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Andalusien

Landschaft, Kultur, Menschen und Geschichte

Reiseprogramm

Überblick

Route der Andalusien-Exkursion
Route der Andalusien-Exkursion

1.-5. Tag: Ronda und Sevilla

6.-8. Tag: Tal des Río Guadalquivir, Medina Azahara, Cordoba und Antequera

9.-12. Tag: Granada, Sierra Nevada und Alpujarra, Malaga






Für Details und weitere Informationen klicken Sie bitte auf untenstehende Reiseabschnitte:

1.-5. Tag: Ronda und Sevilla

Blick auf die Burg la Calahorra am Fuß der Sierra Nevada
Blick auf die Burg la Calahorra am Fuß der Sierra Nevada
Lavendula stoechas, Alpujarras
Lavendula stoechas, Alpujarras
Partalgärten der Alhambra, Granada
Partalgärten der Alhambra, Granada
Puerta del Vino, Alhambra
Puerta del Vino, Alhambra
Blumengeschückter Innenhof (Patio) im Albaicín, Granada
Blumengeschückter Innenhof (Patio) im Albaicín, Granada
Granatapfel im Alhambra-Wald, Granada
Granatapfel im Alhambra-Wald, Granada
Säulen im Löwenhof der Alhambra, Granada
Säulen im Löwenhof der Alhambra, Granada

1. Tag:   Anreise, Flug von Stuttgart nach Malaga, Fahrt nach Ronda

Vom Flughafen Malaga geht es zunächst entlang der Küstenautobahn Richtung Marbella entlang der Costa del Sol. Es folgt eine landschaftlich eindrucksvolle Fahrt über die Ausläufer und Passlandschaften der Sierra de las Nieves und Sierra de Tolox von der Mittelmeerküste ins Landesinnere zu unserer ersten Station Ronda (2 Nächte). Erste Eindrücke von Ronda.

2. Tag:   Ronda und die Cueva de la Pileta

Besichtigungsziele und Themen:

·   Besichtigung der historischen Altstadt und der Stierkampfarena der Real Maestranza de Caballeria

·   prähistorischen Höhlenmalereien in der Cueva de la Pileta

Ronda ist am Rande eines Felsplateaus exponiert, das durch die berühmte, über 100 m tiefe Tajo-Schlucht geteilt wird. Mehrere kühne Brückenkonstruktionen verbinden die zweigeteilte Stadt. Die imposante Puente Nuevo aus dem 17. Jahrhundert ist dabei das wichtigste Bindeglied zwischen der schachbrettartig angelegten Neustadt El Mercadillo und der Altstadt La Ciudad, die mit ihrer Ansammlung von Palästen, Kirchen und Klöstern ein einziges Monument darstellt. Ein Spaziergang erschließt uns am Vormittag einige der schönsten Plätze von La Ciudad und El Mercadillo. Es ist nicht nur der romantische Ausblick am Rande der Schlucht, welcher der Stadt jährlich viele Besucher be­schert, sondern auch die berühmte Stierkampfarena, die wir ebenfalls besuchen. Ronda gilt als Wiege des modernen Stierkampfes, wo drei Generationen der berühmten Familie Romero die Regeln für den heutigen Stierkampf begründeten. Am späteren Nachmittag fahren wir hinaus in die ca. 15 km entfernte Sierra de Grazalema, um einen Besuch der Cueva de la Pileta mit ihren einzigartigen, 10 – 20 Tausend Jahre alten roten, weißen und schwarzen prähistorischen Höhlenmalereien aus der Steinzeit zu besuchen (sofern geöffnet).

