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Mitten in Spanien

Kastilien - Extremadura - Madrid

Reiseprogramm

1.-3. Tag: Anreise, Toledo und das ländliche Kastilien

Die vom Río Tajo umflossene Altstadt von Toledo
Die vom Río Tajo umflossene Altstadt von Toledo
Der maurische Alcazar über den Dächern der Altstadt, Toledo
Der maurische Alcazar über den Dächern der Altstadt, Toledo
Das Sonnentor zwischen Ober- und Unterstadt, Toledo
Das Sonnentor zwischen Ober- und Unterstadt, Toledo
Alte Ölmühle in Los Navalmorales, Kastilien
Alte Ölmühle in Los Navalmorales, Kastilien
Castillo de dos Hermanas, Kastilien
Castillo de dos Hermanas, Kastilien

1. Tag: Anreise, Flug Stuttgart - Madrid, Transfer nach Toledo

Bevor wir unser kleines charmantes und ideal gelegenes Hotel inmitten der Altstadt von Toledo für die nächsten 2 Nächte beziehen, umrunden wir zunächst einmal Toledo um uns einen Überblick zu verschaffen und auch bereits erste spannende Einblicke in diese einmalige Stadt zu bekommen. Toledo erhebt sich auf einem steilen Sporn, der von drei Seiten vom Río Tajo umflossen wird. Die Aussicht von den umgebenden Höhen auf die Stadt ist einzigartig. Von verschiedenen Haltepunkten genießen wir die Blicke in die engen und verwinkelten Gassen, die den einst maurischen Charakter der Stadt verraten. Nirgendwo sonst in Zentralspanien ist das maurisch-arabische Erbe so lebendig und greifbar geblieben wie hier, und nirgendwo sonst sind die Zeugnisse des einst multikulturellen Spaniens (Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen während der arabischen Herrschaft im Mittelalter) auf so eindrucksvolle Weise durch zahlreiche Monumente (Synagoge, Kathedrale und Reste der alten Moschee) und Schriften dokumentiert.

Unterkunft im Hotel Abbad de Toledo inmitten der historischen Altstadt (2 Nächte)

 

2. Tag: Toledo - die Stadt der drei Religionen

Mitten in der Altstadt zu wohnen heißt eine Stadt wirklich erleben zu können. Zu Fuß gehen wir gleich nach dem Frühstück auf enge Tuchfühlung mit der Altstadt von Toledo: die Kathedrale Santa Maria errichtet über den Grundmauern der ehemaligen Freitagsmoschee, die Synagoge Santa María la Blanca und das spätgotische Konvent San Juan de los Reyes im ehemaligen Judenviertel sind nur die prominentesten Sehenswürdigkeiten die die Stadt zu bieten hat. Unser Stadtrundgang zusammen mit einem lizenzierten Kunsthistoriker führt in die multikulturelle Welt des frühen Mittelalters ein und bietet gleichzeitig Einblicke in das heutige Leben in der Stadt. Auf Schritt und Tritt begegnen wir dabei dem in Toledo verstorbenen El Greco bzw. großartigen Gemälden, die durch seine Hand geschaffen wurden. In Toledo verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart zu einer faszinierenden Einheit die wir intensiv erspüren wollen.

 

3. Tag: Tagesfahrt durch das ländliche Kastilien bis nach Guadalupe

Nach dem Frühstück machen wir uns zeitig auf den Weg nach Guadalupe und halten überall dort, wo es in der Natur etwas Interessantes zu entdecken gibt. Die ausgedehnten Schuttflächen im Vorland der Montes de Toledo reichen flach, z.T. mehrere 10er km weit ins Vorland des Gebirges und hängen in ihrer Entstehung eng mit der Gebirgsbildung der Montes de Toledo zusammen. Diese ausgedehnten, trockenen Schuttflächen sind heute Standort für eines der wichtigsten Olivenöl-Anbaugebiete der Welt. Im Verlauf der Erdgeschichte haben sich die Flüsse bis über 100 m tief, in engen Schluchten, in diese Flächen eingeschnitten und bieten u.a. Lebensraum für Tierarten wie Geier, Schildkröten oder Geckos. Die Vegetation ist vollmediterran und neben bekannten Gewürzpflanzen wie Rosmarin und Thymian gibt es noch unzählige andere Arten zu entdecken. Das Landschaftsbild ist aber auch durch die Jahrhunderte lange Nutzung durch den Mensch geprägt. Unser spanischer Busfahrer bringt uns in kleinen Etappen zu den unterschiedlichsten Standorten, wo wir aussteigen und die verschiedenen Aspekte der Landschaft hautnah direkt vor Ort erleben können, wie z.B. den kleinen Cañon des Río Pusa oder den unter tropischem Vorzeitklima zur typischen Wollsackform verwitternden Granit. Wenn uns das Wetter eine gute Fernsicht schenkt, unternehmen wir außerdem eine kleine naturkundliche Wanderung zur Burgruine des Castillo Dos Hermanas bei Navahermosa, die sich auch alleine schon wegen der fantastischen Aussicht lohnt. Am frühen Abend erreichen wir schließlich Guadalupe, wo wir stilvoll in einem Teil des alten Klosters (heute Hotel) wohnen werden.

