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Taiwan

Formosa (die schöne Insel) – eine chinesische Demokratie

Allgemeines

Taipei: National Chiang Kai-shek Memorial Hall
Taipei: National Chiang Kai-shek Memorial Hall
Lukang: Lampion-Maler
Lukang: Lampion-Maler
Gesteinsformation in Yeliu
Gesteinsformation in Yeliu
Taroko-Schlucht
Taroko-Schlucht
Westküste: Austernzucht bei Tainan
Westküste: Austernzucht bei Tainan
Fest auf den Straßen von Lukang
Fest auf den Straßen von Lukang
Fest auf den Straßen von Lukang
Fest auf den Straßen von Lukang

16 Tage Exkursion nach Taiwan

Eine chinesische Demokratie - undenkbar? Auf Taiwan (mit einigen kleineren Inseln) ist dies seit 1991 in der Republik China verwirklicht. Warum also nicht mal in ein ganz anderes chinesisches Land reisen?

Von der kommunistischen Volksrepublik China als abtrünniger Teil betrachtet, hat Taiwan eine enorme wirtschaftliche Entwicklung vorzuweisen und gehört heute zu den 30 Ländern mit dem höchsten Wohlstand (kaufkraftbereinigt nicht weit hinter Deutschland und noch vor Italien und Spanien).

Der hohe Lebensstandard spiegelt sich in zahlreichen Bereichen wider: angefangen bei der hervorragenden Infrastruktur, die eine angenehme Fortbewegung in den modernen Metropolen wie auch in den abgeschiedenen Berg- und Küstenregionen ermöglicht, über das Gesundheitswesen, was sich für den Reisenden besonders in der Hygiene beim Essen positiv bemerkbar macht, bis hin zur vorbildlichen Bildungspolitik.

Taiwan, mit rund 23 Mio. Einwohnern und 36.006 km2 Fläche in etwa vergleichbar mit den Niederlanden (16,4 Mio. Einwohner, 41.526 km2), investiert wesentlich mehr Geld in die Ausbildung seiner Jugend als der deutsche Staat insgesamt. Dadurch ist Taiwan aber auch kein Billigurlaub-Paradies wie viele seiner Nachbarländer.

Von den Portugiesen zu recht Ilha Formosa (die schöne Insel) genannt, lockt Taiwan, abseits der Hightech-Produktion rund um die Metropole Taipei, bis heute mit einer einzigartigen subtropischen, und im äußersten Süden tropischen, Natur.

Der größte Teil der Insel wird durch Bergmassive mit fast 4000 m Höhe geprägt. Heiße Quellen und aktive Plattentektonik deuten auf eine recht junge Entstehung – das Gebirge zählt zu den jüngsten weltweit. Ein schmaler, dünn besiedelter Küstenstreifen am Pazifik, von dem das Gebirge mit steilen Hängen emporragt, steht dabei im Kontrast zum dicht besiedelten Flachland mit den alten Städten im Westen der Insel.

Spannend ist dabei nicht nur der Gegensatz von überwältigenden Naturschönheiten und der quirligen Metropole, sondern auch das Miteinander von alter Kultur und dem Leben von heute in einer modernen Gesellschaft.

Durch seine Geschichte hat Taiwan drei sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen: 85% alteingesessene Chinesen, 13% chinesische Einwanderer ab 1949 sowie 2% malayo-polynesische Ureinwohner.

Taiwan wurde vor etwa 10.000 Jahren von Stämmen besiedelt, deren Nachfahren heute v.a. im Bergland und an der Ostküste leben (Ureinwohner). Die als Alt-Chinesen bezeichnete Bevölkerung wanderte ab dem 3. und 4. Jh. (Hakka) und besonders im 17. Jh. (Fujian) ein. Der europäische Kolonialismus war nur ein kurzes Intermezzo (1590-1624 Portugiesen, 1624-1661 Holländer). 1684 eroberten die Mandschu Taiwan und gliederten es der chinesischen Provinz Fujian an.

Ab 1885 war die Insel eigenständige (und fortschrittlichste) Provinz von China. 1895-1945 war Taiwan japanische Kolonie. In China wurde unterdessen 1911 der letzte Kaiser gestürzt und die Republik China gegründet, zu der Taiwan erst ab 1945, nach der japanischen Kapitulation, ebenfalls gehörte.

Ab 1947 tobte in China ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern der Republik (Chiang Kai-shek) und den Kommunisten (Mao Zedong). Anfang 1949 musste sich Chiang Kai-shek mit 500.000 Soldaten und 1,5 Mio. Zivilisten nach Taiwan zurückziehen (Neu-Chinesen als jüngste Bevölkerungsgruppe Taiwans).

Mit dem Beitritt der VR China in die UNO trat Taiwan 1971 aus und geriet zunehmend in politische Isolation. Statt einer Botschaft unterhält auch Deutschland seitdem lediglich ein Verbindungsbüro in Taiwan, das seit 1991 eine Demokratie ist.

Nur wegen dieser politischen Situation hat Taiwan bis heute keine Einträge in die UNESCO-Welterbeliste, obwohl das Land Stätten von weltweit einzigartigem Charakter zu bieten hat. 2002 wurden internationale Experten eingeladen, um 11 ausgewählte Stätten zu begutachten, darunter die atemberaubende Tarokoschlucht, das Alishan-Gebirge, der Yushan Nationalpark (Jade-Berg) und der Yangmingshan Nationalpark.

Auf der Exkursion werden Sie deshalb nicht nur diese bedeutsamen Naturräume bereisen, sondern gleichermaßen die Kultur erleben - von den Dörfern der Ureinwohner bis zu den modernen Metropolen, von chinesischen Tempeln und traditionellen Wohnhäusern bis zum Wolkenkratzer, von der Landwirtschaft bis zu kulinarischen Genüssen.

Dabei werden authentische Einblicke zu unvergesslichen Reiseeindrücken. Ein wacher Kopf ist dabei natürlich erforderlich - eine besondere körperliche Fitness hingegen nicht.

Termin

16 Tage
02.-17.09.2017
14.-28.10.2018 (Sonderreise für VDSG)

weitere Termine auf Anfrage

Downloads

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 Detailliertes Reiseprogramm (861 KB)