3. Tag:   von Ronda via Setenil de las Bodegas und Olvera nach Sevilla

Auf der Straße der weißen Dörfer (Ruta de los Pueblos Blancos) fahren wir nach dem Frühstück in einer ca. dreiviertelstündigen Fahrt durch die teils tief zerschnittene Plateau-Landschaft der subbetischen Cordillere nach Sentenil de las Bodegas. Der etwas weniger als 3000 Einwohner zählende Ort in 640 m Höhe gehört zu den schönsten Dörfern Spaniens. Der Name der Ortschaft ist lateinischen Ursprungs und bedeutet Sieben Mal Nichts (lat. septem nihil). Dies rührt aus der Zeit der Eroberung des arabischen Spaniens durch die Katholischen Könige. Die Gegend um Setenil, lange Zeit Grenzgebiet zwischen muslimischen Mauren und Christen, konnte erst nach dem siebten Anlauf erobert werden und fiel erst im Jahr 1485 in christliche Hand. Im Ortskern findet man eine große Anzahl an Häusern, die in steile, beeindruckende Felswände hineingebaut sind. Das Besondere dabei ist, dass die überhängenden Felswände oft als Hausdächer dienen, wodurch an manchen Straßen der Eindruck eines Höhlendorfes entsteht. Eine halbe Fahrtstunde entfernt erwartet uns das nächste, nicht weniger schöne weiße Dorf Olvera. Olvera mit seinen flachen weißen Häusern schmiegt sich an einen Berg, überragt von einer weithin sichtbaren Kirche (errichtet auf den Resten einer maurischen Moschee) und einer arabischen Burgruine. Hier machen wir Mittag und haben sicher auch die Gelegenheit den berühmten Weißwein, der hier aus der lokalen Perruna-Traube gekeltert wird zu würdigen. Am Nachmittag führt unser Weg Richtung Nordwesten hinab in das Becken des Guadalquivir, wo wir bald unsere nächste Station, die Hauptstadt Andalusiens Sevilla erreichen. Dort drei Übernachtungen inmitten der Altstadt.

4. und 5. Tag: Sevilla

Das Programm der Tage 4 und 5 kann auch gemischt und/oder getauscht werden, je nachdem, wie es für den aktuellen Ablauf am sinnvollsten ist. Auch freie Zeit für eigene Interessen, Bummeln, Einkäufe, etc. muss in Sevilla zur Verfügung stehen, damit Sie die kleinen Gassen und versteckten Winkel der Altstadt mit den unzähligen Bars und Geschäften, in aller Ruhe genießen und auch einmal verweilen können wo es Ihnen gefällt, ohne dass es immer gleich weiter geht.

Besichtigungsziele und Themen (für beide Tage):

·   Stadtspaziergang von der Plaza de la Encarnacion (Norden) bis zur Plaza de España (Süden) mit Universität und Parque de Maria Luisa

·   Besuch der imposanten gotischen Kathedrale Santa Maria de la Sede

·   Besichtigung des Real Alcázar de Sevilla (orientalischer Festungspalast im Mudéjar-Stil)

·   Spaziergang im historischen Stadtviertel “Barrio Santa Cruz”

Die facettenreiche, über 700.000 Einwohner zählende Metropole und Hauptstadt Andalusiens, beherbergt nicht nur die zweitgrößte gotische Kathedrale der Welt (Nr.1 Kölner Dom), sondern birgt eine lange Geschichte, die von Blütezeiten und Niedergängen bestimmt ist. Obwohl Sevilla von den Bewohnern Barcelonas und Madrids oft als etwas rückständige “Hauptstadt Afrikas“ belächelt wird, ist Sevilla das wichtigste Wirtschaftszentrum von Südspanien. Bereits während der Eroberung Amerikas spielte Sevilla als Handelsmetropole eine wichtige Rolle im Weltgeschehen. Neben dem stetigen wirt­schaftlichen Wachstum, der sich immer weiter ausbreitenden Industrie und dem während des Berufsverkehrs herr­schenden Chaos findet man bis heute in den Gassen des Barrio Santa Cruz und an den Ufern des Río Guadalquivir das andere, charmante und romantische Bilderbuchsevilla.

Wir machen gemeinsame Stadtspaziergänge und erkunden von unserer Unterkunft aus die Altstadt von Sevilla mit prachtvollen Adelspalästen, geschäftigen Einkaufsmeilen und verschlafenen kleinen Plätzen. Dabei wollen wir den Monumenten der frühen Stadtgeschichte ebensoviel Aufmerksamkeit schenken wie denen des 20. und 21. Jahrhunderts. Von der durch den deutschen Architekten J. Meyer gestalteten und im Jahr 2011 wiedereröffneten Plaza de la Encarnacion im Norden, geht es bis zur Plaza de España im Süden der Altstadt. Anlässlich der iberoamerikanischen Ausstellung im Jahr 1929 ließ die Stadt diesen symbolträchtigen Platz auf dem Ausstellungsgelände errichten und schuf damit die südliche Stadterweiterung, zusammen mit dem prächtigen Parque María Luisa, der grünen Lunge von Sevilla. Mindestens an einem der Nachmittage haben Sie Zeit für eigene Interessen.