4.+5. Tag: Guadalupe, Cáceres & Trujillo

Storchennester auf den Dächern der Altstadt, Cáceres
Storchennester auf den Dächern der Altstadt, Cáceres
Plaza Mayor im Herz der Altstadt, Trujillo
Plaza Mayor im Herz der Altstadt, Trujillo
Reiterstandbild von Pizarro auf der Plaza Mayor in Trujillo
Reiterstandbild von Pizarro auf der Plaza Mayor in Trujillo
Monasterio de Nuestra Señora de Guadalupe
Monasterio de Nuestra Señora de Guadalupe

4. Tag:  Tagesausflug nach Trujillo und Cáceres

Der Tagesausflug führt durch die weiten und teils wilden Landschaften der nördlichen Extremadura, geprägt durch ausgedehnte Stein- und Korkeichenwälder die hier ideale Wachstumsbedingungen vorfinden und aufgrund der dünnen Besiedelung nur wenig vom Menschen beeinflusst werden. In Trujillo, der Heimatstadt vieler Konquistadoren (Eroberer Südamerikas), bietet sich auf der malerischen Plaza Major die Gelegenheit zur Mittagspause. Der Nachmittag ist der Altstadt von Cáceres gewidmet. Auf unserem Weg durch die fast autofreien Gassen fasziniert besonders die Außenarchitektur der altehrwürdigen, bis heute bewohnten Paläste – ständig begleitet vom Klappern der Störche, die auf fast jedem Turm und Türmchen ebenfalls zu Hause sind. Wie die Störche wollen auch wir uns einen Überblick von oben verschaffen, um die Anlage der Stadt im Ganzen zu verstehen. Hierzu fahren wir auf eine nahe gelegene Anhöhe mit dem Kloster La Virgen de la Montaña, von wo aus wir den Blick auf Cáceres und die weiten Flächen der Extremadura genießen können.

 

5.Tag: Guadalupe und wildromantische Landschaft der Sierra de Guadalupe

Das Hotel Hospedería del Monasterio Nuestra Señora de Guadalupe ist Teil des UNESCO-Welterbes und nimmt den gesamten doppelstöckigen gotischen Kreuzgang der königlichen Klosteranlage ein. Heute hervorragend renoviert, dient es bereits seit dem Mittelalter zur Unterbringung von Gästen. Zur Besichtigung des Gebäudekomplexes, der wie eine kleine Festung den pittoresken Ort überragt, führt ein Gang direkt von unserem Quartier. Zu den zahlreichen Schätzen des Klosters zählt die weit über Guadalupe hinaus verehrte Schwarze Madonna, eine hervorragende Sammlung wertvoller Chorbücher und das Stickereimuseum im Gewölbe des ehemaligen Speisesaals. Nach der Klosterbesichtigung lohnt es sich neben den verwinkelten Gässchen des ehemaligen Judenviertels auch die Natur der Umgebung zu erkunden. Eine kleine naturkundliche Wanderung führt aus dem Dorf hinaus durch die terrassierten Hänge und zu einigen Plätzen mit herrlicher Aussicht über die waldreiche Landschaft und die imposante Klosteranlage im Herzen von Guadalupe. Der Nachmittag steht zu Ihrer freien Verfügung. Wer aber möchte, ist von Frau Albrecht eingeladen mit Ihr am späteren Nachmittag durch die malerischen Gassen des Judenviertels zu schlendern, um von dort über die alten Eisenbahnbrücke zur Ruta de Las Ermitas zu gelangen die zu einigen herrlich gelegenen Einsiedeleien inmitten der Sierra de Guadalupe führt.

