Eine geographische Traverse durch Zentral- und Südmarokko

Überblick

Kurzprogramm

1.-2. Tag: Anreise und Marrakech. Am Nachmittag Königsstadt Marrakech Teil I: Menara-Gärten und Besuch des berühmten Platzes der Gaukler. 2. Tag: Marrakech Teil II: ganztägige Exkursion zur Stadtgeographie von Marrakech mit Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten (z.B. Bahia-Palast, Medersa Ben Youssef, Judenviertel, Souks, Kolonialstadt, Palmerie) in und um das Weltkulturerbe Medina von Marrakech.

3. Tag: Westlicher Mittlerer Atlas: Travertin-Naturbrücke über die tief eingeschnittene Schlucht des Oued Mehasseur, zu den Wasserfällen des Oued Ouzoud und zum eindrucksvollen Stausee Bin-el-Ouidane.

4. Tag: Fahrt durch die Bewässerungsebenen von Afourer, zum Poljesee Aguelmane Azgiza und zu den Karstquellen des Oum-er-Rbia inmitten der Zedernwälder auf den abgelegenen Kalkhochflächen von Ajdir. Weiter bis Azrou.

5.-6. Tag: drei Weltkulturerbestätten: Königsstadt Meknès, Volubilis und Königsstadt Fès: Besichtigung der Medina von Meknès; Besichtigung der antiken Römerstadt Volubilis; zu Fuß durch die fantastische Medina der Königsstadt Fès.

7. Tag: durch den Zedernwald von Azrou, über die Vulkan-Hochflächen des Mittleren Atlas mit seinen Nomadensiedlungen zum Vulkan-Maar-See Aguelmane Sidi Ali (2080m). Durch die Halfagras- und Artemisiasteppe nach Midelt am Fuße des Mittleren Atlas.

8. Tag: auf grandioser Strecke über den Hohen Atlas ins Tafilalet mit mehreren Stopps bis Merzouga am Erg Chebbi, mit seinen bis zu 150m hohen Dünen.

9. Tag: Von Merzouga durch die Oasen des Jorf (mit Qanat-Bewässerung) zur Todraschlucht und weiter durch die Massenkalke der südlichen Atlaskette bis Boumalne am Dades.

10.-Tag: dem Dadestal folgend, vorbei an imposanten Berbersiedlungen hinauf in den Hohen Atlas bis zum atemberaubenden Dadesdurchbruch. Der Straße der Kasbahs folgend bis zur Kasbah von Taouirt, der Keimzelle der wachsenden Großstadt und marokkanischen Filmmetropole Ouarzazate.

11. Tag: Berbersiedlung Ait Ben Haddou (Weltkulturerbe). Weiter über die Hamadas des Anti-Atalas zu den Berbersiedlungen der Draatal-Oasenkette mit Fußweg durch die Oase von Tanzikht und den sehenswerten Ksar Tissergate bis Zagora.

12. Tag: Über die südlichen Ausläufer des Jabal Siroua sowie durch die intramontanen Becken und über die Hochflächen des Anti-Atlas in das Sousstal nach Taroudant. Kleine Kutschfahrt in die Altstadt und Besuch der malerischen Suqs.

13.Tag: Von Taroudant Ausflug durch die Hochtäler des Anti-Atlas ins Zentrum der Granitberge zu den festungsartigen Bergdörfern der Schlöh-Berber. Besichtigung des einmaligen Agadir Tasguent, weiter in die faszinierende Granitlandschaft bei Tafraout mit kleiner Wanderung. Fahrt durch die Schluchten des Oued Ait Baha bis zum restaurierten historischen Ksar Tizourgane und zurück nach Taroudant.

14. Tag: Durch die Souss-Ebene bis Agadir mit Besuch des Burgbergs und weiter entlang der Küste bis zum schönen Städtchen Essaouira mit seinem portugiesischen Flair.

15. Tag: Fahrt nach Marrakech und Rückflug.

1. Tag Anreise: Flug nach Marrakech. Ankunft am Nachmittag und Check-in im Hotel in Marrakech. Anschließend je nach verbleibender Zeit Besuch eines Riads, der Menara Gärten oder des Bahia-Palastes (sonst am nächsten Tag) in der Altstadt. Abendlicher Bummel über den berühmten Platz der Gaukler mit seinem besonderen Flair, den man nicht beschreiben kann, sondern erlebt haben muss. Übernachtung im Hotel in Marrakech.

