Republik China - eine chinesische Demokratie

Überblick

1.-5. Tag: Anreise; der Westen und das zentrale Bergland

6.-7. Tag: die alte Hauptstadt Tainan und der tropische Süden

8.-9. Tag: Pazifikküste und östliches Bergland mit Taroko Nationalpark

10.-14. Tag: Taipei und der Norden; Rückreise

 

 

 

 


Für Details und weitere Informationen klicken Sie bitte auf untenstehende Reiseabschnitte:

Hotel UNI-Resort**** (Lukang, 2 Übernachtungen)
Sun Moon Lake Youth Activity Center*** (Ri Yue, 1 Übernachtung)
ML Hotel *** oder vergleichbar (Chiayi, 1 Übernachtung)

1. und 2. Tag: Anreise bis Lukang an der Westküste Taiwans

Am 1. Tag mittags Direktflug ab Frankfurt mit China Airlines zum internationalen Flughafen Taoyuan im Westen von Taipei. Ankunft in Taiwan am frühen Morgen des 2. Tages. Fahrt mit dem Reisebus zum Science Park in Hsinchu, der Hightech-Metropole Taiwans; danach Weiterfahrt nach Lukang an der Westküste der Insel (insg. ca. 138 km Autobahn). Am Nachmittag Erkundung von Lukang, die als eine der ursprünglichsten und typischsten Städte der Insel gilt. Erkundung der religiösen und kulturellen Grund­lagen der taiwanesischen Gesellschaft.

Lukang: Die Altstadt von Lukang (85.000 Einw.) kann durch eine Fußexkursion über die Hauptstraße, an der fast alle Sehenswürdigkeiten liegen, erfasst werden. In der ehemaligen Hafenstadt, der Hafen ist seit der japanischen Besatzung geschlossen, stößt man dabei auf gleich mehrere Tempel zu Ehren der Meeresgöttin Matzu: vom größten daoistischen Tempel der Stadt (Tienhou-kung; 18. Jh.) liegt der kleinere Tempel Hsintsu-kung in einer Seitengasse keine 100 m ent­fernt. Ebenfalls in Sichtweite treffen wir hier des Weiteren auf den daoistischen Fengtien-kung, einem Tempel zur Ahnen­verehrung. Der Lungshan-si (Ende 18. Jh.) im Südosten der Altstadt zählt hingegen zu den ältesten buddhistischen Tempeln ganz Taiwans. Die alte chinesische Hausbauweise kann in kleinen Gassen betrachtet werden, während in Werkstätten der Hinterhöfe das mittelständische Handwerk mit der Produktion traditioneller Gebrauchsartikel blüht.

3. Tag: Tagesexkursion rund um Lukang

Lukang ist unser Ausgangspunkt für eine kleine Zeitreise in das traditionelle China. Auf einem Tagesausflug in die nähere Umgebung werden wir uns mit der althergebrachten chinesischen Bauweise, der Landwirtschaft und dem alltäglichen Leben auf dem Dorf, sowie mit über Jahrhunderte überlieferten Handwerkstraditionen befassen. Ange­fangen von der Herstellung farbenprächtiger Lampions, über Holzschnitzereien und traditionellen Möbeln bis hin zu handgemachten Reisnudeln, deren Produktion wir uns genauer ansehen, bietet die Region Einblick in das tra­ditionelle chinesische Leben, wie sonst kaum eine andere auf Taiwan. Wir können uns auch einmal eine Austern­zucht oder eine Ananas-Plantage ansehen (wenn nicht an diesem, dann an einem anderen Tag)

