Kleinod zwischen Ararat und Kleinem Kaukasus

Überblick

1. Tag: Hinflug
2.-3. Tag: Eriwan zum Eingewöhnen
4. Tag: Eriwans Umfeld
5. Tag: Vulkan Aragaz
6. Tag: Spitak - Alaverdi - Lori
7. Tag: Lori Region/Kleiner Caucasus
8. Tag: Vajots Dzor
9. Tag: Sjunikh
10. Tag: Kloster Tatev
11. Tag: Noravank - Areni - Khor Virap - Eriwan
12. Tag: Noch einmal Eriwan:
13. Tag: Eriwan - Garni - Geghard - Eriwan
14. Tag: Rückreise

Um die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten und nicht täglich das Quartier wechseln zu müssen, werden die Exkursionsziele, die von Eriwan aus gut erreichbar sind, sternförmig bei Tagesausflügen besucht. Die entfernten Sehenswürdigkeiten dagegen via Rundreise mit Übernachtungen an verschiedenen Orten erschlossen. Gleiches gilt für die Flüge. Um bei angenehmen Flugzeiten am Tag zu fliegen, haben wir uns für die Air-France Verbindung Stuttgart – Paris – Eriwan entschieden, anstatt mit preislich günstigeren Airlines Kräfte zehrend mitten in der Nacht an- und abreisen zu müssen. Direktflüge von Deutschland nach Armenien gibt es zur Zeit nicht.

1. Tag: HINFLUG

Flug von Stuttgart mit Air France via Paris. Andere Möglichkeiten zu annehmbaren Flugzeiten von Stuttgart nach Eriwan/Jerevan gibt es nicht.

Abflug Stuttgart 10:50, Ankunft Paris 12:15, Abflug Paris 13:20 Uhr, Ankunft Eriwan/Jerevan 19:55 (Ortszeit).

Nach der Passkontrolle Transfer zum Hotel Royal Plaza ****. Das Hotel liegt für unsere Zwecke perfekt inmitten von Eriwan/Jerevan und ermöglich so auch die Stadt einmal auf eigene Faust zu erkunden. Auch wenn ein Großteil der historischen Altstadt in den 1930er Jahren abgerissen wurde, bietet Eriwan/Jerevan noch immer viele interessante Bauwerke, die noch auf das Mittelalter zurückgehen.

Übernachtung: Hotel Royal Plaza ****.

2./3. Tag: ERIWAN/JEREVAN: ERSTE EINBLICKE IN DIE HISTORISCHE STADTGEOGRAPHIE

Wir beginnen unsere Erkundungen zur historischen Stadtgeographie Eriwans/Jerevans mit den ältesten Ausgrabungen im heutigen Stadtgebiet in Šengavit (Bronzezeit) und Erebuni, der von den Urartäern Argišti I. und Sardur II. gegründeten Festung Irbuni (8. Jh. v. Chr).

Orientierungs-Spaziergänge und eine City Tour erschließen uns die kontrastreichen Facetten einer Stadt zwischen Kolonialzeit und Moderne, die erst seit 1918 als dreizehnte in der Geschichte Armeniens Hauptstadt des armenischen Staates wurde und mit Relikten und architektonischen Monumenten aufwartet, die von Fremdherrschaft seit dem 16. Jh. als Zentrum eines persischen Khanats, als Teil des zaristischen Russlands und der Sowjetunion bis zum Sammelbecken Tausender von Genozid-Überlebender aus dem Osmanischen Reich zu Füßen des Ararat reichen: Oper, Cascade Complex, Mayr-Hayastan/Mutter Armeniens, Matenadaran (Manuskript-Museum), Tsitsernakaberd (1915 Genocide Memorial).

Übernachtung wie am Vortag.

4. Tag: ERIWAN'S/JEREVAN'S UMFELD: ECHMIADZIN - SARDARAPAT - TALIN - ARUCH - MASTARA - TARONIK

Die Araxes-Niederung zwischen Ararat und Aragats war nicht nur ein historisch bedeutender wirtschaftlicher Knotenpunkt, sondern auch ein frühes überregionales kulturelles und wissenschaftliches Zentrum. Entsprechende Einblicke bilden u. a. (in Auswahl) die Muttergotteskirche und Kathedrale von Talin, das Metsamor Historical-Archaeological Museum-Reserve bei Taronik mit seinem prähistorischen Observatorium, die Menhire nebst Basilika von Aruch, die Johanneskirche von Mastara (7. Jh.) das umstrittene Atomkraftwerk von Mecamor (keine Besichtigung) sowie das Ethnographische Museum und Genocid-Denkmal in Armavir/Sardarapat. Hier schließt sich der kulturgeographische Kreis mit der Visite des Armenischen Vatikans in Echmiadzin, der Hripsime-Kirche und der Ruine der Zvartnots-Kathedrale.

