer beziehen. Falls Sie im Flugzeug nicht schlafen konnten, gibt es erst einmal Gelegenheit zum Ausruhen, bevor wir gegen Mittag mit dem Programm beginnen.

Für Details und weitere Informationen klicken Sie bitte auf untenstehende Reiseabschnitte:

1.-3. Tag: Anreise und Hauptstadt Tashkent

Flug von Stuttgart über Istanbul nach Tashkent (2 Übernachtungen). Am 2. Tag Stadt-Exkursion per Bus und zu Fuß, die mannigfaltige Ansichten der usbekischen Hauptstadt bietet, u.a. Besichtigung von Medrese Barak Chan mit Bibliothek, Altstadtreste, Medrese Kukeldash, Viktualien-Markt, Timur-Denkmal, etc. Am Nachmittag des 3. Tages Inlandsflug von Tashkent nach Nukus.

4.-6. Tag: vom Aralsee bis Chiwa

Von Nukus aus Fahrt zum alten Aralsee-Kliff und ein Besuch der "toten Schiffe" im ehemaligen Hafengebiet von Munoq. Deutlich werden die Ursachen für das Austrocknen des einst riesigen Sees und die ökologischen Wirkungen vor Ort und über Usbekistan hinaus. Am Folgetag von Nukus nach Chiwa durch die Steppen- und Halbwüstengebiete Karakalpakistans und zu mehreren beeindruckenden Festungs- und Stadtruinen des einstigen khoremsischen Reiches. Tag 6 Stadtexkursion in Chiwa, der sagenumwobenen Karawanenstadt an der Seidenstraße, mit allen Sehenswürdigkeiten. (2 Ü in Nukus, 2 Ü in Chiwa).

7.-9. Tag: durch die Wüste Kizilkum bis Buchara

Naturraum der Wüstensteppe Kizilkum mit verschiedenen Stopps, u.a. am Amudarya-Stausee. Stadtexkursion und Sehenswürdigkeiten von Buchara (UNESCO-Welterbe). Vor den Toren Bucharas: Ausflug zur Residenz des letzten Emirs und zum Wallfahrtsort des Nakschbandy-Komplexes mit Mausoleum und Moschee, eine der heiligsten Stätten der usbekischen Muslime. (3 Ü in Buchara).

10.-11. Tag: ins Gebirgsland und bis Samarkand

Fahrt über Rabat-i-Malik (Karawanserei) zu den prähistorischen Felsbildern von Sarmisch im Qarataw-Gebirge und zum geschichtsträchtigen Wallfahrtsort Nurata. Die Route führt weiter durch die Nurata-Aktchai-Senke bis Samarkand. Stadtexkursion in der 2700 Jahre alten, märchenhaften Handelsstadt (UNESCO-Welterbe). (2 Ü in Samarkand).

12.-14. Tag: Serafshan-Gebirge und Sharisabz, Eisernes Tor und Termez

Fahrt zum Markt nach Urgut und über den Tachtakaradja- und Kashkadarya-Pass nach Sharisabz (UNESCO-Welterbe), dem Geburtsort Timurs , (1 Ü). Eindrucksvolle Fahrt nach Derbent und zu den Karstquellen in der Sherabad-Schlucht. Weiter zum "Eisernen Tor" bei der antiken Pass-Sperre zwischen Sogdien und Baktrien an der alten Seidenstraße und nach Termez mit seinen einmaligen Zeugnissen buddhistischer und frühislamischer Zivilisation. (2 Ü in Termez)

15.-16. Tag: zurück nach Tashkent und Heimreise

Inlandsflug von Termez nach Tashkent (1 Ü). Letzte Eindrücke von Tashkent und Rückflug über Istanbul nach Stuttgart.

1. - 3. Tag: Anreise und Tashkent

Zusammentreffen und Begrüßung der Gruppe am Flughafen in Stuttgart. Flug mit Turkish Airlines (Flugzeiten 2014) von Stuttgart (Ab 18:35) über Istanbul (An 22:25, Ab 23:55) nach Tashkent (Ankunft am Morgen des 2. Tages um 6:35) Fahrt zum Hotel in Tashkent und Beziehen der Zimmer.