6.-8. Tag: Tal des Río Guadalquivir, Medina Azahara, Cordoba und Antequera

Karstlandschaft im Naturpark El Torcal, Antequera
Karstlandschaft im Naturpark El Torcal, Antequera
Die weißen Häuser von Antequera
Die weißen Häuser von Antequera
Karstlandschaft im Naturpark El Torcal bei Antequera
Karstlandschaft im Naturpark El Torcal bei Antequera
Landschaft bei Antequera
Landschaft bei Antequera
Kuppel vor der Mihrab (Gebetsniesche) in der Mezquita, Córdoba
Kuppel vor der Mihrab (Gebetsniesche) in der Mezquita, Córdoba
Stadtansicht von Córdoba
Stadtansicht von Córdoba
Säulen der Mezquita, Córdoba
Säulen der Mezquita, Córdoba
Stuckdekor im Alcazar, Sevilla
Stuckdekor im Alcazar, Sevilla
Fassade der Kathedrale Santa Maria de la Sede in Sevilla
Fassade der Kathedrale Santa Maria de la Sede in Sevilla
Plaza de España, Sevilla
Plaza de España, Sevilla
Stadtansicht von Sevilla mit Torre del Oro (rechts) und Río Guadalquivir im Vordergrund
Stadtansicht von Sevilla mit Torre del Oro (rechts) und Río Guadalquivir im Vordergrund

6. Tag:   Fahrt entlang des Río Guadalquivir nach Córdoba

Besichtigungsziele und Themen:

·   Kurze Visite der Burg Almodovar del Río

·   Palaststadt Medina Azahara

·   Einsiedeleien (Eremitas) im Bergland bei Córdoba

·   Flussgeschichte des Río Guadalquivir

Unsere Route führt mit einigen Stopps den Guadalquivir, den längsten und einzig schiffbaren Fluss Spaniens aufwärts bis Córdoba, der einstigen Hauptstadt des gleichnamigen mächtigen mittelalterlichen Kalifats. Im Jahr 929 erklärte sich Abd-ar-Rhaman III. zum Kalifen des westlichen Kalifats der Omeyyaden und trug, zur Glanzzeit seines Reiches, nicht nur zum Ausbau der Stadt Córdoba bei, sondern begann im Jahr 936 mit dem Bau der, nur wenige Kilometer von Córdoba entfernten, prachtvollen Palaststadt - Medina Azahara. Unter seinem Sohn und Nachfolger al Hakam II. wurde die Palaststadt mit Festung, Moschee und eigener Münzpräge fertig gestellt, um nur wenige Jahre später während des Bürgerkriegs in Al-Andaluz von den aus Marokko kommenden Almoraviden zerstört zu werden. Die archäologische Ausgrabungsstätte Medina Azahara vermittelt bis heute eine Vorstellung vom Glanz dieser längst vergangenen Zeiten und bietet, aufgrund der Lage an der Südabdachung der Sierra Morena, einen herrlichen Blick über die Flussniederungen des Río Guadalquivir, der Lebensader Andalusiens. Zu römischen Zeiten war der Guadalquivir der längste Fluss Andalusiens und bis Córdoba schiffbar, doch durch die über Jahrhunderte fortschreitende Sedimentation von Schwebfracht hat er an Tiefe verloren und ist heute nur mehr bis Sevilla schiffbar. Am späteren Nachmittag erreichen wir nach mehreren schönen und interessanten Stopps unser zentrumsnahes Hotel, von wo aus wir alle Besichtigungen wieder zu Fuß unternehmen können (2 Übernachtungen in Córdoba).