4. Tag: Zentrales Bergland mit dem Sonne-Mond-See

Nach dem Frühstück verlassen wir Lukang und die flache Ebene der Westküste. Bereits nach kurzer Fahrzeit er­reichen wir am Fuße des zentralen Berglands das 921 Erdbebenmuseum, das in einer am 21. September 1999 durch ein Erdbeben der Stärke 7,3 völlig zerstörten Schule von Wufeng sehr beeindruckend vermittelt, welche Kräfte dabei gewirkt haben. Auf der weiteren Fahrt in das zentrale Bergland ist der Riyuehtan (Sonne-Mond-See) unser Tagesziel, der zugleich das beliebteste Ziel des taiwanesischen Inlandstourismus ist. In 748 m Höhe er­wartet uns am größten Binnengewässer Taiwans (11,6 km²) ein angenehmes Klima und eine üppige subtropische Vegetation der unteren Gebirgshöhenstufe. Übernachtung am See.

Wenwu-Tempel: Der bemerkenswerte Tempel vereinigt Elemente mehrerer philosophischer Schulen miteinander: die dunklen Steinblöcke des Bauwerks stehen im Kontrast zum hellen See (Yin und Yang), die Statuen der Haupthalle sind schamanisch, während in der hinteren Halle ein Standbild von Konfuzius seinen Platz hat.

Hsuan Chuang Si und Tzuenta: im buddhistischen Tempel werden Reliquien von Hsuan Chuang, der buddhistische Schriften übersetzt hat, aufbewahrt. Rund 1 km oberhalb des Tempels befindet sich die neunstöckige Pagode Tzuenta, deren Besuch sich allein schon wegen der fantastischen Aussicht lohnt. Die 45 m hohe Pagode ist die höchste Taiwans.

5. Tag: Alishan-Gebirge

Die heutige Fahrt führt zunächst an den Westrand des zentralen Berglands und in das Alishan-Gebirge. In den Höhenlagen rund um den Alishan ist die Heimat der Tsou-Ureinwohner. Angebaut werden hier vor allem Tee und Betelpalmen (z.B. beim Dorf Shichon in 1140 m Höhe). Auf einem unserer Fußexkursionen durch Bambus- und Zypressenwälder treffen wir u.a. auf 800 bis über 2000 Jahre alte Baumriesen. Berühmt ist auch der Tee aus dieser Region - der beste von ganz Taiwan (Besuch einer privaten Teeplantage mit Produktionsstätte des Oolong-Tees). Neben der Wirtschaftsgeographie gehören Plattentektonik, Landschaftsentstehung und Umweltschäden zu den Themen des heutigen Tages. Danach führt unser Weg zur Küstenebene bei Chiayi, wo wir unsere neue Unterkunft erreichen.

Alishan: Kaum eine andere Gipfelregion Taiwans erfreut sich so großer Beliebtheit. Der Grund hierfür liegt ursprünglich im spirituellen Bereich: die Lebensenergie, das Chi, soll hier oben günstiger als überall sonst sein - jede Minute sei dabei so wertvoll wie ein ganzer Tag in der Ebene. Die Ursache hierfür ist im angenehmen Klima der Region zu suchen. Ent­sprechend gut ausgebaut ist daher die Infrastruktur, mit der die Anbaugebiete von Tee und Betel, die Dörfer der Ureinwohner und die Aussichtspunkte über die Bergwelt zu erreichen sind. Die Kehrseite der Medaille sind zum Teil enorme Erosionsschäden durch die Tätigkeit des Menschen.

Kenting Youth Activity Center*** (Kenting, 2 Übernachtungen)

6. Tag: die historische Hauptstadt Tainan

Gleich nach dem Frühstück setzen wir unsere Fahrt zur ehemaligen Hauptstadt Tainan fort, wo der weitere Vor­mittag der Altstadt und der Stadtentwicklung von Tainan gewidmet ist. Tainan war einst Stützpunkt der nieder­ländischen Kolonialbestrebungen – und zugleich Ort deren Niederlage. Nachdem wir uns ein Bild von der alten Hauptstadt gemacht haben, geht es am Nachmittag in die Bucht nördlich der Stadt, wo wir uns intensiv mit dem dort wichtigsten Wirtschaftszweig, der Austernzucht beschäftigen. Nach der Fahrt am Abend bis in den äußersten Süden des Landes (ca. 174 km), durchqueren wir eine Region mit intensivem Anbau von Sonderkulturen. Im tropisch geprägten Südzipfel der Insel, stoßen wir auf eine ganz andere Vegetation. Hier liegt befindet sich unsere Unterkunft inmitten des tropischen Kenting Nationalparks in der kleinen Küstenstadt Kenting.