2. Tag: Die Hauptstadt Usbekistans: Tashkent

Nach einem späten Frühstück Aufbruch zu einer Stadt-Exkursion per Bus und zu Fuß, die mannigfaltige Einblicke in Struktur, Geschichte und Leben der usbekischen Hauptstadt bietet. Die 2,2 Mio. Einwohner zählende Stadt liegt nördlich der großen Seidenstraße an der Grenze zu Kasachstan am Fuße der westlichen Ausläufer des Tian-Shan Gebirges.

Auf der Liste der besuchten Sehenswürdigkeiten stehen u.a. die Medrese Barak Chan mit Bibliothek und Mausoleen aus dem 15. bis 17. Jh. (Medrese = Ort/Gebäude, in dem islamische Wissenschaften gelehrt und studiert werden, meist Teil eines größeren Moscheen-Komplexes). Der Rundgang zu den Resten der historischen Altstadt führt außerdem zur Medrese Kukeldash 16. Jh.), dem bunten Viktualien-Markt und zum Timur-Denkmal.

Das Stadtzentrum von Tashkent ist aber keine Museumsstadt, sondern wartet auf mit einem spannenden Mix aus Alt und Neu, historischem, sowjetzeitlichen und modernem Baubestand. Das Fehlen einer einheitlichen historischen Altstadt wurde durch ein schweres Erdbeben im Jahre 1966 verursacht, bei dem große Teile der Stadt zerstört und modern wieder aufgebaut wurden. Postmoderne Gebäude, ansprechende Parkanlagen und alte Moscheen liegen so zum Teil direkt nebeneinander und schaffen ein äußerst kontrastreiches Stadtbild.

Durch die Fußgängerzone (Sayelgoh Kochasi) geht es zum Museum für Angewandte Kunst (Kaufmann-Villa, ehemalige russische Diplomatenvilla), zum Denkmal, das an das schwere Erdbeben von 1966 erinnert und zu weiteren Sehenswürdigkeiten. An Tag 15, nach der Ankunft aus Termez, haben wir eine weiteren Tag in Tashkent zur Verfügung und verteilen das Besichtigungsprogramm entsprechend.

3. Tag: Von Tashkent in den wüstenhaften Westen Usbekistans

Nach Fortsetzung der Stadterkundungen in der usbekischen Hauptstadt am Nachmittag Fahrt zum Flughafen und Inlandsflug mit Uzbekistan Airlines von Tashkent nach Nukus. Nukus liegt gut 800 km westlich von Tashkent und ist mit 230.000 Einwohnern Hauptstadt der Autonomen Republik Karakalpakistan in Usbekistan. Von hier aus erschließen sich uns die Landschaften der westlichen Halbwüsten und Steppen sowie die Aralseeregion. Nach Landung in Nukus Fahrt ins Hotel und Abendessen.

4. Tag: die "Aralseekatastrophe"

Noch vor wenigen Jahrzehnten war Nukus Zentrum einer beschaulichen Flussoase am Unterlauf des Amudarja, ca. 150 km südlich des Aralsees. Die Geographie hat sich seit den 1960/70er-Jahren aber grundlegend geändert. Grund dafür ist der menschliche Eingriff in den Naturhaushalt des Amudarya-Flusses. Trug der Amudarja früher wegen seiner Neigung zu Überschwemmungen den Beinamen "der Tollwütige", ist er heute im Vergleich dazu ein schwaches Rinnsal. Auf der anderen Seite hat sich das moderne Bewässerungsland (nicht nur um Nukus, sondern am gesamten Flusslauf) gehörig ausgebreitet.

Vor allem der Baumwollanbau verbraucht Unmengen an Wasser. Usbekistan gehört mittlerweile zu den weltgrößten Baumwollproduzenten. Immer mehr Wasser aus dem Amudarja wurde für die Bewässerung der Baumwollfelder in unzählige Kanäle abgeleitet. Was heute noch den Aralsee über den Fluss erreicht, ist nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Nicht viel besser steht es um den zweiten Zufluss des Aralsees, den in Kasachstan mündenden Fluss Syrdarja. Die hohe Verdunstung konnte längst nicht mehr durch die immer spärlich werdenden Zuflüsse ausgeglichen werden. Der Aralsee schrumpfte mehr und mehr und ist heute bis auf wenige tiefere Bereiche fast komplett ausgetrocknet. Der Prozess schreitet weiter fort und die letzten Reste des einst viertgrößten Binnensees der Welt werden ebenfalls verschwinden, sofern nicht Gegenmaßnahmen ergriffen werden, die dann aber wiederum zu einem Nutzungskonflikt mit dem Baumwollanbau führen. Diese Entwicklung wird unter dem Begriff der Aralseekatastrophe zusammengefasst.