7. Tag:   Córdoba

Besichtigungsziele und Themen:

·   Besichtigung der Mezquita, der Moschee-Kathedrale von Córdoba

·   Am Nachmittag Spaziergang durch die historische Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe)

Das äußerlich eher provinziell und schlicht wirkende Córdoba, zeigt seine Reize erst auf den zweiten Blick. Straßengrundriss und Stadtbild sind sowohl durch die ehemals maurische, als auch durch die noch ältere römische Besiedlung geprägt. So ist es möglich, vom Haupttempel der ursprünglich römischen Stadt, in nur wenigen Minuten zu Fuß das Herz der ehemaligen Hauptstadt des glanzvollen Kalifats von Córdoba zu erreichen.  Nirgendwo sonst in Andalusien ist die orientalisch-islamische Vergangenheit bis heute so präsent geblieben wie hier. Betritt man die Kathedrale von Córdoba, öffnet sich ein unendlich erscheinender Raum, der nur durch die unzähligen Säulen der ehemaligen Hauptmoschee (Mezquita) von Córdoba gegliedert wird. Im Zentrum der Moschee, die im Jahr 1236, unmittelbar nach der Rückeroberung Córdobas, zur Kathedrale geweiht wurde, befindet man sich in einem christlichen Gotteshaus im Renaissancestil. Nur wenige Schritte vom Hochaltar entfernt dann steht man im Säulenwald der ehemaligen Moschee mit dem bis heute erhaltenen Mihrab (Gebetsnische). Die Mezquita von Córdoba ist somit Moschee und Kathedrale zugleich, und sie ist neben der Alhambra das bedeutendste maurische Bauwerk Andalusiens. Am Nachmittag führt uns ein Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt quer über die für Andalusien eher untypische rechteckige Plaza de la Corredera bis zum Río Guadalquivir zur alten Puente Romana und zu den Wasserrädern aus der Zeit des ganzvollen Kalifats von Córdoba. Am Abend werden wir in einem von außen eher unscheinbar erscheinenden Lokal einkehren und die kulinarischen Überraschungen entdecken, die Córdoba zu bieten hat.

8. Tag:   Fahrt von Córdoba über Antequera und El Torcal nach Granada

Besichtigungsziele und Themen:

·   Besuch der Dolmen von El Romeral, Viera und Menga bei Antequera

·   Kleine Wanderung durch das Karstgebiet von El Torcal

·   Erläuterungen zur Natur des El Torcal

·   Bummel durch Antequera zur  Kathedrale Santa Maria la Mayor und durch die Altstadt

Auf dem Weg nach Antequera durchqueren wir eine dünn besiedelte, ländlich geprägte Hügellandschaft, die sich mit ihren Kornfeldern, Mandel- und nicht enden wollenden Olivenplantagen wie ein bunter Flickenteppich präsentiert. Bewirtschaftet werden diese ausgedehnten Landstriche von einzelnen großen Fincas (Großgrundbesitz), deren Struktur sich seit der christlichen Rückeroberung im Prinzip nicht verändert hat. Die von den Mauren erfolgreich zurückeroberten Landstriche wurden an verdienstreiche Orden, Ritter oder Adelsfamilien vergeben. Dadurch sind riesige Latifundien entstanden, die einen extremen Kontrast zu dem kleinparzelligen Terrassenfeldbau der Mauren bildeten und bis heute erhalten geblieben sind. Diese Hügellandschaft wird von den östlichen Ausläufern der Betischen Kordelliere unterbrochen, die hier Höhenlagen von 1400 m erreichen und dem Besucher eine einzigartige Landschaft präsentieren. Eine kleine naturkundliche Wanderung führt uns durch ein einzigartiges Museum aus Stein - das Karstgebiet El Torcal. Dabei lernen wir neben dem kuriosen Formenschatz des Kalkplateaus auch die Verwitterungsprozesse kennen, die zur Bildung der bizarren Formen geführt haben, und entdecken die für Karstgebiete typische Flora. Mit ein bisschen Glück und Zeit können wir in dieser Landschaft, die wie eine gigantische Ruine aus Felsen wirkt, auch wilde iberische Steinböcke beobachten, die hier trotz Höhenlage und rauem Klima ausreichend Nahrung finden. Bevor wir unseren Weg Richtung Südosten fortsetzen, verschaffen wir uns von der Burg von Antequerra einen Überblick über die hübsche, beschauliche Stadt mit den für Andalusien so typisch weiß gekalkten Häusern und besuchen anschließend ein weiteres UNESCO-Welterbe, die prähistorischen Dolmen von Menga am Rande Antequerras, die zu den bedeutendsten Megalithbauten Europas zählen.  Gegen späteren Nachmittag erreichen wir Granada, wo wir die nächsten beiden Nächte inmitten der historischen Altstadt Quartier nehmen, von wo aus wir leicht alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen können.

