Geschichte und Gegenwart einer heimlichen Hauptstadt

1.+2. Tag: Anreise, At Meydani, Altstadt

1. Tag: Anreise und erste Eindrücke um den At Meydani

Direktflug von Stuttgart nach Istanbul (7:10 - 11:00 Ortszeit). Transfer zum Hotel im historischen Altstadtviertel Sultanahmed, von wo aus viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten leicht zu Fuß erreichbar sind. Deshalb können wir bereits am Nachmittag die ersten Monumente rund um den At Meydani besuchen.

In diesem Viertel präsentiert sich das antike Erbe Konstantinopels nicht nur durch den großen Platz des At Meydani, der sich durch seine typische Form und den Obeliskenschmuck als ehemaliges Hippodrom zu erkennen gibt. Nicht weit entfernt treffen wir hier im Untergrund auch auf die riesige Zisternenanlage, welche den (nicht mehr vorhandenen) alten Kaiserpalast mit Wasser versorgte. Die fast 9000 m2 große Zisterne ist heute wegen des großartigen Raumeindrucks der 336, sich im Wasser spiegelnden und das Zisternengewölbe tragenden Säulen unter dem Namen Yerebatan Sarayi oder versunkenes Schloss bekannt.

Das Raumgefühl des Yerebatan Sarayi ist jedoch nur der Auftakt für ein noch beeindruckenderes Erlebnis: den Besuch der gegenüberliegenden Hayasofya (Hagia Sophia), der 565 unter Kaiser Justinian vollendeten Krönungskirche der byzantinischen Kaiser und Zentrum des ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Die Hagia Sophia gilt mit ihren riesigen Dimensionen und der gewaltigen Kuppelkonstruktion als letzter Monumentalbau der Spätantike. "Salomon, ich habe dich übertroffen!" soll Justinian bei der Einweihung ausgerufen haben.

Als Sultan Mehmet 1453 Konstantinopel eroberte und damit das Römische Reich endgültig erlosch, war der Sultan von dem damals bereits fast 900 Jahre alten Bau so ergriffen, dass die sakrale Funktion als Moschee weitergeführt wurde und so zum architektonischen Vorbild für die Osmanische Moschee überhaupt wurde. Erst unter dem Vater der modernen Türkei, Mustafa Kemal (Atatürk) wurde die Hagia Sophia 1931 profaniert, ist seitdem Museum und mit rund 3,5 Millionen Besuchern jährlich die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Istanbuls. Die Besichtigung am späten Nachmittag bei weniger Publikumsverkehr ist daher sehr sinnvoll.

Gleiches gilt für die am anderen Ende des Sultanahmed Parks liegende Blaue Moschee (Sultanahmed Camii), die mit ihren sechs Minaretten gemeinsam mit der Hagia Sophia die Silhouette dieses Stadtteils prägt. Die 1616 unter Sultan Ahmed I fertiggestellte Moschee ist, mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Menschen, die größte und bedeutendste Moschee der Stadt. Ihr inoffizieller Name Blaue Moschee rührt von der in Blautönen gehaltenen Innendekoration her.

 

2. Tag: Istanbuler Altstadt: Materielle Kultur zwischen Yedikule und Topkapi Sarayi

Mit unserem Exkursionsbus geht es nach dem Frühstück an die Westgrenze der antiken Stadt Konstantinopel, welche durch die etwa 7 km lange, 412 bis 422 errichtete Theodosianische Landmauer markiert wird. Teile dieser gewaltigen Festungsanlage, die über 1000 Jahre von keinem Feind überwunden wurde, sind noch heute in restaurierter Form erhalten und begehbar. Zusammen mit der später angegliederten FestungYedikule und den ebenfalls angegliederten Mauern der neuen kaiserlichen Palaststadt (Blachernen Palast, Tekfur Sarayi) erhalten wir aufschlussreiche Einblicke in das zusammen mit den Seemauern über 20 km lange Verteidigungssystem Konstantinopels sowie die zum Teil sehr gut erhaltenen Ruinen der neuen spätbyzantinischen Palaststadt, die den alten Kaiserpalast im heutigen Sultanahmed Viertel ablöste.