Das Erleben dieses in der Welt einmaligen ökologischen Landschaftswandels vom See zur trockenen Halbwüste bleibt ein unvergesslicher Eindruck: wo sich einst blaue Fluten ausdehnten, liegen heute die verrosteten Schiffe auf dem sandigen und/oder versalzten Wüstenboden, der allerhöchstens noch eine spärliche Kamelweide abgibt. Das Sehen und Verstehen dieser menschgemachten Umweltveränderung ist heute das Ziel einer langen aber mehr als interessanten Fahrt (2 x knapp 200 km) über Khojayli-Qonghirat zum alten Aralsee-Kliff sowie den "toten Schiffen" im ehemaligen Hafengebiet von Munok. Rückfahrt nach Nukus. Übernachtung wie am Vortag.

5. Tag: Entlang des Amudarya zu Ruinenstädten in der Steppe und nach Chiva

Frühmorgens Fahrt von Nukus durch die Steppen- und Halbwüstengebiete Karakalpakistans nördlich des Amudarya zu den khoremsischen Festungs- und Stadtruinen Chiplak Kala, Qyzyl Kala, Toprak Kala und Ayaz Kala, einst wichtige Zentren des khoresmischen Reiches. Das Khoresmische Reich bestand etwa ab den 6. Jh. v. Chr. als fruchtbare Großoase zwischen Aralsee im Norden, Amudarja und der Wüste Karakum im Süden, dem Ustjurt Pateau im Westen und der Wüste Kysylkum im Osten.

Aber nicht nur die zum Teil beeindruckenden Ruinen sind Thema des Tages, sondern wir haben an vielen Stellen ebenfalls die Gelegenheit mannigfaltige Beobachtungen zum Steppen- und Wüstenökosystem (Vegetation, Böden, Nutzung, etc) zu machen. Wir überqueren den Amudarja nach Süden und erreichen am späteren Nachmittag unser nächstes Etappenziel die Oase Chiwa, am Nordrand der großen und extrem trockenen Wüste Karakum (vorwiegend Sandwüste), die allein 90% der Fläche des südlichen Nachbarstaates Turkmenistan einnimmt.

In Chiwa, einer der berühmten historischen Städte an der Seidenstraße, heute nur wenige Kilometer von der turkmenischen Grenze gelegen, beziehen wir unser Hotel für die folgenden beiden Nächte.

6. Tag: Die Karawanenstadt Chiwa

Beeindruckend ist diese über 2500 Jahre alte sagenumwobene Karawanenstadt und einer der bedeutendsten Handelsplätze an der Seidenstraße, die heute unter Denkmalschutz steht. Die von einer Mauer umgebene historische Altstadt ist ein riesiges Freilichtmuseum mit UNESCO-Welterbestatus. Alle Elemente einer islamisch-orientalischen Stadt kann man hier wie im Lehrbuch nachvollziehen und die Zusammenhänge zwischen Architektur, Funktion und Lebensweise bildlich begreifen.

Mehr als sehenswert sind die zahlreichen Monumente aus der glanzvollen Vergangenheit des einst unabhängigen Khanats in der heutigen Museumsstadt innerhalb der historischen Stadtmauern. Die ca. 55.000 Einwohner Chiwas leben fast gänzlich außerhalb dieser Mauern im ehemaligen russischen Kolonial- und den mehr oder weniger modernen Stadtvierteln der großen Oase.

Die Höhepunkte eines Rundgangs durch Chiwa sind sicher der Toshhauli-Palast, ein Meisterwerk der orientalischen Architektur und das markante Minarett Kalta Minor. Es wurde 1852 errichtet und sollte einmal mit über 70 m das höchste der islamischen Welt werden. Es blieb jedoch bei lediglich 26 m Höhe, denn 1873 wurde Chiwa von den Russen erobert. Dies erklärt die außergewöhnliche Form, denn wir sehen lediglich die Basis ohne weitere Aufbauten. Trotzdem tritt es uns mit seiner Verkleidung aus bunt glasierten Ziegeln so harmonisch entgegen, als wäre es als irgendein Gebäude genauso geplant gewesen.