Tainan: mit 730.000 Einwohner ist die ehemalige Hauptstadt (1663-1885) neben Taipei die kulturell und historisch inte­ressanteste Stadt Taiwans. 1590 eroberten die Portugiesen und deren Nachfolger, die Spanier, den Norden Taiwans, 1624 die Holländer den Süden der Insel. Aus den militärischen Auseinandersetzungen gingen 1641 die Holländer als Sieger hervor. Ihre Herrschaft war jedoch nur von kurzer Dauer, bis Ko Hsing Ka die Holländer besiegte und Tainan 1663 zur ersten Hauptstadt Taiwans machte. 1682 wurde die Insel von China erobert und der chinesischen Provinz Fujian angeschlossen. Dennoch unterschied sich schon damals die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans durch zuvor vollzogene Reformen von China. Seit der kurzen Unabhängigkeit, in der ein reges kulturelles Leben begann, gilt Tainan bis heute als Stadt der Tempel und spricht daher historisch Interessierte besonders an. Innerhalb der Altstadt liegen die wichtigsten Objekte nahe beieinander und sind zu Fuß zu erreichen. Abgesehen von den Tempeln sind dabei die Reste des 1653 von den Holländern erbauten Forts Providentia von Interesse. Von der alten Stadtmauer zeugen v.a. noch das Osttor und das große Südtor. Mit dem Bus steuern wir den Kungtzumiao, den ältesten Konfuzius-Tempel Taiwans an. Der 1665 errichtete Gebäudekomplex gilt als Paradebeispiel des Ming-Stils, wie er auf Taiwan selten anzutreffen ist. Etwas außerhalb und nördlich der Stadt wird im Gezeitenbereich eine intensive Austernzucht betrieben.

Litchi und Pampelmuse: Der bis zu 30 m hohe Baum, botanisch Litchi chinenis, stammt ursprünglich aus dem Süden Chinas, wo sie seit mehr als 4000 Jahren kultiviert wird. Die Pflanze mit den geschmackvollen Früchten stellt sehr hohe Anforderungen an Klima und Boden und wird deshalb nur selten außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes ange­baut. Zu den Haupterzeugerländern gehört heute Taiwan. Die Erntezeit ist im Juli, weshalb wir während unserer Reise keine Bäume mit Früchten sehen werden. Anders hingegen die Pampelmuse (Citrus maxima), zu deren Saison wir genau richtig sind. Alle Zitruspflanzen (Mandarine, Zitronatzitrone, Kumquat und Pampelmuse) stammen aus Südost­asien und Süd-China. Die meisten der heute kommerziell genutzten Sorten (Orangen, Grapefruit, Clementinen, Zitronen, Limetten, etc.) gehen hingegen auf Kreuzungen zurück (z.B. Orangen aus Mandarine und Pampelmuse).

7. Tag: Tagesexkursion im Kenting Nationalpark

Mitten im gleichnamigen Nationalpark liegt die Ortschaft Kenting, unser Ausgangpunkt für eine Tagesexkursion im ältesten Schutzgebiet Taiwans (1984 zum Nationalpark erklärt). Während Taiwan überwiegend zu den Subtropen gehört, reicht die Südspitze der Insel in die tropische Klimazone hinein. Hier erwartet uns hier eine entsprechend üppige Vegetation in einer Landschaft mit zahlreichen Naturphänomenen – angefangen von den Küstenformen, über schroffe Karsterscheinungen, bis hin zu natürlichen Gasfeuern. Im rund 1.800 km² großen Nationalpark sind über 200 Vogel-, 240 Schmetterlings-, 45 Reptilien- und 2200 Pflanzenarten beheimatet. Genauer werden wir auch die salztolerante Vegetation entlang der Küstenlinie betrachten, die an sehr trockene Standorte angepasst ist.