Unser Weg führt anschließend wieder stadteinwärts, wo uns im Istanbuler Stadtteil Fatih in der Korakirche (Kariye Camii) die vielleicht schönsten und bedeutendsten byzantinischen Mosaiken überhaupt erwarten. Die Korakirche bestand bereits vor der Errichtung der Theodosianischen Mauer, woher ihr Name rührt (gr. Chora = Umgebung, außerhalb). Ihre reiche Fresken- und Mosaikenausstattung erhielt die Kirche aber erst viele hundert Jahre später, zu Beginn des 14. Jh., als sich einer der reichsten Männer des damaligen Konstantinopels, Theodoros Metochikes, der halb verfallenen Kirche annahm und als Gott gefälliges Werk von Grund auf renovieren und neu ausstatten ließ. Genau wie die Hagia Sophia wurde der Bau später zur Moschee und ist heute ein Museum.

Es geht weiter stadteinwärts zum Viertel rund um die Moschee Sultan Süleymans des Prächtigen (Süleymaniye Camii). Außer der großartigen von Sinan, dem berühmtesten osmanischen Architekten seiner Zeit, 1557 fertiggestellten großen Sultansmoschee, bietet dieser Standort einen ganzen Korb weiterer interessanter Einblicke. Zunächst einmal wird deutlich, dass eine Moschee nicht nur aus einem isolierten Sakralraum besteht, sondern aus einem ganzen Komplex von Gebäuden mit unterschiedlichen Funktionen, wie Koranschule, Bibliothek, Armenküche, Krankenhaus, etc. Nicht im Innenraum einer Sultansmoschee, so wie in unseren Kirchen üblich, sondern außerhalb in eigens errichteten Mausoleen (Türben), befinden sich die Gräber der Sultansfamilie Süleymans, welche ebenfalls besichtigt werden können. Großartig ist auch der wunderbare Ausblick vom Gelände der Moschee zum Goldenen Horn und über den Bosporus. Desweiteren verfügt das Süleyman-Viertel noch über eine stattliche Anzahl der für das alte Istanbul typischen mehrstöckigen Holzhäuser, die vor Jahrzehnten noch prägend für die Wohnviertel der gesamten Altstadt waren.

Letzter großer Standortschwerpunkt für diesen Tag ist das Universitätsviertel und seine flankierenden Sehenswürdigkeiten rund um den Beyazit-Platz. Zwischendurch Mittagessen in einem Restaurant in der Stadt. Für das Abendessen Fahrt zum zum alten Fischerviertel Kumkapý.

3. Tag: Der Istanbuler Basar zwischen Großem- und Ägyptischem Basar

Nach dem Frühstück lassen wir uns von unserem Exkursionsbus ans Goldene Horn bis zur Galatabrücke bringen. Die Ecke Galatabrücke - Eminönü Meydani (Meydani=Platz) - Yeni Cami (Neue Moschee) ist wegen ihrer Funktion als Verkehrsknoten der Altstadt, wo viele Schiffe des internen Istanbuler Schiffsverkehrs anlegen und gleichzeitig noch der Weg hinüber in den so genannten europäischen Teil Istanbuls führt, sehr bunt, belebt und außerordentlich betriebsam.

Zwischen hier und dem hangaufwärts folgenden Weg bis zum Großen Basar finden wir das alte Handelsviertel Istanbuls, einen jener Orte der Geschäftigkeit, aus denen Istanbul früher lebte. Heute ist das Basarviertel nur noch zum Teil ein authentisches, während die Ausrichtung auf den Tourismus sich immer mehr in den Vordergrund drängt. Es lohnt sich daher durchaus öfters einmal von der touristischen Hauptroute nach rechts und links abzubiegen.

Bevor wir uns aber auf den Weg durch die Basare machen, darf ein kurzer Besuch der Neuen Moschee (fertiggestellt 1663, als Ersatz für eine abgebrannte Moschee; daher der Name Neue Moschee) nicht fehlen. Die Iznik-Majolika im Innern sowie die harmonische Architektur des Baus mit ihren 66 großen und kleinen Kuppeln sind sehr sehenswerte Zeugnisse der osmanischen Architektur. Gleiches gilt für die nahe Rüstem Pascha Moschee, die wir je nach Situation alternativ besuchen werden.

Direkt neben der Neuen Moschee befindet sich der Eingang zum überdachten Misir Carsisi, dem Ägyptischen oder Gewürzbasar. Der L-förmige Grundriss der Basarstraße mit ihren ungefähr 100 Geschäften führt in erster Linie vorbei an Lebensmitteln, Süßigkeiten und Gewürzen, jedoch immer mehr auch an anderen Waren, die mehr dem touristischen Bedarf entsprechen.