2. Tag Marrakech: Marrakech ist nach Fes die zweitälteste unter den Königsstädten des Landes und wurde im 11. Jahrhundert von der Dynastie der Almoravidengegründet. Der Landesname Marokkos geht aus dem Stadtnamen von Marrakech hervor.

Marrakech hat heute ca. eine MIo. Einwohner und besteht aus vier Teilen, die Sie alle bei dieser Exkursion kennenlernen.

  1. Die Stadt umgebende Palmerie mit den Villenvierteln der Reichen und Berühmten.
  2. Die Neustadt, die sich nach dem Ende des französischen Protektorats ab 1956 gebildet hat.
  3. Die französische Kolonialstadt, das sogenannte Europäerviertel
  4. Die Historische Altstadt (Medina)

Die Medina von Marrakech ist noch komplett von den historischen Mauern umgeben, zu der elf Tore Zugang verschaffen. Hier können Aufbau und Elemente einer orientalischen Stadt beispielhaft erlebt werden. Vor allem der am Eingang zur Altstadt liegende Platz der Gaukler (Djema-al-Fna) ist die unumstrittene Hauptsehenswürdigkeit der Stadt. Dieser Platz war das erste, in die Liste der UNESCO aufgenommene immaterielle Weltkulturerbe. Bilder können die besondere Atmosphäre nicht wiedergeben.

Ganztägige Tour zur Stadtgeographie des UNESCO-Weltkulturerbes Medina von Marrakech (weitgehend zu Fuß) Kou­toubia-Mina­rett, ehem. Judenviertel, Palaststadt. Nachmit­tags zur Medersa Ben Youssouf durch den Basar (u. a. Färber-/Metall-/Holzhandwerkerbasar) nochmals mit Besuch auf dem berühmten Djema-al-Fna. Über­nachtung wie am Vortag.

3. Tag Westlicher Mittlerer Atlas: Früher Aufbruch von Marrakech und Fahrt durch die Havouz-Ebene bis zur abgelegenen Travertin-Naturbrücke über die tief eingeschnittene Schlucht des Oued Mehasseur in den westlichen Ausläufern des Mittleren Atlas bei Demnate.

Spaziergang in die aus einer eingestürzten Tropfsteinhöhle entstandene Schlucht am Pont Naturel von Imi-n-Ifri.

Weiterfahrt zu den etwa 100 m hohen Was­serfällen des Oued Ouzoud mit seinen Travertingirlanden (Spazierweg). Nach der Mittagspause geht es weiter Richtung Nordosten zum 1954 fertig gestellten, eindrucksvollen Staudamm Bin-el-Ouidane mit seiner 133 m hohen Staumauer, hinter welcher sich der größte See Marokkos gebildet hat. Der Stausee wird vom Oued el Abid gespeist und speichert 1384 Mio m³ Wasser. Der See versorgt die Siedlungen in den Ebenen von Afourer und Béni Moussa und erzeugt jährlich 287 GWh Strom und bewässert 70000 ha fruchtbares Ackerland. Übernachtung im Hotel direkt am See.

4. Tag Karstquellen des Oum-er-Rbia: Wegen der heutigen langen Tagesroute früher Aufbruch Richtung Norden durch die Bewässerungsebene von Afourer via Khenifra. Hinein in die Ausläufer des mittleren Atlas erreichen wir den ca. 1500 m hoch gelegenen Polje-See Aguelmane Azgiza (unterwegs Picknick) in den Roterden der Lias-Dolomite. Die Besonderheit dieses Poljesees liegt darin, dass er in der winterlichen Feuchtezeit ein ca. 20 m tiefer See ist, der aber im Sommer bei niederem Karstwasserspiegel komplett verschwunden ist und dann als Weideland dient.

Weiter geht die Fahrt durch eine herrliche Naturlandschaft zu den Karstquellen des Oum-er-Rbia, des mit 560 km längsten Flusses Marokkos. Seine Quellen liegen in fast 1600 m Höhe inmitten von Zedernwäldern auf den abgelegenen Kalk­hochflächen von Ajdir im Mittleren Atlas.

Wir verlassen die Karstlandschaft des Mittleren Atlas und erreichen das von geologisch und vom Landschaftsbild her ganz anders gestaltete Becken von Azrou. Übernachtung im Hotel.