Hengchun: Die kleine Stadt ist die einzige Taiwans, bei der noch alle ursprünglichen Stadttore erhalten sind. Im Westen säumen Sanddünen den Strand zum Südchinesischen Meer, südlich von Hengchun gibt das Freilandmuseum der Sisal­industrie Einblick in die Verarbeitung der Faserpflanze (1901 aus Mexiko importiert), die wegen der strapazierfähigen Seile, die aus ihr hergestellt wurden, einst wichtig für die Schifffahrt war. Östlich von Hengchun ist mit etwas Glück ein nicht alltägliches Schauspiel zu beobachten: natürliche Gasaustritte, die zu Feuern entzündet werden können.

Südostkap: auf der rund 7 km langen Landzunge befinden sich mehrere Teilbereiche des Nationalparks mit gut ausge­bauten Rundwegen durch das üppige Grün zu Aussichtsplattformen mit Blick über die Küstenlandschaft, zu Felsgrotten und Tropfsteinhöhlen. Im tropischen Küstenwald ist ein ca. 2 km langer Streifen des ursprünglichen Waldgebietes erhalten, dessen Pflanzen ursprünglich als Samen aus Indonesien und von den Philippinen angeschwemmt wurde.

Hualien Hero House**(*) (Hualien, 2 Übernachtungen)

8. Tag: Fahrt entlang der Pazifikküste (East Coast National Scenic Area) bis Hualien

Nach der zweiten Übernachtung in Kenting verlassen wir den tropischen Süden. Am heutigen Tag ist vor allem der Weg das Ziel: entlang der landschaftlich einzigartigen Pazifikküste werden wir die Fahrt des Öfteren unterbrechen, um die Landschaft genauer betrachten zu können. Noch bis vor einigen Jahren, vor dem Bau der Pazifikstraße, war die gesamte Küstenregion der am meisten abgelegene Landesteil. Trotz einer gewissen wirtschaftlichen Entwicklung durch die neue Straßenverbindung, hat die Küste ihre ursprüngliche Abgeschiedenheit bewahrt und ist bis heute, wie auch das zentrale Bergland, der Lebensraum für viele nicht-chinesischen Ureinwohner. Über Tawu und den Fischerhafen Taimali erreichen wir nördlich von Taitung den südlichen Ausgang des East Rift Valley, den großen tektonischen Grabenbruch parallel zur Ostküste. Unsere Route führt weiter entlang der Pazifik­küste, wo die Landschaft (East Coast National Scenic Area) mit einigen Überraschungen auf uns wartet. Am Abend erreichen wir Hualien, wo wir für 2 Übernachtungen Quartier in einem Hotel der taiwanesischen Armee nehmen. Die Plattentektonik und der Vulkanismus werden, neben siedlungsgeographischen Aspekten, zu den Themen des heutigen Tages gehören.

Tulan: nördlich von Taitung überrascht eine englische Hinweistafel mit der Aufschrift „water flowing up“ – aufwärts fließendes Wasser. Es handelt sich hierbei um eine optische Täuschung, durch die die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt zu sein scheinen...

Sanhsientai: eine Bogenbrücke führt zu Korallenfelsen, die der Küste vorgelagert sind; das Gestein steht im krassen Gegensatz zu den vulkanischen Formationen des Küstengebirges, einem ehemaligen, durch die Plattentektonik mit Taiwan verbundenem Inselbogen.