Durch Zugänge von mehreren Seiten dient der Basar auch als Verbindungsweg zwischen zahlreichen Marktständen für Gemüse, Fleisch und Fisch, Haushalts- und Textilwaren, die ihn umgeben. Dieser offene Teil des Basarviertels (Mahmutpasa Carsisi, so genannt wegen der Nähe zur Mahmutpasa Moschee) erstreckt sich hangauwärts bis zum Kapali Carsi, dem Großen Basar, einem Labyrinth aus gedeckten Basarstraßen mit rund 4000 Geschäften.

Nach einer Einführung in Struktur und traditionellem Aufbau des großen Basars mit seinen Nebeneinrichtungen wie Werkstätten, Karawansereien, Moschee und nach Branchen sortierten Straßen, ist es ratsam, die Gruppe für einige Zeit aufzulösen, damit hier jeder seinen individuellen Interessen nachgehen kann, um nach Belieben zu verweilen, weiterzugehen oder einzukaufen.

Mittagessen in der Altstadt. Abendessen in der Altstadt.

 

4. Tag: Pera/Beyoglu - Istanbuls historisches Europäerviertel

Pera bedeutet auf griechisch "gegenüber von"; gemeint ist der im 13./14. Jh. von Genuesen gegründete Stadtteil "gegenüber" des historischen Konstantinopels, auf der Nordseite des Goldenen Horns, heute dem Stadteil Beyoglu zugehörig. Dieser historische Teil ist auch unter dem Namen Galata bekannt, der über die berühmte gleichnamige Brücke altes und neues Istanbul miteinander verbindet. Heute existieren wegen der gewaltigen Verkehrsströme natürlich weitere Brücken über das Goldene Horn.

Vor allem im 19. und 20. Jh. wuchs Pera weit über seine mittelalterliche Ummauerung (der Galataturm ist ein weithin sichtbarer Rest davon) hinaus. Diese Erweiterungen wurden im europäischen Baustil dieser Zeit (v.a. Jugendstil) ausgeführt und so entstand ein spannender städtebaulicher Kontrast zwischen orientalischer Altstadt einerseits und europäisch geprägter Neustadt auf der Nordseite des Goldenen Horns.

Nach dem Frühstück Busfahrt zum Taksim Meydanyi (Taksim Platz), dem zentralen Platz im Herzen der Neustadt, in dessen Mitte sich das 1928 errichtete Denkmal der Republik (Cumhuriyet Aniti) befindet, das an die Gründung der Türkischen Republik unter Atatürk im Jahre 1923 erinnert. In jüngster Zeit erlangte der Platz wegen der Demonstrationen und Polizeieinsätze im Mai/Juni 2013 im Zusammenhang mit der Protestbewegung gegen die Politik Erdogans und für den Erhalt des naheliegenden Gezi Parks weltweite mediale Aufmerksamkeit.

Vom Taksim-Platz nehmen wir zu Fuß den Weg stadteinwärts via Fußgängerzone Istiklal Caddesi/Grand Rue de Pera durch einen Teil Istanbuls, der vor allem durch seine Jugendstilfassaden und -Gallerien sowie ein im Gegensatz zum Basarviertel ganz und gar europäisches Ambiente besticht.

Durch die Fußgängerzone der Istiklal-Caddesi führt die Tünel-Bahn. Diese Straßenbahn ist die Fortsetzung der zweitältesten U-Bahn der Welt, die im Jahre 1875 in Betrieb genommen wurde und den Höhenunterschied von 62 m vom U-Bahnhof nahe der Galatabrücke bis an den Rand der Neustadt bequem überbrückt.

Auf unserem spannenden Weg durch das Europäerviertel lassen wir uns von folgenden Örtlichkeiten beeindrucken: Taksim-Platz, Istiklal Caddesi, Konsulatsviertel mit den schönsten Stadthäusern der Belle Epoque oder Jugendstils, Konfessionsviertel, Cicek-, Aleppo-, Emek- und Aynali-Pasaji und Fischmarkt in Galatasaray, Galata-Viertel und Galataturm.

Des Weiteren unternehmen wir eine Fahrt mit der Tünelbahn zur Galatabrücke, wo wir in einem der Brückenrestaurants unser Mittagessen einnehmen.

Anschließend besuchen wir das historische Empfangsgebäude des Bagdad-Bahn-Bahnhofs Sirkeci, Endstation des berühmten Orient-Express. Der Bau des 1890 vollendeten Bahnhofs ist eines der prominentesten Beispiele des europäischen Orientalismus.

Danach von dort Bustransfer zur unteren Seilbahnstation der 2005 fertiggestellten Eyüp-Pierre Loti-Seilbahn (Teleferik) im Stadtteil Eyüp und Fahrt hinauf zum Pierre Loti-Aussichtshügel. Im Pierre Loti-Café Entspannung vom besichtigungsreichen Tag. Rückfahrt zum Hotel.