Weitere Besichtigungshöhepunkte sind die Zitadelle Kunya Ark an der westlichen Stadtmauer, die Juma Moschee (erbaut im 10. Jh., restauriert Ende 18. Jh.), das Pahlavon Machmud-Mausoleum, das Islam Chodja Minarett mit Medrese. Übernachtung wie am Vortag.

7. Tag: Durch die Wüste Kizilkum nach Buchara

Heute steht die längste Fahrtstrecke auf unserer Reise von Chiwa in das 480 km entfernte Buchara an. Aber keine Sorge, die Fahrt durch die Kizilkum wird natürlich immer wieder für einige interessante Stopps unterbrochen, wie am Amudarya-Stausee, wenn möglich bei den Erdgasfeldern bei Gasli sowie für Einblicke in die Naturlandschaft und deren Nutzung durch extensive Weidewirtschaft. Gegen Abend Ankunft im Hotel in Buchara. Dort drei Übernachtungen.

8. - 9. Tag: Buchara und Umgebung

Ähnlich Chiwa ist auch Buchara das Zentrum einer großen Oase, die ihre Existenz dem aus dem Serafschan-Tal austretenden gleichnamigen Fluss verdankt. Die Dimensionen sind aber ganz andere. Buchara ist mit ca. 240.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt des Landes und Hauptstadt der gleichnamigen Region. Ab 1868 unter russischem Protektorat blieb der Status eines Emirats mit einem Emir an der Spitze aber bis 1920 erhalten.

Die Geschichte Bucharas reicht zurück bis in die Zeit von Alexander dem Großen und keine andere der drei berühmten Städte Chiwa-Buchara-Samarkand verfügt über einen so reichen Schatz an unbeschädigten Bauten, die noch aus dem vormongolischen Mittelalter stammen. Seit 1993 zählt deshalb auch Buchara zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seine besondere Lage an der Seidenstraße als wichtiger Knotenpunkt nach Indien ist ein weiteres herausragendes Merkmal und war eine wichtige Grundlage seines Reichtums uns seiner Stellung als ein Zentrum des Geistes und der Wissenschaften.

Von all dem zeugt ein außergewöhnlicher historischer Baubestand dieser Stadt, deren Grundstruktur als symbolisches Abbild des Universums angelegt wurde. Ein altes Sprichwort sagt: "Überall auf der Welt kommt das Licht auf die Erde herunter, nur im heiligen Buchara steigt es von der Erde hinauf". Ende des 19. Jahrhunderts verfügte Buchara über 360 Moscheen, 103 Koranschulen, 24 Hauptbazare, 38 Karawansereien sowie 16 öffentliche Bäder. Bis heute gilt es als Ort des guten Geschmacks und Sitz der Gelehrsamkeit und Heiligkeit.

An dieser Stelle sei nur eine Auswahl der wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgeführt, die wir besuchen werden: Samaniden-Mausoleum, Chaschma Ayub-Mausoleum, Registan-Platz mit Ark-Festung, Bolo Havuz Komplex, Poikalon-Komplex mit Kalon-Moschee und Minarett, Zargaron-, Tilpak Furuschon- und Sarrafon-Basarkomplexe, Labi Havuz mit Medresse Nadir Devon Begi, Nadir Devon Begi Chanaka, und Nasreddin Hodscha Denkmal, Chor Minor.

Als Geographen möchten wir unseren Aufenthalt in Buchara aber nicht nur auf die historische Altstadt reduzieren, denn die Stadt ist natürlich längst weit über die Altstadt hinausgewachsen. Als Zentrum eines großen Baumwollanbaugebiets mit entsprechender Textilindustrie gibt es auch vor den Toren der Stadt interessante Einblicke zu gewinnen, weshalb wir dies am Vormittag des 9. Tages zu unserem Thema machen wollen mit einem Besuch in einer Baumwollentkernungsanlage (wenn möglich).

Der Nachmittag gehört einer Fahrt zur Residenz des letzten Emirs, Sitorai Morhi Khosa, und zum religiösen Wallfahrtsort des Nakschbandy-Komplexes mit Mausoleum und Moschee, einer der heiligsten Stätten der usbekischen Muslime.