Pa Hsien Tung: durch die Brandung entstandene Hohlformen, deren unterschiedliche Höhenlagen die enormen Hebungsbeträge durch die Plattentektonik in der jüngsten geologischen Vergangenheit verdeutlicht. Die Höhlen wurden u.a. von daoistischen Einsiedlern als Wohngrotten genutzt.

Fengpin: Nach Überquerung des nördlichen Wendekreises, vorbei an schwarzen Stränden aus vulkanischen Gesteinen, erreichen wir den kleinen Ort Fengpin, in dem überwiegend Ami - die polynesischen Ureinwohner der Ostküste - leben.

Hualien: Mit 200.000 Einwohnern ist Hualien die größte Stadt an der gesamten Ostküste. Die traditionelle Altstadt, in einer spektakulären Landschaft zwischen Pazifischem Ozean und Bergen gelegen, unterscheidet sich in vielerlei Hin­sicht von den hektischen Städten der Westküste. Mit seinen Sehenswürdigkeiten, die zu abendlichen Spaziergängen einladen, ist Hualien idealer Ausgangspunkt für unsere Tagesexkursion in die Taroko-Schlucht.

9. Tag: Tagesexkursion in den Taroko Nationalpark

Die heutige Tagesexkursion, die wir am frühen Morgen beginnen, führt zunächst zu einem Aussichtspunkt mit Blick in den nördlichen Teil des tektonisch entstandenen Rift-Valleys zwischen Küstengebirge und zentralem Hochgebirge. Danach geht es in den Taroko Nationalpark, eine der Hauptattraktionen der Natur auf Taiwan, die man auf keinen Fall versäumen sollte (in der Sprache der Ami-Ureinwohner bedeutet Taroko schlicht „schön“). Die unter größten Anstrengungen 1960 geschaffene Panoramastraße (East-West Coast Highway) führt in den Norden des zentralen Berglands und zu unvergesslichen Höhepunkten in der Natur. Kaum irgendwo sonst auf der Erde sind die Bewegungen der Erdkruste so groß: mit fast 10 cm pro Jahr bewegen sich hier die Erdplatten aufeinander zu. Das Resultat ist das jüngste Hochgebirge der Erde, welches in nur 6 Mio. Jahren Höhen von fast 4.000 m über dem Meeresspiegel erreicht hat. Entsprechend gewaltig sind die Erosionsleistungen, wie sie sich hier mit hunderte Meter tief eingeschnittenen Schluchten zeigt.

East Rift Valley: Es gibt nicht viele Regionen auf der Erde, wo wir die Auswirkungen der Plattentektonik auf kleinstem Raum in ähnlich beeindruckender Weise sehen können. In nur 30 km Entfernung werden vom Meeresspiegelniveau Höhen von fast 4000 m erreicht (Yu Shan, 3952 m). Durch das unmittelbare Aufeinandertreffen der Eurasischen - und Philippinischen Platte, die von der Pazifischen Platte nach Westen gedrückt wird, werden die Gesteine in mächtigen Faltungen zum Zentralen Gebirge Taiwans (Tschungyang Schanmo) aufgetürmt – ein Prozess, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Entlang einer Schwächezone, die äußerst geradlinig verläuft, ist das East Rift Valley eingebrochen. Die Fortsetzung dieser Schwächezone ist im durchgehenden Verlauf der Küste nördlich von Hualien sowie südlich von Taitung zu verfolgen (siehe Übersichtskarte).

Taroko Nationalpark: Nach der Durchquerung (teilweise zu Fuß) der gigantischen Schlucht (Taroko Gorge), durch die wir ins Gebirge hinauf fahren, erreichen wir Tienhsiang. Von hier aus führt uns ein Wanderweg zum Paiyang-Wasserfall und zur 25-Tunnel-Wanderung (Taschenlampe, Regenschutz, Getränke und trockene Ersatzkleidung [im Bus] mitnehmen).