Zum Abendessen geht es noch einmal zurück in das Europäerviertel, um im schönen Ambiente der Cicek Pasaji unser Abendessen zu genießen.

5. Tag: Am und auf dem Bosporus

Am Morgen besteigen wir am Schiffsanleger Eminönü bei der Galatabrücke ein Ausflugsschiff, das uns in einer ca. zweistündigen eindrucksreichen Fahrt Bosporus aufwärts nach Anadolu Kavagi, einem schönen Dorf auf der asiatischen Seite des Bosporus, bringt.

Beim Verlassen von Eminönü sehen wir im Rücken zunächst das uns schon bekannte Istanbul, jedoch aus ganz anderer Perspektive – vom Wasser aus: die Altstadt mit ihren Minaretten und Türmen von der Serailspitze im Osten bis zur Süleyman-Moschee und weiter im Westen.

Weiter geht es vorbei an der steilabfallenden Bebauung des Europäerviertels und Beyoglus, bis schließlich die gewaltige Fassade des im 19. Jh. direkt am Ufer des Bosporus erbauten Dolmabahce-Palasts (Dolmahbace Sarayi) auftaucht. Der riesige Palast ist die letzte Residenz der osmanischen Sultane und tritt uns, ganz anders als die Vorgängerresidenz, im europäisierten Stil entgegen. Im Jahre 1856 wurde der Sultanshof vom "unmodern" gewordenen Topkapi Serail an das Ufer des Bosporus verlegt.

Sollte der Dolmahbahce Palast zu sehr überlaufen sein, besichtigen wir den zwar kleineren, dafür aber vielleicht sogar schöneren Beylerbeyi-Palast, der zeitgleich als Sommerresidenz diente und wie der Dolmahbace Palast direkt am Ufer des Bosporus erbaut wurde. Allerdings liegt er auf der asiatischen Seite, etwa auf Höhe der 1. Hängebrücke.

Unter dieser ersten, im Jahre 1973 eröffneten Bosporusbrücke (Bogaz Köprüsü) geht es weiter Richtung Schwarzes Meer, vorbei an den vielen schmucken Sommervillen und Palästen, welche die Ufer des Bosporus säumen, der geographisch gesehen nichts anderes als ein nacheiszeitlich ertrunkenes Flusstal ist, das heute auf einer Strecke von ca. 30 km das Schwarze mit dem Marmarameer verbindet.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir unser Ziel, das Ausflugsdorf Anadolu Kavagi auf der asiatischen Bosporusseite (anadolu türkisch = asiatisch), das malerisch bei der Festung Anadolu Hisari liegt. An dieser Engstelle des Bosporus befindet sich außerdem die im Jahre 1988 eröffnete, 1,5 km lange und 64 m über dem Bospors schwebende Zweite Bosporusbrücke (Fatih Sultan Mehmet Köprüsü).

Gegenüber, auf der europäischen Seite, liegt das Gegenstück zu Anadolu Hisari, die Festung Rumeli Hisari. Beide Festungen wurden Ende des 14. Jh, also bereits ca. 60 Jahre vor der Eroberung Konstantinopels, durch die Osmanen errichtet, um die Kontrolle über den Bosporus zu erlangen.

Wir verlassen das Schiff, besuchen das Dorf Anadolu Kavagi und fahren anschließend über die 2. Brücke zurück auf die europäische Seite mit der Festung Rumeli Hisari.

Nachmittags, wenn der Verkehr es zeitlich zulässt, wollen wir sowohl noch das postmoderne Businesszentrum Levent mit seinen wolkenkratzerähnlichen Glaspalästen, als auch ein Gecekondu besuchen. Unter einem Gecekondu versteht man Viertel am Rande der Metropole, wo die Neuankömmlinge aus Anatolien erste einfache Häuser errichten, die später ausgebaut, versorgt und in die Stadt integriert werden.

Zurück geht es in eines der Dörfer am Bosporus, wo wir in einem Restaurant direkt am Wasser unserer heutiges Abendessen einnehmen. Rückfahrt mit dem Bus zum Hotel.

 

6. Tag: Asiatische Seite und Topkapi Serail

Bereits am Vortag haben wir Eindrücke von der asiatischen Seite des Bosporus gesammelt. Heute setzen wir dies beginnend mit einer Fahrt über die erste Bosporusbrücke und weiter in den asiatischen Teil Istanbuls hinein fort.