5. Tag Meknes und Volubilis: Von Azrou nach Meknes. Als eine der Königsstädte Marokkos zählt auch die Medina (Altstadt) von Meknes zum UNESCO-Weltkulturerbe Marokkos. Dort Rundfahrt und Erkundungen zu Fuß mit Besichtigung der berühmten Stadttore, Getreidespeicher, Grabmoschee des Moulay Ismail, Place el Hedim mit Viktualienmarkt.

Am Nachmittag folgt auf kurzer Fahrt nach Norden ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe, allerdings aus einer anderen, nämlich römischer Zeit – die antike Stadt Volubilis mit ihren schönen Mosaiken.

Längerer Rundgang durch das Ruinengelände zur Entwicklungsgeschichte und Stadtstruktur der antiken Stadt und ihrer Nachfolgesiedlung, der kleinen Stadt Mou­lay Idris (Panorama-Rundfahrt), die sich auf einer nahen Erhebung ausbreitet.

Moulay Idris ist die heilige Stadt Marokkos und bedeutendster Wallfahrtsort des Landes. Sie birgt die Grabstätte von Moulay Idris, des ersten Herrschers eines unabhängigen marokkanischen Reiches (8. Jahrhundert) und Begründer der Idrisidendynastie. Gleichzeitig gilt Moulay Idris als Sohn der Prophetentochter Fatima und des vierten Kalifen Ali als direkter Nachkomme des Propheten Mohammed.

Auch das heutige Herrscherhaus (Alaviden-Dynastie) mit König Mohammed VI führen Ihre Herkunft, über den Enkel Mohammeds Hasan ibn Ali, auf diese Linie zurück.

Weiter via Zegota und Nzala Beni Ammar über die N4 nach Fes. Über­nach­tung imHotel in Fes.

6. Tag Fes: Vormittags, meist zu Fuß unterwegs, Erkundung der Medina von Fes. Die Gründung von Fes durch die erste marokkanische Königsdynastie der Idrisiten wird auf das Jahr 789 datiert.

Wenn auch nicht kontinuierlich Hauptstadt des Reiches, so war doch keine der Königsstädte Marokkos in der über tausend jährigen Landesgeschichte länger und öfter Residenzstadt als Fes. Erst nach Beendigung des französischen Protektorats (1912-1956) ging der Titel, aktuelle Königsstadt des Landes zu sein, von Fes nach Rabat.

Fes als UNESCO-Weltkulturerbe hält noch weitere beeindruckende Titel, u.a. jenen, die größte historische Altstadt der arabischen Welt zu besitzen. Allein etwa 600.000 der 1.1 Mio Einwohner von Fes leben in der historischen Altstadt.

Mit dem Komplex der 859 gegründeten Universitätsmoschee „al-Qarawiyin“ ist die Stadt bis heute auch das geistliche Zentrum Marokkos.

Aus kulturgeographischer Sicht stellt die Medina von Fes zudem den Prototyp einer orientalischen Stadt mit all ihren Elementen dar und verfügt über den größten Souk (Bazar) Nordafrikas. Wie es sich für einen echten orientalischen Souk gehört, ist er nach den verschiedenen Gewerben räumlich getrennt und nach einem bestimmten Schema angeordnet.

Besonders beeindruckt den Besucher in Fes aber das Färber- und, Gerberviertel, wo unter freiem Himmel in zahllosen bunten Becken das vorher gegerbte Leder mit Naturfarben eingefärbt wird. Dieses Schauspiel kann man von den Dächern der angrenzenden Häuser bestens beobachten. Man muss bei der Wahl des Daches nur auf die Windrichtung achten, denn der Gerb- und Färbevorgang ist durch die verwendeten natürlichen Zutaten (u.a. Taubendreck) für die Haut der Färber zwar weniger schädlich als mit Chemiekalien, jedoch dafür zum Teil recht geruchsintensiv.

Nachmittags dann Besuch des Berberviertel Fes al-Jedid aus dem 13. Jahrhundert, in dem sich auch der Königspalast befindet und angrenzend das äußerst sehenswerte Juden­viertel mit Judenfriedhof. Im Gegensatz zur arabischen Altstadt zeigt das altersgleiche Judenviertel kulturell bedingt ein komplett anderes Aussehen (ebenfalls meist zu Fuß).

Übernachtung wie am Vortag.

7. Tag Über den Mittleren Atlas: Geo-Traverse südwärts über die Vulkan-Hochflächen (2000 m) des Mittleren Atlas mit seinen Ski- und Sommersiedlungen.