Ethnische Minderheiten: Die Ami stellen mit ca. 130.000 Menschen die zahlenmäßig größte Gruppe der Ureinwohner Taiwans. Die Familien sind matriarchalisch organisiert, d.h. die Autorität liegt bei den Frauen. So obliegen nicht nur die Finanzen und die Regelung aller Alltagsfragen bei den Frauen, bei einer Hochzeit heiratet der Mann in die Familie der Frau und zieht in deren Haus. Die Ami siedeln vor allem an der Ostküste Taiwans.

Die Atayal (80.000 Menschen), deren Gesellschaft patriarchalisch geordnet ist, sind im Norden des Gebirges zu Hause. Sie lebten hauptsächlich von Ackerbau und der Jagd und waren einst gefürchtete Kopfjäger. Heute sind sie überwiegend in der taiwanischen Gesellschaft integriert und nur wenige richten sich noch nach traditionellen Lebensweisen - vor allem aber ohne Kopfjagd. Nach Süden reichen einzelne Atayal-Siedlungen bis in den Taroko Nationalpark.

Der Süden Taiwans ist die Heimat der Paiwan (60.000 Menschen), deren Siedlungsgebiet sich über das südliche Berg­land, während die Rukai (8.000 Menschen) nur in entlegenen Tälern des Berglandes leben. In der Ebene um Taitung im südlichen Teil der Ostküste sind außerdem die Puyuma (8.000 Menschen) beheimatet.

Ein typischer Hochgebirgsstamm sind die Bunun, die in Höhen um 1500 m in der Mitte des zentralen Berglands leben. In den Höhenlagen rund um den Alishan sind vor allem die Tsou ansässig, bei denen die dominierende Rolle der Männer stärker ausgeprägt war, als bei den anderen patriarchalischen Stämmen. Den Frauen war es sogar untersagt, die Be­ratungsstätte der Männer auch nur zu betreten. Zu den kleinsten Stämmen gehören im Westen des Zentralen Berglands die Saysiat, Sediq und Thao, im Raum Hualien die Truku, Kavalan und Sakizaya.

Chientan Youth Activity Center*** (Taipei, 3 Übernachtungen)

10. Tag: von Hualien über die Küstenebene des Langyang Hsi nach Taipei

Die Fahrt von Hualien führt über den nördlichen Teil der Küstenroute (Quingshui Cliff) bis Suao und dann über die Autobahn bis ins Stadtzentrum der Metropole Taipei. Am Nachmittag erste Erkundungen in Taipei.

Quingshui Cliff: mit rund 800 m das höchste Kliff auf Taiwan; bis zum Gipfel des Quingshui, der direkt an der Küste zum Pazifischen Ozean emporragt, sind es 2408 m. Entsprechend problematisch ist hier die Verkehrsführung (Eisenbahn und Straße) im Hang mit zahlreichen und immer wieder stattfindenden Bergstürzen.

Taipei: Mit 2,7 Mio. Einwohnern (einschließlich der umliegenden Gemeinden wahrscheinlich über 5 Mio. Einwohner) fungiert die Hauptstadt nicht nur als Verwaltungszentrum, sie ist zugleich die Wirtschaftsmetropole und in zunehmendem Maße auch das kulturelle Zentrum des Landes. Taipei beheimatet die wichtigsten Museen, Universitäten, das National­theater und setzt auch von der Architektur bis zur Mode die aktuellen Trends. In der Ebene des Danschui Ho, zwischen dem vulkanisch geprägten Yangmingshan im Norden und dem zentralen Bergland im Süden gelegen, erlangte die Stadt erst vor knapp 100 Jahren Bedeutung. 1920 mit 160.000 Einwohnern noch relativ klein, erreichte Taipei vor dem 2. Welt­krieg eine Einwohnerzahl von rund einer halben Million Menschen (inkl. Umland). Nach dem Rückzug der national­chinesischen Truppen 1949, die nahezu die gesamten Goldreserven des damaligen Chinas sowie zahlreiche Kunst­schätze mitbrachten, wurde Taipei zum Regierungssitz und nahm einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Hierdurch wurden immer mehr Menschen von der nun rasant wachsenden Stadt angezogen. Nachdem 1987 auch formal das Kriegsrecht beendet wurde, erfuhr Taipei auch umweltpolitisch einen raschen, positiven Wandel. Der Gegensatz zwischen Taipei und dem Rest des Landes ist auch für den ausländischen Besucher kaum zu übersehen. Während Taipei über­wiegend die Stadt der chinesischen Einwanderer nach 1949 ist, bezeichnen sich die meisten Bewohner im restlichen Land als alteingesessene Taiwanesen. Auf den Besucher wartet eine moderne Weltstadt, in der altehrwürdige Tempel sich mit modernsten Hochhäusern auf interessanteste Weise abwechseln.