6.-8. Tag: Nationalpark Monfragüe, Salamanca & Ávila

Landschaft der Extremadura
Landschaft der Extremadura
Die Alte Kathedrale von Salamanca
Die Alte Kathedrale von Salamanca
Fassade der Universität, Salamanca
Fassade der Universität, Salamanca
Pinienwald am Fuß der Sierra de Grados in der Nähe von Ávila
Pinienwald am Fuß der Sierra de Grados in der Nähe von Ávila
Die in die Stadtmauer integrierte Apsis der Kathedrale San Salvador, Ávila
Die in die Stadtmauer integrierte Apsis der Kathedrale San Salvador, Ávila
Die zinnenbekrönte Stadtmauer von Ávila
Die zinnenbekrönte Stadtmauer von Ávila

6. Tag: Tagesfahrt nach Salamanca

Unsere Route nach Salamanca führt durch verschlafene Ortschaften und weitgehend unbekannte aber hübsche Städtchen wie Placencia oder Béjar die zwischen unseren Haltepunkten auch in der Natur zu kleinen Kaffeepausen einladen. Im Mündungsbereich des Río Torrejón in den Río Tajo wurde 2007 der 14. spanische Nationalpark Monfragüe eingerichtet der mit nur 181,18 km2 zwar vergleichsweise klein ist, aber einiges zu bieten hat. Relativ kurze naturkundliche Wanderpfade führen am Río Tajo entlang in eine durch saure Gesteine wie Quarzit und Schiefer geprägte, typisch mediterrane Landschaft. Neben den unzähligen Pflanzenarten der mediterranen Flora gibt es hier selten gewordene Vogelarten, wie den Spanischen Kaiseradler, Gänsegeier, Schmutzgeier und vieles mehr zu entdecken. Ganz besonders Eindrucksvoll zeigt der Nationalpark die Veränderung der Naturlandschaft durch die Eingriffe des Menschen. Staudämme (Torrejón (1966) und Alcántara (1969)) wurden gebaut und Wälder abgeholzt, um durch die fremden, schnellwüchsigen Eukalyptusarten die Papierfabriken der Region mit Rohstoffen zu versorgen ... und doch sind auch noch relativ unbeeinflusste Lebensräume erhalten geblieben.
Unterkunft im Hotel Abba Fonseca in der Altstadt von Salamanca (3 Nächte).

 

7. Tag: Salamanca

An den Ufern des Río Tormes erhebt sich Salamanca wie eine Insel über die weiten Ebenen der Nordmeseta und ist mit ihren Spitzen und Türmen schon zu sehen, lange bevor man die Stadt erreicht. Ein Spaziergang durch die Altstadt führt uns zu Monumenten die noch heute von der bewegten historischen Vergangenheit Salamancas zeugen. Trotz der Plünderungen und Zerstörungen während der Reconquista (Rückeroberung von den maurischen Herrschern) ist die alte römische Brücke erhalten geblieben und die Stadt erlangte im frühen Mittelalter durch die Eroberung Toledos im Jahr 1085 durch König Alfons VI. neue Bedeutung. Im Zuge der Repoblacion (christliche Wiederbesiedelung) des kastilischen Hochlandes wurde die Stadt befestigt, Stadtmauer und Kathedrale wurden gebaut und bereits 1218 entstanden die ersten Universitätsgebäude. Bis ins 16. Jh. gehörte die Universität von Salamanca neben Bologna, Paris und Oxford zu den wichtigsten Bildungsstätten Europas. Das heutige Erscheinungsbild von Universität und Stadt geht zu großen Teilen auf die Zeit nach der Reconquista zurück als die Katholischen Könige die Universität erneuern ließen und mit dem Bau der Neuen Kathedrale im Isabellanischen Stil begannen. Später wurden die alten Gebäude mit Portalen des für Spanien typischen Plateresco Stils versehen und aufgrund dieser Vielfalt an historischen Zeugnissen wurde Salamanca 2002 zur Kulturhauptstadt Europas gewählt. Neben der Alten und der Neuen Kathedrale, der römischen Brücke und selbstverständlich der Universität werden wir auch den großen Plaza Mayor aus dem 18. Jh. überqueren (er gilt als einer der schönsten Spaniens) und genügend Zeit haben auch das alltägliche Leben der jungen Studentenstadt auf uns wirken zu lassen.