Übernachtung wie am Vortag.

5. Tag: VULKAN ARAGATS

Der heutige Tagesausflug führt auf die Höhen des Vulkans Aragats , dem Hausberg von Eriwan/Jerevan. An seiner Flanke steht die Hamberd Kirche mit benachbarter Burg.

Der 4090 m hohe Aragats ist ein erloschener, flach ansteigender Schichtvulkan über der Araxes-Ebene und die höchste Erhebung Armeniens. Isoliert von anderen Gebirgsketten mit einer Fläche von 5000 km² ist dieses Vulkansystem eines der größten in der Region und gilt mit seinen vier Gipfeln als Teil und höchster Punkt des kleinen Kaukasus. Das Alter des Vulkans mit zahlreichen Parasitärkratern und großen Lavaströmen an den Flanken reicht vom mittleren Pleistozän bis 3000 v. Chr.. Der Gipfelkrater ist durch eine 8 km lange Kerbe zerschnitten, die möglicherweise holozäne Schlamm-, Schutt- und Lavaströme generierte. Die Magmen waren ungewöhnlich heiß und führten zu langen und voluminösen Lavaströmen.

Auf einem Hochplateau am Hang des Vulkans liegt auf 3.190 Meter Höhe der Kari-See, ein pleistozäner Karsee und zugleich Quelle des Arkashen-Flusses. Spuren von älteren eiszeitlichen Gletschern bestehen als Moränen in der Gipfelregion auf einer Höhe von 2.600-3.000 m. Der Vergletscherung ging aufgrund unzureichender Schneefälle und steigender Temperaturen sukzessive zurück, aber bis heute dominieren glaziale Schmelzwässer die Gewässeroberläufe um den Aragats.

Übernachtung wie am Vortag.

6. Tag: SPITAK - ALAVERDI - LORI

Wir verlassen unser Stadt-Hotel, von dem wir bisher die nähere Umgebung Eriwan's/Jerevan's erkundet haben und begeben uns auf eine Rundfahrt durch Armenien. Ehe wir den 2378 m hohen Spitak-Pass im Kleinen Kaukasus auf dem Weg nordwärts in die Lori-Region queren, besuchen wir das Kloster von Hovhanavank und erfahren in Ria Taza etwas über die Rolle der Turkmenen und über Turkmenenfriedhöfe im Kaukasus.

Bei Spitak erreichen wir die Ausläufer der Nordanatolischen Hauptverwerfung, eine der aktivsten Erdbebenzonen zwischen Marmarameer im Westen und Kaspitiefland im Osten. Ein Besuch des Friedhofs von Spitak konfrontiert uns mit den Erdbeben der Stärke 6,8 von 1988 mit 25.000 Toten.

Hotelübernachtung bei Vanadzor.

7. Tag: LORI REGION/KLEINER CAUCASUS

Diverse Abstecher (auch zu Fuß) bringen uns vom Debed-Tal mit seiner alten Brücke und seinem Kupfer-Molybden-Industriekomplex (Besuch nicht möglich) in Alaverdi zu den hochgelegenen Klöstern Haghpat und Sanahin. (UNESCO World Heritage Liste) und zu den Fresken der Klosterkirche von Kobair. Durch die "Kleine Schweiz" Armeniens führt der Weg anschließend zum alten Städtchen Dilijan mit dem aus Mitteln der Tufenkian-Stiftung restaurierte Altstadtviertel Sharambeyan.

Der Platz an den Ufern des Aghstafa war bereits im Mittelalter der Urlaubsort der armenischen Könige und ist heute einer der wichtigsten Erholungs- und Tourismusorte in Armenien. Während der Sowjetzeit "kurten" hier die Moskauer Partei- und Politikbosse, und bis heute nennen viele armenische Künstler und Filmemacher den Ort ihr Zuhause.