Taipei 101: Der die moderne Oststadt optisch dominierende Wolkenkratzer war bei seiner Eröffnung 2004 das höchste Gebäude der Welt. Der von einem Tochterunternehmen der deutschen Firma Hochtief errichtete Gigant ist einem Bambushalm nachempfunden. Nicht weit vom Taipei 101 erstreckt sich ein Wohnviertel der Einwanderer von 1949, in dem die Siedlungsstrukturen von damals bis heute gut zu erkennen sind.

11. Tag: Taipei – Hauptstadt und moderne Metropole Taiwans

Heute widmen wir uns Taipei, das als asiatische Großstadt Traditionelles mit zukunftsorientiertem Flair verbindet und laut ’Asiaweek’ heute als eine der lebenswertesten Metropolen Asiens bezeichnet wird. Nach zahl­reichen Eindrücken am Tag wartet Taipei mit einem enormen Angebot für Nachtschwärmer auf: angefangen von der Chinesischen Oper und klassischen Konzerten im Nationaltheater, über Nachtmärkte bis zur reichhaltigen Palette an Kneipen und Bars, die teilweise hervorragende Live-Musik bieten. Nachstehend nur ein kleiner Auszug der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Taipei, aus denen wir natürlich eine geographisch besonders relevante Auswahl treffen werden…

Chiang Kai-shek Gedächtnishalle: Das zum 5. Todestag des Präsidenten am 5.4.1980 eröffnete Gebäude ist kein Mausoleum, sondern vielmehr ein gigantisches Denkmal mit kleinem Museum zum Gedenken an den Staatsführer.

Manka-Viertel: In der südwestlichen Innenstadt erstreckt sich am Danshiu das alte Taipei mit dem Longshan-Tempel von 1738, der Huaxijie (Snake-Allex) - einer Gasse mit zahlreichen Garküchen und Gerichten der besonderen Art - und dem Jing Shan Tang-Tempel von 1854 sowie der alten Handelsstraße Taipeis (Chixin-Markt).

Konfuziustempel: Zwischen den beiden Flüssen Danshui und Jilong gehört der Schrein zu den drei größten, die auf Taiwan zu Ehren von Konfuzius errichtet wurden.

Baoan-Tempel: Der Ende des 18. Jhs. von Einwanderern aus Fujian errichtete Bau im Stil ihrer Heimat auf dem Fest­land vereinigt verschiedene Glaubensrichtungen Chinas - während die Architektur überwiegend daoistisch ist, wirkt die zweite Etage rein buddhistisch.

Linantai: Das Gebäude im Qing-Stil ist eines der besterhaltenen Beispiele für ein Wohnhaus der chinesischen Ober­schicht. Neben der großzügigen Gartenanlage verdeutlichen die um 1740 entstandenen Wohnräume, dass beim Bauen vor allem das Fengshui - die Lehre von den unsichtbaren Kräften, die über Glück und Unglück des Hauses entscheiden - eine wichtigere Rolle gespielt hat, als baumeisterliche Aspekte.