9.-12. Tag: Granada, Sierra Nevada und Alpujarra, Malaga

Puente Nuevo, Ronda
Puente Nuevo, Ronda
Olive, Sierra de Grazalema
Olive, Sierra de Grazalema
Hängende Hauser über der Schlucht von Ronda
Hängende Hauser über der Schlucht von Ronda
Die Stierkampfarena von Ronda
Die Stierkampfarena von Ronda

9. und 10. Tag: Granada

Besichtigungsziele und Themen (Reihenfolge variabel):

·   Besuch der Kathedrale Santa Maria de la Encarnación sowie der Capilla Real (königliche Grabkapelle)

·   Spaziergang entlang des Río Darro und durch die Gassen des Albaicín (ehemalige maurische Stadt) zum Mirador de San Nicolas.

·   Stadtentwicklung: von den Ursprüngen bis heute

·   Alhambra

·   Entwicklungs- und Baugeschichte der Alhambra

·   Besichtigung des Alcázars (Festungsanlage) und Besuch der Nasridenpaläste

·   Spaziergang durch die Gärten des Generalife

·   Schrift, Kunst und Architektur der Mauren

Die Stadt Granada hat nicht nur durch ihre einzigartige Siedlungsgeschichte eine besondere Anziehungskraft auf ihre Besucher, sondern auch aufgrund ihrer Lage am Fuße der im Frühjahr meist noch schneebedeckten Sierra Nevada. Sie erstreckt sich zwischen zwei Hügeln, die durch den Río Darro getrennt werden. Auf dem südlichen Höhenrücken befindet sich die Alhambra, gegenüber die arabische Altstadt, der Albaicin. Im Übergangsbereich zur fruchtbaren Vega de Granada (Flussebene des Rio Genil) entstand nach 1492 das heutige Zentrum, die geschäftige spanische Unterstadt mit der Kathedrale. Das malerischste Viertel ist zweifellos der Albaicin. Das Viertel erinnert nicht nur an die arabische Vergangenheit, sondern bietet Einblicke in das ursprüngliche Leben der Stadt und hat die Auszeichnung als UNESCO-Weltkulturerbe sicherlich genauso verdient wie die gegen-überliegende Alhambra. Die Kathedrale von Granada symbolisiert den Triumph des Christentums über den Islam. Sie wurde auf den alten Grundmauern der Hauptmoschee errichtet und bildet zusammen mit der königlichen Grabkapelle (Capilla Real) eine bauliche Einheit. Im Laufe der 180jährigen Bauzeit, die 1523 unter der Herrschaft von Kaiser Karl V. begann, wechselten nicht nur Bauleiter und Architekten, sondern auch die stilistischen Elemente, die das Bauwerk vereint. So stammt der Grundriss der fünfschiffigen Kirche mit Querschiff aus der Gotik, wohingegen Säulen, Fenster und Bögen, Stilelemente aus Renaissance, Barock und Klassizismus enthalten.