Viele Orte in Marokko wurden erst während der Kolonialzeit von den Franzosen gegründet und auch von Ihnen bewohnt. Ein Beispiel dafür ist das Städtchen Ifrane.

Man glaubt kaum in Marokko zu sein, so französisch kommt es daher.

Es folgt ein Spaziergang mit naturkundlichen Erläuterungen in einem der typischen Zedernwälder des Mittleren Atlas. Mit zunehmender Leelage nimmt die Trockenheit gen Süden hinter jeder Gebirgskette zu.

Die typischen Zedernwälder verschwinden und der Naturraum der Hochsteppe beginnt. Hier, wo der Wald durch Gräser und Kräuter abgelöst wird, kommen wir in die Gebiete der nomadischen Sommerhochweiden.

Wir machen Stopp bei einer der mobilen Nomadensiedlungen.

Weiter geht es zum wenig bekannten vulkanischen Maarsee Aguelmane Sidi Ali (Picknick) und über den Col du Zad-Pass (2178 m) ins trockene obere Molouja-Bec­ken (Halfa­gras- und Artemisia­steppe, kleiner Fußweg) und nach Midelt am Fuß der imposanten Atlas-Kette des Jabal Ayachi (3737 m).

Die Fahrt des heutigen Tages ist vor allem vegetationsgeographisch höchst interessant und führt von den Waldlandschaften des feuchteren Nordens in die nach Süden immer trockener werdenden Räume der Hochlandssteppen.

Übernachtung im Hotel in Midelt.

8. Tag Durch den Hohen Atlas ins Tafilalet und zum Erg Chebbi: Der heutige Tag komplettiert mit der weiteren Fahrt gen Süden die vegetationsgeographische Abfolge von den Hochlandsteppen über die Wüstensteppe und Halbwüste bis zur nahezu vegetationslosen Sandwüste des Erg Chebbi und führt über die geologischen Synklinalen (Becken) und Antiklinalen (Aufwölbungen) der östlichen Ausläufer des Hohen Atlas (Tizi-n-Talhremt) mit zahlreichen beeindruckenden Gebirgtälern und -klusen (u.a. des Durch­bruchs des Oued Ziz).

Auf der Straße der Legionäre geht es vorbei am ökologisch umstrittenen Stausee Hassan Addakhil, der die wachsende Pfortenstadt Er-Rachidia am Südrand des Hohen Atlas mit Strom und Wasser versorgt und Flutkatastrophen in den südlich gelegenen Tafilalet-Oasen verhindern soll.

Gegen Mittag Check-in im Hotel in Merzouga direkt vor den Dünen des Erg Chebbi. Bevor es nach der Mittagspause in die Sandwüste (Erg) geht, lernen wir zunächst noch den Wüstentyp der Kieswüste (Serir) und bei verschiedenen Stopps die Fossilien-Fundstellen bei Erfoud kennen.

Die beeindruckenden, bis über 150 m hohen Sanddünen des Erg Chebbi bei Merzouga beschließen den Tag und wir wollen dort auch den Sonnenuntergang erleben (dort Fußweg oder wer möchte kann sich für die Strecke im Erg auch ein Dromedar mieten).

Übernachtung im Hotel direkt an den Dünen in Merzouga.

9. Tag Jorf-Oasen: Die Oasenreihe des Jorf bietet die seltene Gelegenheit die traditionelle Bewässerungstechnik einer Foggara- oder Quanat-Be­wäs­serung kennen zu lernen, die das Grundwasser der Gebirgsfußflächen über lange Stollen erschließt und so in die Oasen leitet.

Heute, durch Motorpumpen ersetzt, kann man Foggaras nur noch an wenigen Stellen im altweltlichen Trockengürtel sehen. Durch das flache Becken zwischen Anti- und Hohem Atlas führt der Weg bis zu den großen Flussoasen am Südrand des Hohen Atlas.

Über Tinerhir (Mittagspause) ist der Durchbruch des Flusses Todra (Todra-Schlucht) durch die massiven Kalke der südlichen Atlaskette ein besonderes Naturschauspiel (Spaziergang), das aber am nächsten Tag mit der Schlucht und dem Tal des Flusses Dades noch einmal übertroffen werden kann.

Weiterfahrt bis Boumalne am Dades. Dort Übernachtung im Hotel.

10. Tag Dadestal und Dadesschlucht: Nach dem Frühstück von Boumalne aus, dem Dadestal folgend, Fahrt in den südlichen Hohen Atlas bis zur grandiosen Dades-Schlucht. Auf dem letzten Stück müssen wir wegen der enge der Straße unseren Exkursionsbus durch zwei Kleinbusse ersetzen, um unser Ziel zu erreichen.