Das Stadtviertel Camlica ist namensgebend für unser erstes Ziel, den Aussichtshügel von Camlica. Er erhebt sich 268 m über dem Bosporus und ist als höchste Erhebung der Umgebung auch Standort des Istanbuler Fernsehturms. Auf dem Hügel, der die beste Gesamtsicht über Istanbul überhaupt bietet, befindet sich der wohl bekannteste Teegarten Istanbuls, dem auch wir unsere Aufwartung machen, um bei einem Glas türkischen Cay oder Kaffee diesen besonderen Ort zu genießen. An Tagen mit guter Sicht reicht der Blick bis zum Schwarzen Meer am Horizont.

In Camlica ist außerdem seit Mitte 2013 eines der spektakulären Istanbuler Großprojekte im Entstehen: Die größte Moschee Istanbuls mit vier Minaretten von je 107 m Höhe, die bis zu zu 50.000 Gläubige fassen soll.

Zurück geht es bis zum Schiffsanleger in Üsküdar und mit dem Wasserbus über den Bosporus. Diese kurze Fahrt führt vorbei an dem kleinen Üsküdar ca. 200 m vorgelagerten Inselchen, das einen Leuchtturm aus dem ausgehenden 18. Jh trägt. Aufgrund einer antiken Sage Leanderturm oder Mädchenturm (Kiz Kulesi) genannt, zählt er wegen seiner markanten Lage, zu den Wahrzeichen Istanbuls.

Der gesamte Nachmittag ist für den alten Sultanspalast, den berühmten Topkapi Serail reserviert. Zu einer auch nur annähernd ausführlichen Besichtigung benötigt man auf jeden Fall mehrere Stunden Zeit und auch die Möglichkeit für individuelle Pausen. Deshalb wollen wir es halten wie im Großen Bazar und nach einer Einführung und Orientierung die Möglichkeit geben, eigene Schwerpunkte in dieser riesigen Palaststadt mit ihrer außergewöhnlichen Zahl an bedeutenden Sehenswürdigkeiten zu setzen.

Der Topkapi Serail erstreckt sich über eine Fläche von nahezu 70 ha und nimmt fast exakt die gleiche Lage und Gesamtfläche des antiken Byzantions ein, also jener griechischen Kolonialstadt, aus der später Konstantinopel hervorging. Freilich sind die Teile des touristischen Hauptinteresses überschaubarer, wenngleich immer noch von beeindruckender Ausdehnung. Vor allem sind es die inneren Höfe des Palastes, die mit ihren verschiedenen Repräsentations-, Funktions- und Wohngebäuden, Museen und Gärten eine schier unglaubliche Vielfalt an Besichtigungsmöglichkeiten bietet: angefangen bei der Palastküche über den Divan, Waffenmuseum, Schatzkammer bis zu den islamischen Reliquien, um nur weniges zu nennen.

Selbstverständlich sollte auch ein Besuch des Harems mit seinem schönen Inneren aus verschiedenen Stilepochen nicht fehlen, gerade auch wegen der Ausstattung vieler Räume mit herrlichster Iznik-Majolika. Der Haremskomplex allein besteht aus 259 Räumen, von denen die schönsten besichtigt werden können.

Im Gegensatz zu den europäisierten Palästen wie Dolmahbace oder Beylerbeyi besteht der Topkapi Serail nicht aus einem einzelnen, sondern getreu der orientalisch-osmanischen Tradition aus einer Vielzahl mehr oder weniger freistehender Gebäude und Gebäudekomplexen in einem parkähnlichen Garten. Diese sind verteilt auf mehrere Höfe, die jeweils durch ein monumentales Tor erschlossen werden und in ihrer Funktion nach hierarchisch angeordnet sind. Der letzte Hof war allein dem Sultan, seiner Familie und den engsten Vertrauten vorbehalten. Entsprechend gestaltet sich auch die Prachtentfaltung je weiter man ins Innere des Serails vordringt.

Vom Topkapi Serail bis zu unserem Hotel ist es nicht weit, so dass jeder die Aufenthaltsdauer dort selbst bestimmen kann. Wir treffen uns erst abends wieder zum gemeinsam Abschluss-Abendessen an einem schönen Ort in der Altstadt.

Am 7. Tag erlauben uns die Flugzeiten noch ein gemütliches Frühstück bis es am Mittag im Direktflug (12:00 - 13:55 Uhr) zurück nach Stuttgart geht.

Änderungen vorbehalten

Sie können sich das Reiseprogramm auch als (druckbare) PDF-Datei herunterladen:
Detailliertes Reiseprogramm