So unscheinbar die Rote Festung Alhambra von Außen erscheint, so reich geschmückt ist ihr Inneres. Erbaut wurde diese weltberühmte Burg-Palastanlage als Meisterwerk islamischer Architektur unter dem Begründer der Nasridendynastie Mohamed I. Zunächst ließ er die eigentliche Burg, die Alcazaba auf der Spornspitze des Alhambra-Plateaus errichten, die sich dann im Laufe der Zeit zu einer ausgedehnten Palaststadt mit allen Gebäuden und Vierteln einer typisch muslimischen Stadt entwickelte. Im Schutz der mit einer doppelten Abwehrmauer umgebenen Alcazaba entstand auch das heutige Herz der Alhambra, die vier reich geschmückten Nasridenpaläste. Nach der christlichen Eroberung wurde ein Teil davon abgerissen, um dem Renaissance-Palast Kaiser Karl V. Raum zu geben. Das Landgut des Generalife befindet sich auf dem Sonnenhügel unweit nördlich der Alhambra und besitzt einen eigenen kleinen Palast. Nach der Besichtigung der Alhambra steht noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Am Nachmittag geht es weiter Richtung Süden, hinein in die Bergwelt der Sierra Nevada mit dem Ziel Capileira in den Alpujarras, dem südexponierten Hauptkamm der Sierra Nevada. Hier, in dieser abgelegenen Bergregion haben wir zum Ende unserer Exkursion die Gelegenheit auch einmal das einfache, alltägliche Leben der andalusischen Bergbevölkerung kennen zu lernen. Gartenbau und Viehzucht im Rhythmus der Natur bestimmen hier bis heute das Leben und machen diese ländliche Region von Andalusien zu einem besonderen Exkursionsziel. Unsere letzte Station, ist das kleine Bergdorf Capileira in 1450 m Höhe mit herrlicher Aussicht ins Valle Poqueira. Unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte ist eine ehemalige Finca, die zu einem kleinen Hotel umgebaut wurde.

11. Tag: Tagesexkursion durch die Alpujarras

Besichtigungsziele und Themen:   

·   Entwicklung der Kulturlandschaft und die Rolle der Alpujarras bei Aufständen der Mauren (Moriscos) nach der Reconquista

·   Naturkundliche Erläuterungen zur Gebirgslandschaft der Sierra Nevada

·   Fußwege durch die Terrassenlandschaft bei Bubion und Pampaneira mit ihren traditionellen Ortsbildern und Relikten maurischer Dreschplätze und Bewässerungskanäle

·   Besuch der Erimitage und Minaralquellen von Fuenta Agria, Schinkenmanufaktur in Trevelez

Die ländliche Gebirgsregion der Alpujarras wirkt zunächst verschlafener, als sie tatsächlich ist. Obwohl während der vergangenen Jahrzehnte viele junge Menschen dort ihre Heimatdörfer verlassen haben, ist die Region noch immer von Landwirtschaft, aber auch vom zunehmendem Tourismus geprägt, der jedoch mit dem Massentourismus an anderen Orten Andalusiens nichts gemein hat. Nach der Reconquista (Rückeroberung) Granadas im Jahr 1492 zogen sich die Mauren in diese Gebirgsregion zurück und prägten fast ein Jahrhundert lang die Landschaft. Sie legten ein weit verzweigtes Terrassen- und Bewässerungssystem an, das noch heute genutzt und durch die moderne Tröpfchenbewässerung ergänzt wird. Das traditionelle Ortsbild mit weiß gekalkten Häusern, gekrönt von urigen Kaminen sowie kleinen blumengeschmückten Gassen ist erhalten geblieben und macht den Charme der Alpujarras aus. Die Bauweise mit rustikalem Gebälk sowie mit Schlamm abgedichteten Schieferdächern hat sich bis heute bewährt und ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Wegen des Konfliktes mit der industriellen Landwirtschaft mit Folienanbau an der Küste setzen die Landwirte der Alpujarras auf Qualität statt Quantität. So erschließt sich für sie ein eigener Markt mit dem Absatz regionaler Produkte, wie Bienenhonig oder luftgetrocknetem Schinken (Jamon Serrano) aus Trevélez. Die Dörfer Pampaneira, Bubión und Capileira präsentieren in kleinen Läden traditionelles Kunsthandwerk der Region, wie Weberei, Töpferei und Korbflechterei. Wagt man sich weiter nach Osten vor, nehmen die Niederschläge deutlich ab, und die Landschaft wirkt trocken und verlassen. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich die typische mediterrane Vegetation, die zu einem Spaziergang durch Steineichenwälder und alte Terrassensysteme mit Oliven- und Mandelbäumen einlädt.

12. Tag: Abstecher nach Malaga und Heimreise

Sofern die Flugzeiten am Abreisetag noch Zeit für einen Abstecher nach Malaga hergeben, wollen wir noch eine kurze Stippvisite einbauen, bevor es zum Flughafen geht. Malaga ist nach Sevilla mit ca. 600.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Andalusiens und mit seiner schönen Altstadt, dem antiken Theater und der eindrucksvollen Kathedrale allemal einen Besuch wert.