In diesem berberischen Rückzugsraum begegnen wir außerdem bereits mehreren beeindruckenden Beispielen berberischer Wohnformen und Lehmarchitektur. Genauso beeindrucken auf dieser schönen Fahrt aber auch die verschieden Gesteinsarten und dazugehörigen Landschaftsformen.

Eine Fahrt durch das immer enger werdende Dadestal bis hinauf zum Durchbruch des Flusses in ca. 1700m Höhe offenbart eine Menge an geologischen Formationen die zum Verständnis des Aufbaus und Werden des Hohen Atlas beitragen.

Wieder am Ausgangspunkt führt die Route entlang der Straße der Kasbahs durchs untere Dadestal mit ausgedehnten Heckenrosen-Kulturen über El-Kelâa M'Gouna und die von Versalzung bedrohte Skoura-Oase zur Kasbah von Taouirt, der Keimzelle der wachsenden Großstadt und marokkanischen Filmmetropole Ouarzazate.

Wenn zeitlich noch machbar und geöffnet, Besuch des Atlas-Filmstudios mit seinen Kulissen aus vielen bekannten Monumentalfilmen.

Übernachtung in Ouarzazate im Hotel.

11. Tag Draatal-Oasen: Die Landschaft um Quarzazate ist großartig und nicht umsonst hat sich gerade hier eine Filmindustrie entwickelt, diese einmalige Landschaft mit ihren alten Berberbauten als grandiose Filmkulisse nutzt. Filme wie Lawrence von Arabien, Krieg der Sterne und viele mehr wurden hier gedreht. Das gilt ganz besonders für die Vorzeige-Berbersiedlung (UNESCO-Weltkulturerbe) Ait Ben Haddou in herrlichster Landschaftskulisse am Fuße des Hohen Atlas.

Wir besuchen diesen Ort bereits früh am Morgen, bevor es anschließend über die Hamadas (Felswüste) des sterilen Anti-Atlas zu den Berbersiedlungen der 200 km langen Dattelpalm-Oasenkette entlang des Draatales geht.

Wir durchfahren dabei eine fantastische Landschaft mit weit gespannten Hochflächen, in die tiefe Canyons eingeschnitten sind. Entlang des Draatales (Straße der Kasbahs) reihen sich ummauerte berberische Siedlungen (Ksars) und Berberburgen (Kasbahs) inmitten von grünen Oasen.

Selbstverständlich erkunden wir eine dieser Oasen (Oase von Tanzikht) auch zu Fuß und sehen wie eine traditionelle Oase mit Stockwerksbau aufgebaut ist und wie die Bewässerung funktioniert.

Danach Weiterfahrt und Besuch der Glaoui-Kasbah in Tinzouline und des sehenswert-typischen Ksar Tissergate. Im Gegensatz zu Ait Ben Haddou ist dieser Ksar noch bewohnt und gibt vielerlei Einblicke in die traditionelle Bau- und Lebensweise der berberischen Bevölkerung.

Über Zagora fahren wir entlang des Südrandes des Anti-Atlas bis Foum Zguid, wo wir unser Quartier für diese Nacht beziehen. Nicht nur von den Berberbauten her, auch landschaftlich ist die Strecke dieses Tages ein Hochgenuss.

Übernachtung im Hotel in Foum Zguid.

12. Tag Antiatlas und Souss: Vom bereits saharisch geprägten Südrand des Antiatlas führt eine panoramareiche Fahrt zurück Richtung Norden und dann nach Westen abbiegend über die südlichen Ausläufer des Jabal Siroua.

Außerdem geht es durch die intramontanen Becken und über die Hochflächen des Anti-Atlas mit einigen sehr interessanten Stopps via Tazenakht (Safrankulturen) und Tallouine hinab in das Sousstal nach Taroudant.

Einen Besuch in den dort besonders malerischen Suqs darf man sich nicht entgehen lassen.

Übernachtung im Hotel in Taroudant.

13. Tag Westlicher Antiatlas: Von Taroudant aus führt uns ein Tagesausflug durch die faszinierende Kulturlandschaft der Hochtäler des nordwestlichen Anti-Atlas ins Zentrum der landschaftlich mehr als faszinierenden Granitberge.