Hinter dem kurvenreichen Sevan-Pass (Tunnel 2188 m) erreichen wir im Sevan-Becken in 1900 m Höhe den von rund 30 Flüssen gespeisten Sevan-See (rund doppelt so groß wie der Bodensee) mit seinen ruinierten touristischen Unterkünften aus der Sowjetzeit. Der See zählt zu den größten hochgelegenen Frischwasserseen der Welt. Sein Wasser wird seit 1936 zur Bewässerung und über eine Wasserkraftwerkskaskade am Hrasdan-Abfluss zur Elektroenergieerzeugung genutzt, so dass sein sinkender Wasserspiegel seit 2004 über den Worotan-Arpa-Tunnel angehoben werden musste.

Je nach Übernachtungsort am Sevasee bleibt uns eventuell noch Zeit für einen kurzen Besuch des Sevan-Klosters Sevanavank auf der Sevan-Halbinsel.

Hotelübernachtung in Sevan.

8. Tag: VAJOTS DZOR

Auf dem weiteren Weg entlang des Sevansee-Südufers besuchen wir zunächst den berühmten "Kreuzstein"-Friedhof von Noradouz mit tausenden armenischen Grabsteinen. Auf alter Karawanenroute über den Selim-Pass mit seiner betagten "Selim-Karawanserei" (1332 durch Prinz Chesar Orbelian) erreichen wir auf 1054 m Höhe im fruchtbaren Tal des Arpa das Weinbaugebiet von Areni zu einer Weinprobe. Leicht beschwingt passieren wir die eindrucksvolle basaltische Arpa-Schlucht, um in 2080 m Höhe das bekannte Thermalbad Jermuk/Dschermuk mit seinen zahlreichen heißen Quellen zu erkunden.

Bereits im 10.-13. Jh. ließen Prinzen der Syunik-Dynastie die Mineralquellen von Dschermuk als Heilquellen fassen. Das entsprechende Mineralwasser wird hier abgefüllt und kann im Armenia Hotel & Health Spa direkt "verkostet" werden. Dschermuk wurde zu Sowjetzeiten zu einem bekannten Kurort ausgebaut und präsentiert sich in einer entsprechenden breiten Hotelkultur.

Hotelübernachtung in Jermuk.

9. Tag: SJUNIKH

Auf dem weiteren Weg südwärts passieren wir das Spandaryan Reservoir im Becken des (armenischen) Arpa Flusses und erreichen die "mystischen" Steinsetzungen und Gräber von Karahundj (vermutlich der Welt älteste "Stonehenge-Steinsetzung"). Insgesamt befinden sich hier 223 Menhire aus Basalt in verschiedenen Formationen mit einer Höhe von 2-3 m und einem geschätztes Gewicht von bis zu 10 t. Etwa 40 von ihnen bilden einen "Kreis" um ein zentrales Steinkammergrab.

In der Nähe stößt man auf den Aghitu Gedenk- und Grab-Obelisken aus dem 6/7. Jahrhundert. Falls die Zeit noch reicht, bummeln wir auch noch durch das pittoreske verlassene alte Dorf Chidzoresk in vulkanischen Tuffsedimenten, wie man sie auch aus den Vulkangebieten Kappadokiens kennt.

Hotelübernachtung in Goris.

10. Tag: KLOSTER TATEV

Unser Tages-Ausflug führt zur Varotan-Schlucht und zum Tatev-Kloster, einer Perle armenischer mittelalterlicher Architektur. Eine 2010 eröffnete Seilbahn verbindet das auf 1546 m Höhe gelegene Dorf Halidsor über zwei Bergkuppen und die 2,7 km breite und rund 500 m tiefe Worotan-Schlucht hinweg mit dem auf 1537 m Höhe gelegenen Kloster und Dorf Tatev. An ihrer tiefsten Stelle schwebt die Seilbahnkabine immer noch 321 m über der Schlucht.

Die Seilbahn Tatev ist mit ihrer schrägen Länge von 5750 m die längste, in einer Sektion mit durchgehendem Tragseil ausgeführte Pendelbahn der Welt und ist mit ihren Kosten von etwa 13 Mio. Euro Teil eines 50-Millionen-Dollar-Programmes, mit dem der Tourismus im Südosten Armeniens gefördert werden soll. Die Fahrt dauert ca. 11 Minuten und erspart den Besuchern eine mehr als 30 Minuten lange Fahrt auf einer 14,5 km langen, engen und kurvenreichen Straße durch die Worotan-Schlucht. Diese Fahrt erfolgt - weil sie so besonders ist - allerdings dann auf dem Rückweg nach Goris.