10. Tag: Durch das Qarataw- und Nuratau-Bergland bis Samarkand

Die heutige Strecke von Buchara nach Samarkand (270 km) lässt genügend Zeit, um rechts und links des Weges noch den Besuch einiger Sehenswürdigkeiten einzubauen. Von Buchara geht es zunächst Richtung Norden über Rabat-i-Malik, eine alte Karawanserei mit einer sehr sehenswerten Kuppelzisterne und weiter zu den prähistorischen Felsbildern in der Sarmisch-Schlucht im Qarataw-Bergland. Dort finden sich verstreut über 4000 Felsenritzungen aus der Stein- und Bronzezeit.

Der Weg führt weiter Richtung Nord, bis wir im Nuratau Bergland den geschichtsträchtigen Ort Nurata erreichen, ein Wallfahrtsort mit heiliger Quelle und einer Kuppelmoschee aus dem 10. Jahrhundert. Über der ca. 25.000 Einwohner zählenden Stadt thront noch heute die Ruine der Festung Alexanders des Großen, welche eine der ältesten archäologischen Monumente der Region darstellt.

Bekannt ist Nurata auch für die Produktion kunstvoller Suzani (mit Woll- oder Seidenstickereien verzierte Baumwollstoffe). Von geographischem Interesse sind außerdem die Anlagen des alten Qanat-Bewässerungssystems.

11. Tag: Die alte Residenzstadt Samarkand

Mit dem Namen Samarkand verbindet sich unweigerlich der Begriff von Tausend und einer Nacht. Die Stadt gilt als das Kronjuwel der Seidenstraße.

Samarkand liegt auf einer gut 700 m hohen Verebnung im weiten Tal des Serafschan vor den westlichen Ausläufern des Alai-Gebirges. Das Gebiet um die Stadt gehört zur Flussoase des Serafschan, der die Stadt in Norden umfließt. Samarkand blickt auf eine lange Geschichte zurück und war zu allen Zeiten in allen Reichen, denen es angehörte, von großer Bedeutung. Vor allem als Hauptstadt des Reiches von Amir Timur, bei uns besser bekannt als Tamerlan oder Timur-Lenk im ausgehenden Mittelalter. Heute ist es Hauptstadt (ca. 400.000 Einwohner, zweitgrößte Stadt Usbekistans) einer gleichnamigen Provinz, Zentrum der Automobilindustrie Usbekistans und meistbesuchter Ort der Seidenstraße, dessen Altstadt seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Unsere Stadterkundungen lassen die Facetten der 2700 Jahre alten Handelsstadt lebendig werden: Allen voran fasziniert der Registan-Platz, der zu den schönsten Plätzen der Welt gezählt wird und das russische Viertel. Der Registan ist ein einzigartiges Ensemble von gleich drei Medresen (Ulugbek-Medrese (erbaut 1417-1420), Sher-Dor-Medrese (1619-1636) und Tilya-Kori-Medrese (1646-1660) in äußerst harmonischer Anordnung. Interessant sind auch das Observatorium des Ulugbek, die Stadtwüstung Afrosiab, die Gräberstadt Shohizinda, die Moschee Bibi Chanim, das Mausoleum Gur Emir (Timurs Grab).

Auch eine nächtliche Ton- und Lichtshow am Registanplatz werden wir nicht auslassen. Wenn möglich auch nicht den Besuch in einer Seidenweberei, denn seit vielen hundert Jahren werden dort die verschiedensten Seiden- und Halbseidenstoffe in überlieferter Handarbeit hergestellt. Sie waren seit dem Mittelalter ein bedeutendes Handelsgut der Stadt, das über die verschiedenen Wege der Seidenstraße bis zu uns ins ferne Mitteleuropa gelangte und dort Inbegriff von Reichtum und Luxus war.

12. Tag: Serafshan-Gebirge und Sharisabz

Sharisabz, das heutige Tagesziel, liegt ungefähr 90 km südlich von Samarkand auf 622 m Seehöhe. Die Stadt mit ca. 60.000 Einwohnern, deren Altstadt nach Chiwa, Buchara und Samarkand die vierte UNESCO-Weltkulturerbestätte Usbekistans komplettiert, ist 1336 der Geburtsort (damaliger Name Kesh) des späteren Großkhans der Mongolen Amir Timur, dessen Mausoleum (Gur Emir) wir am Tag vorher in Samarkand bereits besucht hatten.