Wir entdecken dort auch die Relikte von noch gar nicht so lange von der Moderne abgelösten Wirtschaftsweisen, wie Terrassenkulturen, alte Dreschplätze und ansehnliche festungsartige Bergdörfer der Schlöh-Berber. Ein Höhepunkt des Tages ist sicherlich der Agadir Tasguent (Stammeseigentum, nur mit Sondererlaubnis zu besichtigen).

Wir lernen dort nach Ksar, Tighremt und Kasbah eine letzte und besonders imposante Form berberischer Bauten kennen, den Agadir.

Ein Agadir ist eine Speicherburg, die früher viele Dörfer besaßen um Ihre Lebensmittelvorräte und Wertgegenstände sicher zu verwahren und sich bei Angriffen dorthin zu flüchten. Heute werden diese Speicherburgen natürlich nicht mehr benötigt und verfallen nach und nach. Der Agadir Tasguent jedoch ist noch in hervorragendem Zustand bis heute erhalten geblieben.

Nach einem halbstündigen Spaziergang zum Agadir und der Besichtigung geht es via Ait Abdallah nach Tafraout. Dort Mittagspause und ein weiterer etwa halbstündiger naturkundlicher Spaziergang (reine Gehzeit) durch die einmaligen Granitformationen von Tafraout.

Wir genießen dabei nicht nur die schöne Landschaft sondern beachten rechts und links des Weges sehr interessante naturkundliche Phänomene wie die Wollsackverwitterung, Pflanzenwelt und Landschaftsentstehung.

Fahrt über den 1500 m hohen Tizi-n-Tarakatine zur historischen, heute verlassenen, wieder restaurierten Kasbah von Tizourgane.

Die Kasbah von Tizourgane ist nur ein Beispiel dafür, dass die malerischen alten, von einer Verteidigungsmauer mit Türmen umgebenen, meist auf einem Hügel in Schutzlage liegenden alten Siedlungen heute verlassen sind. Eng, ohne Strom und Wasseranschluss sind solche Siedlungen auch in Südmarokko nur noch für Touristen attraktiv, bieten den Bewohnern aber keinen zeitgemäßen Komfort, weshalb in der Nähe oder am Rande der er alten Siedlungen heute moderne Wohnhäuser errichtet werden.

Es existiert sehr oft ein Nebeneinander neuer und historischer Bausubstanz. Wo die alten, oft wunderschönen historischen Siedlungen nicht in Stand gehalten werden, verfallen sie mehr und mehr.

Auch diese Beispiele werden auf der Exkursion zu sehen sein. Die Kasbah von Tizourgane ist jedoch ein schönes Beispiel für den Erhalt einer historischen Siedlungsform. Zurück nach Taroudant.

Übernachtung wie am Vortag.

14. Tag Durch die Schluchten des Oued Ait Baha nach Agadir: Durch die Souss-Ebene, die geologische Scharnierzone zwischen Hohem und Anti-Atlas geht die Fahrt morgens nach dem Frühstück Richtung Atlantik nach Agadir. Agadir ist eine Besonderheit unter den Städten Marokkos, denn sie verfügt über keine historische Altstadt.

Anstatt dessen wird die Stadt, die etwa eine Million Einwohner zählt durch moderne Bauten geprägt. Der Grund ist das große Erdbeben von 1960, wo die historische Bausubstanz komplett zerstört wurde.

Agadir ist wegen seines langen Sandstrandes und einer entsprechenden touristischen Infrastruktur hauptsächlich als Badeort bekannt. Außerdem interessant ist der große Freihafen, der die Fischereiflotte Marokkos beherbergt. Zunächst Fahrt hinauf zur historischen Zitadelle mit ausgezeichnetem Rundblick über die Stadt, dann hinunter zum Freihafen.

Weiterfahrt entlang der Atlantikküste bis Essaouira. Essaouira, wo wir unsere letzte Nacht verbringen ist keine typische orientalische Stadt, sondern hat ihre Wurzeln in der Zeit der großen Entdeckungen zur Sicherung der Seewege um Afrika herum nach Asien. Der portugiesische Ursprung Essaouiras ist in seiner Architektur bis heute augenfällig und verleiht dem Küstenort ein ganz besonderes Flair.

Stadtrundgang in Essaouira.

Übernachtung im Hotel in Essaouira.

15. Tag Rückreise: Fahrt von Essaouira nach Marrakech zum Flughafen. Heimreise.

(Änderungen vorbehalten)

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Detailliertes Reiseprogramm