Übernachtung wie am Vortag.

11. Tag: NORAVANK - ARENI - KHOR VIRAP - ERIWAN/JEREVAN

Zurück von Goris führt unsere Route zum berühmten Kloster Noravank mit seinen herrlichen Fassaden-Reliefs und Skulpturen (seit 1996 auf der Tentativliste des UNESCO Weltkulturerbes und bis ins 19. Jahrhundert Grablege der fürstlichen Orbelian-Dynastie) aus dem 13. Jahrhundert. Eingeplant ist unterhalb in der Schlucht ein Picknick im Kaffeehaus Vardges Gharakhanyan.

Am Nachmittag erreichen wir vor der Kulisse des Ararat-Vulkanmassivs das Kloster Khor Virap - die Wiege des Christentums in Armenien. Vor der Rückkehr nach Eriwan/Jerevan bilden den Abschluss des Tages 35 km südlich der Hauptstadt die Ausgrabungen von Dvin/Dabil (Zentrum des arabischen Kaliphats Armenien) am Platz einer seit etwa 3000 v. Chr. bestehenden Siedlung mit den Resten einer Anfang des 4. Jhs. gegründeten und bis ins 13. Jh. existierenden Stadt, die als Vorläuferin von Kars und Ani bis zum 9. Jh. die Hauptstadt und das religiöse Zentrum Armeniens war.

Übernachtung wieder im Hotel Royal Plaza.

12. Tag: NOCH EINMAL ERIWAN/JEREVAN

Heute runden wir unsere bereits gewonnenen Einblicke in die historische Stadtgeographie der armenischen Hauptstadt ab: Auf Spaziergängen besuchen wir die Markthalle des quirligen Zentral-Marktes (Shuka), bestaunen die Blaue Moschee, 1766 unter dem iranischen Regenten Nadir Shah als Haupt- und Freitagsmoschee gestiftet und von den Sowjets ab 1931 als Stadtmuseum verwendet., und machen einen Bummel zum Platz der Republik, evtl. zum Vernissage Trödel-Market oder zum Parlament/Nationalversammlung und zum Präsidentenpalast.

Abendessen und Übernachtung wie am Vortag.

13. Tag: ERIWAN/JEREVAN - GARNI - GEGHARD - ERIWAN/JEREVAN

Ein letzter Ausflug führt uns nach Garni. In der Festung von Garni wurde im 1. Jh. der römische Statthalter Mithradates von Armenien, Bruder des georgischen Königs Pharasmanes, heimtückisch unter einem Stapel von Teppichen erstickt und seine Familie ermordet. Der berühmte Mithras-Tempelkomplex von Garni im Tal des Azat-Flusses oberhalb der Basaltschlucht von Awan, vermutlich erbaut von Tiridates I. mit Geld von Kaiser Nero und zerstört durch Timur Lenk und Erdbeben 1386, wurde zwischen 1969 und 1975 aus den Ruinen rekonstruiert.

Das Kloster Geghard am Eingang des oberen Azat-Tales, besuchen wir anschließend und lauschen dort, wegen der besonderen Akustik, einem armenischen Chorkonzert. Geghard gehört seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO und wurde von Gregor, dem Patron der Armenisch-Apostolischen Kirche im 4. Jh. bei einer heidnischen Quelle gegründet.

Zurückgekehrt nach Eriwan/Jerevan bildet ein Besuch in einer Cognac-Fabrik (Eriwan Brandy Company oder Ararat Yerevan Ararat Wine Brandy Vodka Factory) mit Cognac-Probe den Abschluss unserer Armenien-Reise.

Übernachtung wie am Vortag.

14. Tag: RÜCKREISE: ERIWAN/JEREVAN - STUTTGART

Transfer zum Flughafen. Flug von ERIWAN/JEREVAN mit Air France 08:40 via Paris (an 11:50 Ortszeit ab 13:00) nach Stuttgart (an 14:25).

Änderungen vorbehalten

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Detailliertes Reiseprogramm