Von Samarkand aus geht es am Morgen aber zunächst zum Markt nach Urgut (falls der 12. Tag auf die Markttage Di, Mi, Sa, So fällt; sonst alternatives Programm), dann weiter über den Tachtakaradja-Pass (1.675 m) des Serafashan-Granitgebirges sowie über den Kashkadarya-Pass und durch das Kashkadarya-Tal via Kitab nach Sharisabz, dessen Altstadt mit mehreren Monumenten aus der Timuridenzeit aufwartet, wie die Reste der alten Stadtmauer, die Reste des Ak Saray (Residenz von 1380), das Ensemble Dorut Tilovat und die restaurierte Kok-Gumbaz-Moschee von 1437, Saiden Jahangir und eine frühe Grablege Timurs. 1 Hotelübernachtung in Sharisabz

13. Tag: Zum "Eisernen Tor" bei Derbent

Eine landschaftlich äußerst eindrucksvolle Fahrt durch das Kugitangtau-Bergland nach Derbend sowie ein Ausflug mit Picknick zu den Karstquellen in der 2 km langen, 10 bis 20 m breiten Schlucht des Sherabad-Flusses (Derbend-Schlucht) steht heute als Höhepunkt bei der Fahrt zu unserem nächsten Etappenziel Termez auf dem Programm. Die umgebende Bergwelt bildet die Grenze zwischen den Provinzen Kashkadarya und Surkhandarya am "Eisernen Tor" bei der antiken Pass-Sperre zwischen Sogdien und Baktrien.

Gegen Spätnachmittag erreichen wir Termez und treffen damit wieder auf den Fluss Amudarya, der jetzt aber nicht mehr den Charakter eines mäandrierenden Tieflandsflusses besitzt, sondern in einem breiten, tief in den Gebirgskörper eingeschnittenen Tal fließt. Der Verlauf des Flusses markiert an dieser Stelle gleichzeitig die Grenze zu Afghanistan. Termez mit seinen gut 140.000 Einwohner besitzt die einzige Landverbindung Usbekistans über die Brücke der Freundschaft nach Afghanistan. Termez, bzw. sein Militärflughafen ist bei uns auch als Lufttransportstützpunkt für den deutschen Afghanistan-Einsatz bekannt geworden. 2 Hotelübernachtungen in Termez.

14. Tag: Termez buddhistische und islamische Tradition

Mit dem südlichsten Punkt unserer Reise Termiz gelangen wir an den Nordrand des im 1. und 2. Jh. existierenden Kushana-Reiches, das sich von hier bis Nordindien und vom Kaspischen Meer bis ins heutige Tadschikistan erstreckte. Mit dem Reich von Kushan erreichte der Buddhismus seine größte Westausdehnung nach Zentralasien hinein. Auf dem Territorium des heutigen Termez befand sich damals ein wichtiges Zentrum buddhistischer Kultur.

Als die Araber im 7.-8. Jh. kamen, wurde die Stadt Zentrum einer anderen Religion, der des Islams, und erreichte während der Herrschaft von Amir Timurs seine größte Blüte. Am Ende des 17. Jh. wurde sie zerstört. Doch auch heute sieht man noch viel von der farbigen, kosmopolitischen Vergangenheit der Stadt. Der Zurmala-Turm in Termez repräsentiert die buddhistische Zeit, einer der ältesten Beispiele antiker Monumentalarchitektur in Zentralasien (2. Jh.). Das teils eingegrabene Höhlenkloster Kara Tepe war Zentrum buddhistischer Kultur des Kushan-Reiches (1./2. Jh.).

Sehenswert sind auch der Tempel- und Kloster-Komplex Fayaz-Tepe (1. Jh.), die frühislamische Kirk Kiz-Festung, der Al Hakim al Termezi Nekropolen-Komplex oder die Wandmalereien der Herrscherfestung von Termez (11./12. Jh.). Übernachtung wie am Vortag.

15. Tag: Zurück nach Tashkent

Gegen Mittag Inlandsflug mit Uzbekistan Airlines von Termez nach Tashkent. Letzte Eindrücke von Tashkent. 1 Hotelübernachtung in Tashkent.

16. Tag: Heimreise

Flug mit Turkish Airlines von Tashkent (Ab 08:15 - 11:15) über Istanbul nach Stuttgart (Ab 15:35 - 17:35, alle Flugzeiten 2014).

Sie können sich das Reiseprogramm auch als (druckbare) PDF-Datei herunterladen:
Detailliertes Reiseprogramm