12. Tag: die Nordküste und der Yangming-shan Nationalpark

Die heutige Tagesexkursion (insg. 140 km) führt über kleine Straßen durch den Yangming-shan Nationalpark mit seinen postvulkanischen Erscheinungen (Fumarolen und Solfatare) bis nach Yeliu an der Nordküste und in das alte Goldgräberdorf Jiufen (Goldabbau unter Tage).

Yangmingshan: Der kleinste Nationalpark Taiwans ist die Region mit der größten vulkanischen Tätigkeit der Insel. Schwefelbecken, heiße Quellen und Fumarolen (100-800°C heiße Gas- und Wasseraustritte aus Spalten) zeugen davon, dass der Vulkanismus noch aktiv ist.

Yeliu: Die Brandung des Meeres hat äußerst bizarre Formen aus den hier anstehenden Gesteinen unterschiedlicher Härte heraus gewaschen, die wir auf einem kleinen Spaziergang am Yeliu Kap aus der Nähe betrachten werden.

Jiufen: Das pittoreske Dorf wird bis heute durch steile Treppen und zahlreiche traditionelle Häuser geprägt. Ein Gold­minenmuseum berichtet über vergangene Tage (mit Demonstration der schwierigen Trennung des Goldes vom Abraum­material) und traditionelle Teehäuser laden zum Abschluss der Exkursion zum Abendessen ein.

13. bis 14. Tag: eigene Erkundungen in Taipei; Rückreise

Der 13. Tag steht bis zum Nachmittag für eigene Erkundungen zur Verfügung. Es gibt sicherlich für jeden noch viel zu entdecken: sei es in den zahlreichen Museen der Stadt, die von Kunst über Technik bis zum Historischen Museum einiges zu bieten haben, oder bei einem Ausflug mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die umliegenden Berge, um sich einen Überblick über die Metropole von erhöhtem Standort zu verschaffen (z.B. vom Pishan-Tempel). Für Interessenten bieten wir fakultativ am Vormittag eine geführte Besichtigung des Nationalen Palastmuseums an.

Voraussichtlich gegen 16:00 Uhr fahren wir gemeinsam zum Flughafen Taoyuan, um von dort (nach dem Abendessen) den Rückflug nach Deutschland (Abflug voraussichtlich 23:00 h) anzutreten. Frankfurt erreichen wir am 14. Tag in den frühen Morgenstunden (voraussichtlich gegen 06:50 h).

Nationales Palastmuseum: Nördlich der Innenstadt erhebt sich im chinesischen Stil der gigantische Gebäudekomplex des Museums, dem im gesamten chinesischen Kulturkreis eine Bedeutung zukommt, die der des Louvre für Europa gleich­gestellt werden kann. Bereits die Kaiser der Sung-Dynastie (10.-13. Jh.) begannen mit der Sammlung, indem im gesam­ten Reich alles von Interesse durch ihre Beamten an den kaiserlichen Hof bringen ließen. Über die Yuan- und Ming-Dynastie bis zur Ching-Dynastie entwickelte sich so die kaiserliche Schatzkammer in der verbotenen Stadt Pekings zu einer der größten Sammlungen weltweit. Durch den Sturz des letzten Kaisers 1911 gelangten die gesamten Schätze in den Besitz der Republik China, die 1925 die Tore der verbotenen Stadt für die Allgemeinheit öffnete. Während des Krieges mit Japan wurde die gesamte Sammlung nach Nanking in Sicherheit gebracht, 1949 auf dem Rückzug vor den Kommunisten nach Taipei verfrachtet, wo 1965 das eigens hierfür gebaute Museum eröffnet wurde. Von den rund 700.000 Einzelstücken werden 15.000 im Museum gezeigt, um dann alle 3 Monate komplett ausgewechselt zu werden.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von: Xu Wenjie, Xu Zinan, Emma, Yue Rongjing (Rice Yue)

Sie können sich das Reiseprogramm auch als (druckbare) PDF-Datei herunterladen:
Detailliertes Reiseprogramm