 

8. Tag: Tagesausflug nach Ávila

Ähnlich wie in Salamanca hängt auch die Entwicklung von Ávila eng mit der Rückeroberung Toledos durch König Alfons VI. und der folgenden Wiederbesiedelung des spanischen, stark entvölkerten Kernlandes zusammen. Bis heute ist die im 11 Jh. errichtete Stadtmauer vollständig erhalten, umfasst mit einer Gesamtlänge von 2,5 km den gesamten Altstadtkomplex und bildet damit eines der eindrucksvollsten Bauensembles der Ritterzeit in Europa. Unser Rundgang durch die Gassen der Altstadt, führt von der Kathedrale San Salvador, deren Apsis Teil der Stadtmauer ist, bis zum romanischen Sakralbau San Vicente außerhalb der Mauer. In Ávila begegnet uns nicht nur der berühmte Maler El Greco, der in Toledo schon überall gegenwärtig war, sondern auch die berühmte Mystikerin und Ordensreformatorin hl. Theresa von Ávila, die das Stadtbild im 16. Jh. prägte.

9.-12. Tag: El Escorial, Madrid & Rückreise

Plaza Mayor, Madrid
Plaza Mayor, Madrid
Calle Mayor, Madrid
Calle Mayor, Madrid
Cervantes Denkmal auf der Plaza de Espania, Madrid
Cervantes Denkmal auf der Plaza de Espania, Madrid
Puerta de Europa, Madrid
Puerta de Europa, Madrid

9. Tag: Fahrt über El Escorial nach Madrid

Die Fahrt nach El Escorial führt durch die Sierra de Altamira und entlang dem Río Tajo sowie dem Kastilischen Scheidegebirge. Bevor wir das Kloster von El Escorial von innen besichtigen, nehmen wir Platz auf einem Granitfelsen, auf dem auch der Bauherr König Philipp II so manches Mal saß, um den Fortgang der Arbeiten an der mit 4 Hektar Fläche größten Palastanlage der Welt zu beobachten. Von nirgendwo sonst ist der Blick so beeindruckend wie von hier. Nach der Innenbesichtigung des Palastes führt uns der Weg in das Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen). Die riesige, unterirdische Kirche, in der sich u.a. die Grabstätte von Franco befindet, ist vollständig in einen massiven Granitfelsen eingehauen und wird von einem 150 m hohen Granitkreuz überragt ein gigantisches Denkmal, welches sich der spanische Faschismus von Tausenden Gefangenen des spanischen Bürgerkriegs errichten ließ. Auch an diesem Monument aus einer jüngeren und dunklen Zeit der spanischen Geschichte sollte man nicht einfach vorbeifahren. Umrahmt wird das Szenario von den landschaftlich äußerst reizvollen Anhöhen der Sierra de Guadarrama. Am späten Nachmittag erreichen wir die spanische Hauptstadt Madrid und unser neues Quartier inmitten der Altstadt, das Hotel Ópera (3 Nächte).

 

10. Tag: Madrid

Die Besichtigung des Stadtzentrums von Madrid erfolgt zu Fuß, was die Lage unseres Hotels ganz einfach ermöglicht. Die Wege von hier sind nicht weit und immer wieder verlocken urige Bars und Tavernen zur Rast. In unmittelbarer Nähe zum Hotel befinden sich u.a. der Palacio Real (Königspalast), die erst 1993 fertig gestellte Kathedrale und der Plaza Major. Während der Vormittag der Altstadt gewidmet ist, erreichen wir nach einer Mittagspause die Neustadt (entstanden um 1900) mit ihren Prachtstraßen und der berühmten Einkaufsmeile „Grand Via“. Den Abschluß bildet ein Zeitsprung ins alte Ägypten: der nubische Tempel von Debod stammt aus einem Dorf, welches dem Assuan-Staudamm weichen mußte. Das Geschenk der ägyptischen Regierung steht heute im Parque de la Montaña, von wo aus der Blick weit über die westlichen Stadtteile Madrids schweift.

 

11. Tag: Madrid

Nach einer Innenbesichtigung des Königspalastes wenden wir uns dem Retiro- Viertel zu. Bereits unter Philipp II als zweites Residenzviertel geplant, steht es in krassem Gegensatz zur Enge der Altstadt. Entlang des Prachtboulevards Paseo del Prado wurden die großen Museen der Stadt (Prado, Reina Sofia und Thyssen-Bornemiza) errichtet, Wohnviertel des Großbürgertums umgeben den Retiro-Park, dem einstigen Rückzugort der Katholischen Könige. Mit der U- Bahn erreichen wir anschließend das moderne Madrid entlang der Paseo de la Castellana. Die bis zu 120 m breite Promenade bildet den Mittelpunkt des geschäftlichen und gesellschaftlichen Lebens des 20. und 21. Jahrhunderts.

 

12. Tag: Rückreise: Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Stuttgart